Text-Bild-Ansicht Band 286

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durch die Röhren in die Schlammsammler K, aus denen er von Zeit zu Zeit abgelassen wird. Um etwa vom Wasser noch weiter mit fortgeführten sehr leichten Schlamm auch abzuscheiden, fliesst das Wasser schliesslich noch durch einen mit Holzwolle oder Hobelspänen gefüllten Filterraum L, der auch die feinsten Theile zurückhält, so dass das Wasser klar in den Reinwasserbehälter abfliesst.

Nach einmal erfolgter Einstellung der Regulirhähne arbeitet der Apparat selbsthätig und beschränkt sich die Bedienung darauf, täglich einmal die Sodalauge anzurichten, alle 2 bis 3 Tage etwas Kalk nachzufüllen und den Schlamm abzulassen, sowie bei veränderlichem Wasser dann und wann die Reinheit des fertigen Wassers zu prüfen. Diese Controle bewirkt man durch Titriren mittels Seifenlösung. Die erforderliche Einrichtung wird von dem Fabrikanten mitgeliefert.

Textabbildung Bd. 286, S. 176
Die hier gebildete Kalkmilch fliesst dann über eine Scheidewand in den Ablagerungsraum C, in dem der ungelöste Kalk zu Boden sinkt, so dass reines Kalkwasser nach oben gelangt. Da das Wasser ziemlich genau 1 g Calciumoxyd in 1 l auflöst, so liefert der Kalkbereiter stets eine Flüssigkeit von bestimmter chemischer Wirkung. Beide Flüssigkeiten gelangen nun durch ein Schwimmerventil und ein Ueberlaufrohr nach dem Regulirgehäuse D.

Das rohe Wasser tritt aus einem Hochbassin oder einer Leitung ebenfalls durch ein Schwimmerventil, welches in dem kleinen Zwischengefäss eine constante Druckhöhe herstellt, nach dem Regulirgehäuse.

Das Regulirgehäuse, in welches alle drei Flüssigkeiten münden, hat für jede derselben einen Hahn, der so construirt ist, dass er für die durchzulassende Flüssigkeitsmenge genau eingestellt werden kann, so wie sie nach der Analyse für die Reinigung erforderlich sind. Die Ausflussöffnungen werden ausserdem noch durch Ventile, die von einem im Reinwasserbehälter E befindlichen Schwimmer bewegt werden, je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen.

Das beim Ausfluss aus dem Regulirgehäuse D entstehende Gemisch von Wasser und Kalklauge fliesst durch den Vorwärmer über ein System wagerechter Bleche nach unten, während der Abdampf den entgegengesetzten Weg nimmt und sowohl durch die Beheizung der dünnen Wasserschichten auf den Blechen, wie durch Durchdringen der in dünne Strahlen zertheilten Fälle das Wasser auf die Siedetemperatur erhitzt. Hierbei werden durch das Rohr G der kohlensaure Kalk und die Magnesia gefällt. Beim Verlassen des Vorwärmers mischt das kochende Wasser sich mit der hier zugeführten Sodalauge; es erfolgt die Fällung des schwefelsauren Kalkes, womit der chemische Theil des Verfahrens beendet ist.

Maignen's Speisewasserreiniger (D. R. P. Nr. 54037), Fig. 5, ist in The Engineer vom 22. August 1890 beschrieben und abgebildet. Der aus drei Behältern bestehende Apparat liefert in der Stunde 500 Gallonen reines Wasser. Das zu reinigende Wasser hat 36 englische Härtegrade und enthält nebenher eine Menge erdiger Theile. Nach der Reinigung hat das Wasser noch 6 bis 7 Härtegrade, ist krystallhell und frei von Verunreinigungen. Die Behälter fassen annähernd 1200 Gallonen (5,5 cbm). Das Wasser bewegt sich durch einen trichterförmigen inneren Theil nach unten und steigt an der Aussenwand in die Höhe, um den zweiten Behälter in derselben Weise zu durchstreichen. Im dritten Behälter ist die Bewegungsrichtung umgekehrt und steigt hier das Wasser durch den inneren Konus nach oben. Dieser Konus ist mit flachen Schalen und schräg angebrachten Schlammfängern versehen. Zur vollständigen Entfernung des Schlammes ist noch eine besondere Filtrirvorrichtung angebracht, die aus Asbestgewebe, das über Holzrahmen gespannt ist, gebildet ist. Dieser Reinigungsapparat ist ebenfalls vollständig selbsthätig. Die zugeleiteten Wasser setzen ein kleines Wasserrad in Bewegung, von dem aus mittels konischer Räder eine Rührvorrichtung bethätigt wird, die das Reinigungsmittel in den einströmenden Wasserstrahl befördert.

Einige Apparate, die auf kleineren Betrieb berechnet sind, wollen wir wenigstens erwähnen. Im American Machinist vom 28. Juli 1888 wird ein Apparat zum gleichzeitigen Vorwärmen und Reinigen des Wassers beschrieben.

Ferner sei noch auf das D. R. P. Nr. 54058 von C. Kleyer in Karlsruhe aufmerksam gemacht. Der Reinigungsapparat besteht aus zwei Flüssigkeitsbehältern, die mit Dampf heizbar sind. Das Filtriren wird durch eine Koksschicht bewirkt.

The Engineer vom 26. Februar 1892 beschreibt an der Hand eingehender Abbildungen Edmiston's Speisewasserfilter.

Bezüglich des Betriebes der Sodareinigungsverfahren ist es zu empfehlen, das gereinigte Wasser bald zu verwenden, wie aus Nachstehendem hervorgeht:

Angeregt durch die Beobachtung, dass bei Wassererweichungseinrichtungen die Härte des in den Klärapparaten verweilenden erweichten Wassers allmählich zunimmt, wenn der Betrieb gelegentlich auf längere Zeit