Text-Bild-Ansicht Band 291

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der Furchenscheibe S gedrückt wird, sich dadurch hinter einen der 12 Zähne S1 am Umfange von S legt und letztere festhält. Die Lösung des Stiftes k erfolgt durch die Abschrägungen an den beiden Zeigern O und L. Da die Räder Q und Z je 96 Zähne haben und ihre Umdrehung in 24 Stunden erfolgt, so entspricht der Abstand zweier Zähnchen dem Zeitraume von ¼ Stunde. Stellt man nun den Zeiger O z.B. auf 5¾ und L auf die dahinter liegende 31/2 ein, so wird die Abschrägung vorn an O den Stift k mehr und mehr zurückdrücken und ihn um 5¾ Uhr über S1 hinausgeschoben haben, so dass nun S durch die Spiralfeder D gedreht wird und die Oeffnung des Hahnes H erfolgt. Da sich aber der Stift k1 an die Scheibe S, und zwar zwischen zwei Zähne S1 derselben legt, so verhindert er die weitere Drehung der Furchenscheibe S so lange, bis k wieder hinter den nächsten Zahn S1 gekommen ist. Auf diese Weise kann sich S nur um 1/12 drehen. Bei der dadurch erfolgten Drehung des Ankers A von links nach rechts tritt zwischen den auf dem Anker A und der Gasleitung V isolirt befestigten Contacten a und v eine Berührung und damit der Stromschluss bezieh. das Ueberspringen des Funkens und die Entzündung des Gases ein. Das Brennen desselben dauert so lange, bis durch die Abschrägung am vorderen Ende des Zeigers L der Stift k wieder zurückgedrängt, dadurch die Scheibe S gelöst, durch die Feder D um 1/12 gedreht, der Anker oben nach links geschoben und der Hahn geschlossen wird.

Textabbildung Bd. 291, S. 293
Als Erfindung bezeichnen die Ansprüche Folgendes:

Patentansprüche: 1) Eine Vorrichtung zum Anzünden und Auslöschen von Gaslaternen, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die Spiralfeder D bethätigte und durch den Stift k des federnden Hebels K an ihren Zähnen S1 gehemmte Scheibe S im Augenblicke des Anzündens und Erlöschens von durch ein im Gehäuse G befindliches Gangwerk W getriebenen Zeigern O und L ausgelöst wird, wodurch dem Anker A mittels der in der Scheibe S befindlichen Sternnuth, in welcher der Zapfen A2 des Ankers gleitet, eine Schwingung um seinen Drehpunkt A nach rechts oder links ertheilt wird, die, mittels Zapfens A1 auf H1 übertragen, ein Oeffnen oder Schliessen des Hahnes H bewirkt, wobei im ersteren Falle durch Berührung der am Anker A und der Gasleitung angebrachten Contacte a und v der durch ein galvanisches Element erzeugte Strom zu den am Brennerhahn befindlichen Spitzen geführt und dadurch das ausströmende Gas entzündet wird, während im zweiten Falle durch das Schliessen des Hahnes ein Erlöschen der Flamme stattfindet.

2) An der durch Anspruch 1 gekennzeichneten Vorrichtung das für sich zu dem Betriebsrade R auf seinem Zapfen P verstellbare Zifferblatt Z, welches mit dem Zeiger L durch einen am letzteren befindlichen Zahn und durch den in die Zähne des Zifferblattes Z und des Rades Q eingreifenden Zahn des Zeigers O mit dem Rade Q derart verkuppelt ist, dass es mit den beiden Zeigern L und O die Drehung des Rades Q, welche letzterem vom Getriebe R aus ertheilt wird, mitmacht.

3) An der durch Anspruch 1 gekennzeichneten Einrichtung ein über das Gasrohr geschobenes ringförmiges Trockenelement E zur Erzeugung des zündenden Funkens.

Ganz naturgemäss hat für die sogen. Fernzünder der elektrische Strom fast alleinige Verwendung gefunden. Die Möglichkeit, durch Stromschluss in beliebiger Weise Elektromagnete bilden, durch Stromunterbrechung jedoch die magnetische Wirkung wieder aufheben zu können, gibt ja zweifellos ein bequemes Mittel an die Hand, Gasabschlussorgane von beliebigen Stellen aus je nach Bedarf zu öffnen oder zu schliessen. Der Gasanzünder (D. R. P. Nr. 66732) von Gustav Görldt in Kitzingen a. M. zeigt eine Verwendungsweise der Elektromagnete zu dem angedeuteten Zweck (Fig. 7 bis 9). Die Drahtspulen D stehen durch die Klemmen h i, die Drahtspule C dagegen steht durch die Klemmen g i mit der elektrischen Stromleitung in Verbindung. Erfolgt der Stromschluss in der Weise, dass der Strom durch D geht, so wird der für gewöhnlich durch die Feder f hochgedrückte Anker e angezogen, welcher unter die Nase b des Ankers a schnappt und die in Quecksilber eintauchende Glocke F sammt Ventil E niederdrückt, so dass Gas nach q und durch den hohlen Bügel H zum Brenner O gelangen kann. Soll ein Schluss des Ventils E erfolgen, so wird der Strom durch die Spule C geleitet; Anker a wird in Folge dessen angezogen und gibt Anker e frei, welcher durch f hochgedrückt wird, so dass die Feder d das Ventil E zu schliessen vermag.

Zur Zündung selbst lässt sich entweder eine Gaszündflamme verwenden oder es werden Drähte m l angeordnet, welche durch Säulen K L, Drähte und Klemmen k i mit der elektrischen Leitung verbunden sind, so dass ein Stromschluss eine Funkenbildung zwischen m und l und somit die Entzündung des Gases verursacht.

Textabbildung Bd. 291, S. 293
Um die einzelnen Manipulationen, das Oeffnen und Schliessen des Gashahns, und das Entzünden des Gases vornehmen zu können, ist die in Fig. 9 veranschaulichte Anordnung vorgeschlagen worden. Darin bezeichnen C und D die Elektromagnete, h i g k die Klemmen, S die Batterie, N einen Funkeninductor. Durch Drehen der Kurbel n auf die Sectoren I, II oder III lässt sich der Stromschluss entweder für C oder für den primären Stromkreis des Inductors N oder aber für die Elektromagnete D herstellen. Der sich bildende secundäre Strom des Funkeninductors wird durch die entsprechende Leitung zur Klemme k