Text-Bild-Ansicht Band 291

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und die Flamme sich nach a überträgt; bei weiterer Drehung von b wird die Verbindung von b1 und a wieder aufgehoben. Für Strassenlaternen ist die Einrichtung in der Weise getroffen, dass ein durch Gewicht p nach unten gehaltener Hebel l an dem einen Arm ein Zahnsegment m trägt, welches in das an Hülse b feste Segment n eingreift. Im Boden der Laterne ist ein Metallstück k isolirt eingesetzt und mit diesem durch Draht o der Contact c verbunden. Der Laternenanstecker trägt nun eine Batterie bei sich, von welcher der eine Leitungsdraht d zum mittleren Metallstift g des Zündstockes f, der andere Draht e dagegen zur Metallhülse h führt. Nach Oeffnung des Gashahns, was mit Hilfe des Hakens q des Zündstocks geschehen kann, wird der Zündstock f derart in den Laternenboden eingeführt, dass die Hülse h am Metallstück k gleitet, während der Stift g den Hebel l hochdrückt und dadurch die Brennerhülse b dreht. Die Funkenbildung in b1 wird dadurch erzeugt, dass der Strom einerseits durch d g l m n b b1, andererseits durch e h k o c läuft. Den Arbeitsvorgang schildern auch die folgenden Patentansprüche:

1) Elektrische Gasanzündevorrichtung, gekennzeichnet durch einen Contactschieber b b1 der auf seinem Wege an einer Contactbürste c Funken erzeugt und für diesen Moment einen Kanal frei gibt, durch welchen das Gas dem Contact zuströmt, sich hier entzündet und eine bis zur Brennermündung sich erstreckende Zündflamme bildet.

Textabbildung Bd. 291, S. 296
2) Zur Bethätigung der unter 1 gekennzeichneten Einrichtung ein mit dem Stromgeber durch Leitungsschnüre verbundener Zündstock f, dessen Kern g durch Vermittelung der beweglichen Theile l m n dem Contactschieber b b1 Strom und Bewegung ertheilt, während die Hülse des Zündstocks h als Führung innerhalb des Mundstücks k dient und Strom zur Contactbürste c sendet.

Als letzte in der Reihe erscheint uns die elektrische Zündvorrichtung für Gasintensivlampen von Albert Friedländer in Berlin (D. R. P. Nr. 72941) erwähnenswerth, welche, wie es schon ihre Bezeichnung zum Ausdruck bringt, besonders für Regenerativ- bezieh. Intensivgaslampen Verwendung finden soll. Zur Benutzung gelangt hierbei ein nach Clark's System eingerichteter Gasanzünder a (Fig. 16), welcher in dem hohlen Ebonitgriff a2 eine Influenzelektrisirmaschine enthält, die durch Druck auf den von einer Feder nach aussen gehaltenen Knopf a1 in Drehung versetzt wird. Die zu entzündende Lampe besitzt nun den Hauptgashahn A und den Zündflammengashahn B, an welchem einerseits der Zünder e, andererseits in einer Hülse p isolirt der Hebel b angebracht ist. Der Lampenschirm (Fig. 17) selbst trägt mittels Isolirstückes q die vor die Ausströmungsöffnung des Zündrohres e führenden Leitungsdrähte c d. Wird nun der Hebel b mit dem gekrümmten Ende des Anzünders a erfasst und in die punktirte Stellung (Fig. 17) gebracht, so dass b den Theil c berührt, gleichzeitig aber Knopf a1 niedergedrückt, so wird Zündflammenhahn B geöffnet und das ausströmende Gas durch den zwischen d und e sich bildenden elektrischen Funken entzündet, da eine Zuleitung von a über c nach d, eine Rückleitung aber durch e B zur Erde stattfindet. Die zwar einfache, aber praktische Vorrichtung wird durch folgenden Patentanspruch geschützt:

Textabbildung Bd. 291, S. 296
Patentanspruch: Elektrische Zündvorrichtung für Gasintensivlampen, gekennzeichnet durch eine am Lampengehäuse isolirt angebrachte Contactfeder c in Verbindung mit der Leitung d, von welcher der Funkenstrom zur Zündung der Stichflamme (bei e) überspringt, wenn der vom Lampengestell isolirte Stellarm b des Hilfshahnes B mittels des gleichzeitig bethätigten elektrischen Anzünders a zur Berührung mit jener Contactfeder c zeitweise herabgesenkt wird.

Wilh. Gentsch.

Ueber Fortschritte in der Spiritusfabrikation.

(Patentklasse 6. Schluss des Berichtes S. 282 d. Bd.)

Ueber die Zusammensetzung des Stärkezuckers macht Saare in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 16 Ergänzungsheft S. 14, Mittheilungen. Die frühere Annahme, dass der Stärkezucker nur aus Dextrose und Dextrin bestehe, ist unhaltbar geworden durch die Untersuchung von Schmidt und Cobenzl, welche in den unvergährbaren Bestandtheilen des Stärkezuckers das Gallisin auffanden, sowie durch die Untersuchung von Scheibler und Mittelmeier, welche feststellten, dass das Gallisin kein einheitlicher Körper ist. Danach muss man jetzt annehmen, dass der Stärkezucker besteht aus Dextrose, Isomaltose, Dextrin und vielleicht auch Maltose. Das Mengenverhältniss dieser Körper hat sich aber bis jetzt noch nicht mit Sicherheit feststellen lassen, doch glaubt Saare, dass es möglich sein wird, durch das verschiedene Verhalten der einzelnen Zuckerarten gegen verschiedene Hefearten, bezüglich ihrer Vergährbarkeit, hierüber Aufschluss zu erhalten.