Text-Bild-Ansicht Band 291

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durch welchen die Wurf kraft der Schaufel bestimmt ist, zu verändern, ist daher nur nöthig, die Achsenentfernung grösser oder kleiner zu machen. Zu diesem Zwecke ist die Scheibe a in einem Hebel g h gelagert, der in g aufgehängt ist und durch eine in h angreifende Stange eine schwingende Bewegung erhält, so dass sich die Achsen a und b einander nähern und wieder entfernen. Der Geschwindigkeitsunterschied der Schaufel i bei einer Umdrehung wird dementsprechend in den auf einander folgenden Umdrehungen ab- und zunehmen, in gleichem Sinne also auch die Wurf kraft der Schaufel. Da alle Bewegungen aber stetig erfolgen, so können alle Punkte einer Fläche durch diese Bewegung der Schaufel mit Kohle beworfen werden.

Textabbildung Bd. 291, S. 276
Fig. 116 gibt ein Bild von der Anordnung des Schaufelapparates an einem Kessel. Vor der Schaufel ist eine kreuzförmige Walze gelagert, durch deren Drehung der ersteren Kohle zugeführt wird. Die Bewegung dieser Walze erfolgt mittels Sperrrades und kann durch Verstellung einer Schraube vergrössert oder vermindert werden, so dass die Menge der Kohle, welche durch die Schaufel auf den Rost geworfen wird, dem Dampfverbrauche genau angepasst werden kann.

Textabbildung Bd. 291, S. 276
Um den Rost auch mit der Hand bedienen bezieh. abschlacken zu können, ist die vordere Wand des Fülltrichters zum Umklappen eingerichtet.

Der Apparat, welcher sich an die gewöhnliche Feuerungsthüröffnung des Kessels anschliesst und bei jedem Kesselsystem Verwendung finden kann, steht auf Rädern, so dass derselbe, wenn erforderlich, bei Seite geschoben werden kann.

Dieser Feuerungsapparat der Maschinenfabrik Otto Ruppert in Chemnitz ist bis jetzt an zwei Anlagen zur Anwendung gekommen. An einer derselben hat der Berichterstatter Untersuchungen anstellen können und eine gute Verbrennung bei hohem Kohlensäuregehalt (12 Proc.) in den Gasen gefunden.

Bei der automatischen Beschickungsvorrichtung für Feuerroste von Carl Tauer in Warnsdorf, Böhmen (D. R. P. Nr. 69356), Fig. 117, gelangt das Brennmaterial aus dem Einwurftrichter in den Behälter c, in welchem sich die auf der Welle d befestigten Schaufeln e drehen. Diese erfassen das in c fallende Brennmaterial und werfen es durch die Oeffnung i1 auf den Rost. Die verstellbare Klappe q regulirt die Wurfweite. Eine der drei Schaufeln ist so gebogen, dass sie das Brennmaterial in gerader Richtung fortschleudert, d.h. auf die Mitte des Rostes. Schaufel e ist an ihrem Ende so gewunden, dass das von ihr fortgeschleuderte Brennmaterial die linke Seite des Rostes beschickt, und Schaufel f wirft die Kohle auf die rechte Rostseite.

Wir geben nachstehend noch einige Mittheilungen und Angaben der Quelle von bemerkenswerthen Kesselfeuerungen:

1) Die Acme, rauch verzehren de Feuerung, Beschreibung und Zeichnung in Industries vom 11. November 1892.

2) Englisches Patent Nr. 15 204 vom 24. August 1892, rauchverzehrende Feuerung von Boyes, Heaton und Consorten.

3) Hutchinson's Dampfgebläse zur Verhinderung des Rauches bei Locomotiven, Zeichnung und Beschreibung in Engineering News vom 4. April 1891.

4) Oelfeuerung für unterseeische Schiffe von Fraissinet et Cie. in Marseilles, Zeichnung und Beschreibung in Industries vom 3. April 1891.

5) Lancashire-Kessel mit Feuerung von Beesley and Wright in Liverpool, Zeichnung und Beschreibung in Industries and Iron vom 17. November 1893, ebenso in Engineer vom 10. November 1893.

6) Mittheilungen über Marinekessel enthält auch der Jahrgang 1893 von Industries and Iron in den August- und September-Nummern, jedoch sind diese Kessel ihrem Wesen nach in unserem Journale bereits besprochen.

7) Ausführliche Zeichnung und Beschreibung einer Kesselfeuerung nach Dulac, und zwar in zwei Ausführungen, für die unmittelbare Feuerung eines Engröhrenkessels und als Vorfeuerung eines Grosswasserraumkessels mit Feuerrohr; enthält Revue industrielle vom 15. Juli 1893.

Elektrische Locomotiven.

Mit Abbildungen.

Die Anwendung des elektrischen Stromes als Triebkraft für Fahrzeuge besteht seit dem Jahre 1879, in welchem Werner v. Siemens auf der Berliner Gewerbeausstellung seine erste kleine elektrische Bahn vorführte, der im J. 1881 die Strassenbahn in Lichterfelde bei Berlin folgte. Seit jener Zeit hat man die elektrische Zugkraft für Förderungen aller Art angewendet, und zwar sowohl zum Ersatz für Zugthiere, als auch an Stelle von Dampf kraft. Namentlich in Amerika nahm der elektrische Strassenbahnbetrieb einen bedeutenden Aufschwung, wie denn nach Revue industrielle zur Zeit in diesem Lande mehr als 300 derartige Bahnen in Betrieb sein sollen. Doch nicht allein Strassenbahnen zu ebener Erde, sondern auch erhöhte und unterirdische Stadtbahnen, Grubenbahnen, Omnibuswagen u. dgl. wurden im Laufe der Zeit, wie auch kleinere Boote bis zu etwa 60 Personen, elektrisch betrieben und ferner statt der Drahtseilbahnen zur Förderung von Material,