Text-Bild-Ansicht Band 291

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und nur das Hahnküken behufs Abschlusses der Gasleitung dreht.

Die elektrische Zünd- und Löschvorrichtung für Gaslampen der Firma Actiebolaget Hermes in Stockholm (D. R. P. Nr. 72775) hat einen ähnlichen, durch den elektrischen Strom beeinflussten Apparat zum Gegenstande, wenn auch hierbei als neu der Gedanke auftritt, die bei jeder Drehung des Regelungshahns stattfindende präcise Einstellung desselben für die Offen- bezieh. Schlusstellung durch eine passende Arretirung des Sperrades zu veranlassen. Die Einrichtung ist folgendermaassen getroffen.

Textabbildung Bd. 291, S. 295
Ein am Brennerrohr drehbarer, im Ruhezustand wegen seines Eigengewichtes nach abwärts gerichteter Anker A (Fig. 12) wird bei Stromschluss vom Elektromagneten B angezogen. Ein Arm des Ankers trägt nun eine Klinke D, welche durch Einwirkung auf die Zähne des Sperrrades C das letztere und somit auch den Gashahn verstellt; hierbei wird D von der Feder F in die Verzahnung von C gedrückt. Die Bohrungen des Gashahns und die Zähne des Sperrades C sind in der bekannten Weise derart zu einander gestellt, dass bei jeder durch die Klinke D erfolgenden Verstellung von C abwechselnd eine Offen- und eine Schlusstellung des Gashahns hergestellt wird. Bei seiner Aufwärtsbewegung hebt Anker A ausserdem den Stift a vom Contact b, so dass die Zündfunkenbildung vor sich geht.

Damit das Gashahnküken nicht weiter bewegt werde, als es jeweilig gewünscht wird, ist am Anker die aus dem Arm E (Fig. 12 und 13) bestehende Hemmvorrichtung angebracht. Bei der Aufwärtsbewegung des Ankers greift das hakenförmig nach dem Brennerrohr zu gebogene Ende dieses Armes E über einen der Zähne des Sperrades C. Dadurch wird das Rad C und folglich auch das Gashahnküken von dem Arm E gesperrt. Die Zähne von C sind zwecks genauen Eingriffs mit E nach Kreisbögen gestaltet, welche den Abstand des abgebogenen Theiles des Armes E vom Ankerdrehpunkt zum Radius haben. Auf diese Hemmvorrichtung beschränkt sich folgender

Textabbildung Bd. 291, S. 295
Patentanspruch: Bei elektrischen Zünd- und Löschvorrichtungen für Gas- und Gasglühlichtlampen, bei denen durch Elektromagnetwirkung gleichzeitig der Zündcontact Gaszünder der bethätigt und das Gashahnküken geöffnet bezieh. geschlossen wird, die Anordnung einer Hemmvorrichtung E F, welche das mit dem Hahnküken verbundene Transportrad nach beiden Richtungen hin sperrt, und eines mit dem Anker sich bewegenden Armes E, der im Verein mit einer auf dem Transportrad des Hahnkükens schleifenden Feder F dieses Transportrad nach jedesmaligem Vorschub nach beiden Richtungen hin sperrt, zum Zweck, eine fehlerhafte Einstellung des Hahnkükens zu vermeiden.

An dieser Stelle mögen auch ein paar andere Gaszündvorrichtungen skizzirt werden, welche sich gleichfalls der Elektricität bedienen; zwar bezwecken sie weder eine selbsthätig zu vorausbestimmter Zeit erfolgende, noch eine von einem beliebigen Ort aus zu bewirkende Zündung, wohl aber erscheinen sie geeignet, wegen ihrer einfachen Handhabung die zum Anstecken einer jeden Lampe erforderliche Zeit erheblich abzukürzen.

Es ist zunächst die als Zusatz zu Patent Nr. 56403 geschützte Vorrichtung zum Anzünden und Auslöschen von Gasflammen mittels Elektricität von Albert Silbermann in Berlin (D. R. P. Nr. 67172) erwähnenswerth, welche folgendermaassen wirkt:

An dem Brennkörper B (Fig. 14) ist ein winkelartiges Metallstück b befestigt, welches eine dem Schlitten d als Führung dienende Schiene D trägt. An dem Schlitten d ist ein Doppeldraht E fest, welcher einerseits zwecks Befestigung von Zugschnüren in zwei Oesen endigt, andererseits aber mit dem Hebelarm G des Gashahns F verbunden ist. Unterhalb der Schiene D sitzen ferner auf einem Isolirstück l zwei Messingwinkel g g1 von denen der Contact g mit einem durch den Metallkörper b zwar gehaltenen, von diesem jedoch isolirten Draht c in Verbindung steht, während der Contact g1 den gleichfalls von b gehaltenen und mit diesem Träger leitend verbundenen Draht c1 aufnimmt. Wird nun der Schlitten d und mit ihm Arm E nach links bewegt, so öffnet Hebel G den Gashahn F; eine an dem Hahnküken sitzende Hartgumminase i drückt bei der Drehung die Feder h an das Messingstück g1, so dass der Strom durch die Contacte g g1, Drähte c c1 und den die letzteren verbindenden Platindraht e circuliren kann. Beim Anfang des Gasausflusses beginnt auch der Platindraht e zu glühen; die Entzündung ist erfolgt und der Strom unterbrochen, wenn der Gashahn ganz geöffnet ist.

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Patentanspruch: Eine Abänderung der im Hauptpatent Nr. 56403 geschützten Vorrichtung zum Anzünden und Auslöschen von Gasflammen, darin bestehend; dass an Stelle des Schlagfeuerzeuges ein elektrischer Contact Verwendung findet, der bei der das Oeffnen und Schliessen des Gashahns F bewirkenden Bewegung des in der Gradführung D laufenden Schlittens d ebenfalls geschlossen wird und durch Glühdraht oder Funken die Anzündung des Gases bewirkt.

In der elektrischen Gasanzündevorrichtung von Johann Stegmeier und Adolf Geyer in Schwab. Gmünd (D. R. P. Nr. 72746) ist es beabsichtigt, die elektrischen Contacte möglichst vor dem zerstörenden Einfluss der Leuchtflamme zu schützen, insbesondere aber auch eine geeignete Zündvorrichtung für Gasglühlichtbrenner zu liefern. Die Zündung erfolgt deshalb nicht direct durch den elektrischen Funken, sondern es wird ein kleineres Quantum Gas entzündet, welches die Zündung dann weiter vollführt.

Die Abbildung Fig. 15 zeigt eine Ausführung für Gasglühlichtbrenner a, um welchen eine Hülse b mit Hilfe des Griffes b2 um etwa ⅕ seines Umfangs drehbar ist. Die Zeichnung zeigt die Hülse in der Mittelstellung, in welcher Gas aus dem Brenner a in eine an der Hülse b angeordnete Kammer b1 gelangen kann. Bei Drehung der Hülse streift nun diese Kammer b1 an einem Contact c vorbei, so dass der sich bildende Funke – eine elektrische Leitung ist einerseits mit c, andererseits mit dem Brenner verbunden – die in b1 befindliche Gasmenge entzündet