Text-Bild-Ansicht Band 291

Bild:
<< vorherige Seite

Feuer keine kalte Zugluft unter den Rost dringen und das Feuer abkühlen.

Weiter befindet sich am hinteren Ende des Aschenfalles ein Luftinjector B, der mit einem oder mehreren Regulirungshähnen versehen ist. Das Reguliren dieses Apparates geschieht bei Dampfkesselfeuerungsanlagen mittels eines Hahnes am Wasserzuleitungsrohre C, der die beliebige Befeuchtung der herabfallenden Asche erlaubt; überdies ist ein mit einem Hahne versehenes Dampfzuleitungsrohr D angebracht, das in das im Injector B befindliche Querrohr E einmündet, um dem Feuer die nöthige warmfeuchte Luft einzupressen, ohne einen Luftüberschuss zu bekommen.

Textabbildung Bd. 291, S. 273
Bei den Feuerherden, wo kein Dampf zur Verfügung steht, wird entweder bloss das Wasserrohr C in Anwendung gebracht, welches in Verbindung mit einem im Kaminmantel eingesetzten Wasservorwärmer in Verbindung steht, oder es wird Luft eingepresst, um die nöthige Sauerstoffmenge dem Feuer zuzuführen, wozu das Dampfzuleitungsrohr D geeignet ist.

Die durch die Wirkung dieses Apparates am hinteren Theile des Rostes erzeugte hohe Temperatur, über den die vorn entwickelten Kohlenoxydgase streichen müssen, verzehrt alle Kohlentheilchen, verhindert daher die Russbildung (mit Ausnahme der Anheizzeit, wo der Apparat noch nicht wirken kann).

Textabbildung Bd. 291, S. 273
Die Feuerungsanlage von J. Lutton und J. W. Buckley in Formby, Lancaster (D. R. P. Nr. 69088 vom 30. November 1892), Fig. 113, hat einen plattenförmigen mit Oeffnungen f versehenen Rost; unter den Oeffnungen sind Dampfrohre h in der Art angeordnet, dass der aus ihnen austretende Dampf durch die Oeffnungen des Rostes in das Brennmaterial tritt und hier den Zug verstärkt.

Die Thompson Smokeless Fire Company in Pittsburg fertigt eine rauchlose Feuerung nach Fig. 114 an (Engineering and Mining Journal vom 22. Juli 1893). Am Ende des Rostes ist eine gleichsam umgekehrte Feuerbrücke angebracht; vor derselben befindet sich ein besonderer Rost, der das Herausnehmen der Asche erleichtert und gleichzeitig die vollständige Verbrennung der Heizgase befördert. Eine Aufbrechvorrichtung im Vergasungsraum ist vom Stande des Kesselwärters aus in Thätigkeit zu setzen. Die Feuerung soll sich gut bewähren.

Eine Vorrichtung zur Verzehrung des Rauches der Kesselfeuerung einer elektrischen Centralanlage beschreibt Revue industrielle vom 18. März 1893. Die Anlage ist mit Unterwind versehen, hat Perret'sche eingetauchte Roststäbe, Green'schen Vorwärmer. Die Rauchgase streichen über Wasser und werden durch eine Waschvorrichtung, die genässte Koksstücke enthält, hindurchgepresst. Die ganze Vorrichtung soll sich so sehr bewährt haben, dass alle früheren Beschwerden verstummt sind. Die Anlage ist von Moët und Chandon unter Leitung des Ingenieurs Lebègue erbaut worden. Zeichnungen, Angaben über Leistung und Brennmaterialbedarf, sowie auch über die Abmessungen finden sich a. a. O.

In enger Beziehung zu der Anlage der Kesselfeuerungen stehen die Vorrichtungen zur mechanischen Beschickung des Rostes mit Brennmaterial. Ueber diese Anlagen hat der Oberingenieur C. Schneider in dem Organ des Vereins für Kesselüberwachung, 1892 Nr. 4, eine Abhandlung veröffentlicht, deren wesentlichen Inhalt wir nachstehend folgen lassen.

„Die meisten Einrichtungen dieser Art verfolgen das Princip, den frischen Brennstoff gleichmässig und regelmässig über die ganze Rostfläche hinwegzustreuen, und es bedarf keiner weiteren Erörterung; dass man durch eine praktische Verwirklichung dieses Principes den für eine vollkommene Verbrennung maassgebenden Grundbedingungen ausserordentlich nahe zu kommen vermag. Dass die mechanischen Rostbeschicker bei uns bisher so wenig Verbreitung gefunden haben, dürfte in erster Linie dem Umstände zuzuschreiben sein, dass die meisten dieser Apparate den gehegten Erwartungen nicht entsprochen haben, indem sie nicht im Stande waren, das Brennmaterial gleichmässig genug über die Rostfläche hinwegzustreuen; es entstanden auf diese Weise freie Stellen auf dem Roste, durch welche die Luft ungehindert in grossen Mengen hindurchstreichen konnte, wodurch der Wirkungsgrad der Feuerung sehr geschmälert werden musste.

Nicht unbedeutend fällt ferner ins Gewicht, dass diese Apparate zu viele bewegliche Theile besitzen, wodurch sie leicht versagen können.

Immerhin verdienen dieselben, dass ihnen auch bei uns ein grösseres Interesse entgegengebracht werde, und wir bezweifeln nicht, dass sie über kurz oder lang weitere Verbreitung im Dampfkesselbetriebe finden werden.

Wir glauben daher im Interesse der Leser dieses Blattes zu handeln, wenn wir einen Apparat dieser Art einer näheren Erörterung unterziehen und die Versuchsergebnisse mittheilen, welche von uns und von anderer berufener Seite an einigen damit ausgerüsteten Dampfkesselanlagen erzielt worden sind.

Es ist dieses der mechanische Rostbeschicker, welcher von der Firma Münchner und Co. in Bautzen i. S. ausgeführt wird.

Der Apparat wird an der Stirnwand des Kessel- oder Feuerraumes befestigt und besteht im Wesentlichen aus einer Schaufel, welche, durch eine Feder in Bewegung gesetzt, die Kohle auf den Rost wirft.

Die Kohle wird in den darüber befindlichen Rumpf geworfen, von wo sie zunächst in den Vertheilungskasten gelangt. Die Vertheilung wird durch ein Rührwerk bewirkt,