Text-Bild-Ansicht Band 286

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Die Stange U ist an ihrem Ende mit einem Haken versehen, gegen welchen das Reifentreiberkopfstück bei seinem Rückgange stösst. Die Stange wird dadurch mitgenommen und zieht das Daubenführungskopfstück zurück, bis das Ende derselben gegen einen an dem Seitenrahmen befestigten schrägen Anschlag v stösst, welcher die Stange mit dem Kopfstücke ausser Eingriff bringt. Eine weitere Rückwärtsbewegung des Daubenführungskopfstückes wird dadurch verhindert.

Die Arbeitsweise der Maschine ist wie folgt.

Wenn die Segmente der Daubenführungskopfstücke sich in ihrer äussersten Stellung befinden und die Reifentreiberkopfstücke soweit wie möglich zurückgeschoben sind, werden die Dauben eine nach der anderen in die Oeffnung des äusseren Randes des Kopfstückes T) eingeführt. Wenn die volle Anzahl der Dauben, welche zur Bildung eines Fasses erforderlich ist, dann in die Maschine eingeführt ist, setzt der die Maschine bedienende Arbeiter die Maschine in Bewegung, wodurch die Reifentreiber gegen einander bewegt werden. Der mit den Reifentreibern vorwärts bewegte Anschlag I kommt zuerst mit dem Daumen i der Welle H2 in Berührung und hebt diesen hoch, so dass der Welle H2 eine Drehung ertheilt wird. Diese Drehung wird mittels der Kurbel H auf die Welle E2 und die Nabe E1 übertragen, wodurch die Segmente E der Welle E2 genähert und die Dauben gegen die Fassböden gepresst werden, welche vorher schon an ihren Platz gebracht worden sind. Die Reifentreiber setzen dann ihre Vorwärtsbewegung fort und treiben die Reifen auf das Fass. Sind die Reifen ganz auf das Fass getrieben und haben die ihnen bestimmte Stelle eingenommen, so wechseln die Reifentreiber ihre Bewegungsrichtung und nehmen ihre Anfangsstellung wieder ein. Der Daumen i wird von dem Anschlage I nicht mehr beeinflusst, und das Daubenführungskopfstück kann sich wieder erweitern. Dann wird der Haken der Stange U von dem zurückgehenden Reifentreiberkopfstücke erfasst, und die Daubenführungskopfstücke werden mittels Kniehebel zurückgezogen, so dass das fertige Fass aus der Maschine herausfällt. Bei der weiteren Bewegung stösst die Stange U gegen den konischen Anschlag v und wird durch diesen von dem Kopfstücke L frei gemacht, worauf die Federn z in Wirkung treten und die Daubenführungskopfstücke wieder in ihre Anfangsstellung zurückbringen.

Die Daubenführungskopfstücke werden zweckmässiger Weise mit einer Vorrichtung versehen, welche die Luft aus dem Theile D absaugt, so dass die auf dem Kopfstücke angebrachten Bodenstücke durch den äusseren Luftdruck an ihrer Stelle gehalten werden.

(Fortsetzung folgt.)

Die Reinigung der Speisewasser für Dampfkessel.1)

Mit Abbildungen.

Ueber die Ergebnisse mit den neueren Verfahren zur Reinigung der Dampfkesselspeisewasser macht die Zeitschrift der Kessel-Ueberwachungs-Vereine in Nr. 11 des Jahrgangs 1891 bemerkenswerthe Mittheilungen aus dem Vortrage des Oberingenieurs Betke in Stettin, welcher im Auftrage des Vereins über die Reinigungsfrage bei den Mitgliedern Erkundigungen eingezogen hatte. Aus den Eingängen ergibt sich, dass 1400 oder 5½ Proc. der in Frage stehenden Kessel mit auf chemischem, 130 oder ½ Proc. derselben mit auf mechanischem Wege vor dem Speisen gereinigtem Wasser versorgt werden; bei 150 oder 0,6 Proc. der Kessel wird ein Weichmachen des Wassers im Kessel bei Verwendung besonderer Apparate erzielt, welche bei Umlauf des Kesselwassers die in Schlammform ausgeschiedenen Steinbildner während des Betriebes selbsthätig durch Ansammlung in Schlammfängern ausserhalb des Kessels zu entfernen suchen. Bei 3800 oder 15 Proc. der Kessel endlich wird ein Weichmachen durch alleinige Anwendung geeigneter Chemikalien, als Kalk und Soda, sowie bei ganz weichem Wasser Cachou, und, glücklicher Weise immer seltener auch durch Anwendung dieses oder jenes Universal-Kesselsteingegenmittels, im Kessel selbst angestrebt.

Die zur Verwendung gelangenden Verfahren zur Reinigung des Wassers vor dem Speisen mittels Chemikalien zerfallen in solche, welche die ausgeschiedenen Steinbildner sich absetzen lassen – die Satzmethode – und andere, bei denen sie durch Filtration zu entfernen gesucht werden – die Filtrirmethode.

Bei rund 640 Kesseln oder 40 Proc. der so gespeisten Kessel wurden offene Absatzgefässe benutzt, in denen mittels Chemikalien unter Anwendung von Wärme und eines Dampfstrahlgebläses die Steinbildner ausgeschieden wurden, bei rund 280 oder 20 Proc. dieser Kessel die Dehne'sche Einrichtung mit Filterpresse, bei rund 250 oder 18 Proc. der Apparat der Maschinenfabrik Humboldt2), System Gaillet, bei 61 oder 4,5 Proc. dieser Kessel die Reinigungsbatterie, System Bohlig und Heyne, bei 54 oder 4 Proc. dieser Kessel der Dervaux'sche Säulenapparat neuer Construction, bei den übrigen 255 dieser Kessel die Verfahren Berenger-Stingl, Reuchling, Hohenzollern, Klein, Schanzlin und Becher, Reinicke; endlich wurden in einzelnen Fällen offene Gefässe benutzt, in welchen mittels Chlorbarium und Soda die Steinbildner gefällt werden.

Zur Reinigung des Wassers im Kessel selbst und zur selbsthätigen Entfernung des Schlammes aus demselben dient bei 105 oder 70 Proc. dieser 150 Kessel der Dervaux-Apparat mit Schlammfänger, bei 40 oder 26,7 Proc. der Apparat von Schröter und endlich bei den übrigen 5 Kesseln der Apparat von Grimme, Natalis und Co.3); während die mechanische Reinigung des Speisewassers für 130 Kessel durch Kies- und Schwammfilter vorgenommen wurde.

Die Kesselbesitzer sind im Allgemeinen mit der Wirksamkeit ihrer Reinigungsverfahren zufrieden, vereinzelt kommt auch das Gegentheil vor und mancher Apparat musste als ungeeignet wieder entfernt werden; das Urtheil der Kesselrevisoren lautet dagegen vielfach minder günstig; nach ihnen ist es rathsam, dort, wo genügend Platz vorhanden ist, offene Wassergefässe mit einem Dampfstrahlgebläse aufzustellen, in welchen mittels der geeigneten Chemikalien die Weichmachung des Wassers mindestens so vollkommen erreicht würde, als mit dem heutigen besten selbsthätigen Apparate, im anderen Falle aber sich des Humboldt, Dehne (1889 274 117), Dervaux-Säulenapparates und bei kleinen Kesselanlagen endlich sich des Circulations-

1)

Vgl. 1890 275 * 364. 412. * 549.

2)

1890 275 * 412.

3)

1890 275 * 551.