Text-Bild-Ansicht Band 291

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der Kurbelwelle aus mittels konischer Räder angetriebenen Regulator zwischen Null und 70 Proc. selbsthätig verstellt. Mittel- und Niederdruckcylinder arbeiten mit constanten Füllungen, die von entlasteten Trick'schen Flachschiebern eingestellt werden, und sind behufs Ingangsetzen der Maschine noch mit besonderen Anlasschiebern versehen. Die Maschine arbeitet mit Einspritzcondensation und wird die über der Erde angeordnete Luftpumpe vom Gestänge des mittleren Cylinders aus mittels eines Balanciers betrieben.

Die Schmierung sämmtlicher bewegten Theile erfolgt mittels Tropfrohrchen, welche von gemeinsamen Oelbehältern ausgehen. Das verbrauchte Oel fliesst unten in einen Behälter zusammen.

Der Dampfverbrauch der Maschine soll sich auf 5,5 k für 1 indicirte und Stunde stellen.

Textabbildung Bd. 291, S. 146
Die zweite in Chicago ausgestellte Dreifach-Expansionsmaschine derselben Construction hat Cylinder von 300, 490 und 750 mm Durchmesser für 350 mm Kolbenhub; sie trägt zum Zwecke der Arbeitsübertragung auf einer an die Kurbelwelle mittels Flanschverbindung angekuppelten Welle ein als Seilscheibe ausgebildetes Schwungrad.

Fig. 18 und 19 stellen einen mit schwingendem Cylinder arbeitenden, nach dem Erfinder als Kriebel-Maschine benannten stationären Motor, der von der Rice and Whitacre Mfg. Co. in Chicago in verschiedenen Grössen ausgestellt ist und auch zu Schiffszwecken Verwendung findet, dar.

Der Motor unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Schiebermaschine dadurch, dass der Cylinder beweglich, der Schieber hingegen festliegend angeordnet ist; bei dieser Bauweise können Excenter, Schieberstange, Kreuzkopf und Pleuelstange in Fortfall kommen, und da die Maschine in Folge dessen nur wenig arbeitende Theile besitzt, ist auch ihre Wartung eine entsprechend einfache.

Der aus einem Stück gegossene Maschinenständer O besitzt zur Aufnahme der Kurbelwelle M wie auch zum Tragen der beiden am oberen Cylinderdeckel F angegossenen Schwingzapfen E je zwei mit Babbittmetall ausgegossene Lager. Der Kolben H ist durch die Kolbenstange I mit dem Kurbelzapfen L verbunden, und da diese drei Stücke stets in einer Geraden liegen, führt der Cylinder, je nachdem sich der Kolben H auf- oder abwärts bewegt, entsprechende Schwingungen um die Zapfen E aus. Der Schieber D bildet ein mit Aushöhlungen versehenes cylindrisches Gusstück, welches sich in einer Bohrung des auf dem Maschinenständer liegenden Gehäuses A führt. Die Bodenfläche des Schiebers ist nach einem Kreisbogen gekrümmt und gegen dieselbe legt sich das entsprechend convex gestaltete, aufgeschliffene obere Ende des Cylinderdeckels F. Beide Flächen bilden eine vollständig dampfdichte Verbindung, wobei etwaigen Abnutzungen durch über dem Schieber F in dem Gehäuse A liegende Spiralfedern U, sowie eine Flachfeder selbsthätig begegnet wird; die Spannung der letzteren lässt sich mittels Mutter einstellen. Zur Ein- und Ausströmung des Dampfes dienen zwei kurze Messingrohre R und R1, welche in den Schieber eingeschraubt sind und mit den Kanälen X und Q Q1 desselben in Verbindung stehen. Die Kanäle P und P1 des Cylinders kommen dann beim Hin- und Herschwingen desselben abwechselnd mit dem mittleren Einströmkanale X, sowie den Ausströmkanälen Q und Q1 des Schiebers in Verbindung.

Textabbildung Bd. 291, S. 146
Die aus Stahl gefertigte Kolbenstange ist in einer langen Stopfbüchse N geführt und das untere Ende derselben bei Cylindern über 115 mm Bohrung mit einem Stahlstück verschraubt, welches durch zwei Bolzen mit den Messingschalen des Kurbelzapfens verbunden ist. Die oberen Enden der Messingrohre R und R1 sind in Stopfbüchsen C geführt. B ist ein mit der Kurbel verbundenes Gegengewicht.

Die Geschwindigkeit des Motors, der auch für Leistungen von 4 bis 40 als Zwillingsmaschine gebaut wird, regelt ein Centrifugalregulator, dessen Spindel auf ein Drosselventil wirkt.

Soll der Motor als Schiffsmaschine dienen, so ist er noch mit einer Umsteuerungsvorrichtung zu versehen; diese besteht, wie Fig. 20 erkennen lässt, aus einem einfachen Muschelschieber Z, der in dem aufgesetzten Gehäuse W mittels eines aussenliegenden Hebels I1, sowie der auf der Abbildung ersichtlichen Verzahnung von einer Endstellung in die andere bewegt werden kann. Hierdurch wird der Einströmdampf veranlasst, entweder durch den Kanal X oder die Kanäle Q Q1 in den Cylinder zu treten, was eine Umkehr der Kurbelbewegung veranlasst. Der Umsteuerungsschieber kann übrigens auch als Drosselorgan, sowie, wenn er in die Mittellage gebracht wird, zum Abstellen der Maschine dienen.

Die kleinsten Grössen der stationären Kriebel-Maschine