Text-Bild-Ansicht Band 286

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Eisenblechdeckeln verschlossen (Fig. 1, 2, 3, 4). Von den Kanälen S aus tritt das Gas durch eine Anzahl von Oeffnungen in den Gewölben in die Verbrennungsräume (Fig. 1, Ofen II; Fig. 3, 4, 5).

Die Luftzufuhr bewirkt man durch Entfernen des Deckels von einem der Muffenrohre U (Fig. 5), von denen zwei vor jedem der Einzelöfen angeordnet sind. Statt dieser Muffenrohre empfiehlt es sich auch, an der Rückwand der Oefen in jedem der Zweigkanäle Y durch Blechkapseln verschliessbare Oeffnungen in dem Mauerwerke aufzusparen, wie es in Fig. 5 durch punktirte Linien unterhalb der Schieber bei T angedeutet ist. Durch Entfernen einer Kapsel lässt man Luft einsaugen, deren Menge man einfach durch Einlegen von Mauersteinen regulirt.

Unterhalb des Gaskanals liegt der Verbindungsringkanal V, von welchem aus je zwei kurze Zweigkanäle Z nach dem oberen Theile, zwei längere Kanäle Y nach den unteren Theilen einer jeden Kammer führen (Fig. 2, 4, 5). Sämmtliche Zweigkanäle lassen sich durch Schieber oder geeignete Ventile von dem Verbindungsringkanal absperren. Ferner ist noch für jeden Einzelofen ein Schieber im Kanal V vorgesehen, wie es aus Fig. 2 ersichtlich ist.

Die Ableitungskanäle der ausgenutzten Heizgase sind aus Fig. 1 (bei Ofen I im Horizontalschnitt), Fig. 3 (bei Ofen II in Ansicht) und aus Fig. 5 ersichtlich.

Verfasser hat statt der bei Gasfeuerungen üblichen Ventile, Umschalt- (Wechsel-) Klappen in den beigegebenen Skizzen nur einfache Schieber angedeutet, welche aus Chamotte, für kältere Stellen auch aus Eisen bestehen können, um eine im kleinsten Maasstabe ausführbare Ofenconstruction vorzuführen. Bei grösseren Ofenbauten bedient man sich selbstverständlich vollkommenerer Hilfsmittel. (Nach Zeitschrift für angewandte Chemie, 1892 S. 39.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Die Eisenbahnen der Erde.

Anlässlich der internationalen Eisenbahn-Zusammenkunft in St. Petersburg wurde eine statistische Tafel bekannt gemacht, welche Ausweis über sämmtliche Eisenbahnen der Erde gibt und aus der folgt, dass dieselben zur Zeit eine Gesammtlänge von 617285 km besitzen. Davon kommen 268408 km auf die Vereinigten Staaten, 22531 km auf Canada, 9000 km auf Mexico. In Europa steht in erster Linie das Deutsche Reich mit 42864 km, dann folgt Frankreich mit 38896 km, Grossbritannien und Irland mit 36296 km und Russland an vierter Stelle mit 30952 km. In Asien finden wir 27000 km Eisenbahnen in Britisch-Indien, die neue russische Transkaspische Linie beträgt jetzt 1432 km, die holländischen Colonien haben 1360 km, die französischen 101 km, die portugiesischen 54 km; China besitzt 200 und Persien 29 km. In Afrika steht Algier (mit Tunis) an erster Stelle und zwar mit 3104 km, dann kommen die Capcolonie mit 3008 km, Aegypten mit 1544 km, Natal mit 546 km. Der Orange-Freistaat besitzt 240 km und die anderen kleineren Gebiete im ganzen 480 km Eisenbahnen. In Australien hat Victoria 4325 km, Neu-Südwales 3460 km, Queensland 2632 km, Südaustralien 3000 km, Westaustralien 824 km, Tasmania 642 km und endlich Neu-Seeland 3120 km Eisenbahnen. (Nach Centralblatt der Bauverwaltung.)

Erdwärme.

Nach einer Mittheilung des Engineering von 1892 Bd. 54 S. 290 wurde bei Wheeling in West-Virginien zur Erschliessung von Erdöl ein Bohrloch auf 1219 m mittels Seilbohrung niedergebracht und, da es keinen praktischen Erfolg hatte, für wissenschaftliche Zwecke bis 1360 m weiter abgestossen. Das Bohrloch war fast trocken und bis 475 m Tiefe mit 5zölligen Röhren verrohrt. Zehn Tage nach Schluss der Bohrarbeit begannen mit grösster Vorsicht die Wärmemessungen. Bei denselben wurden in je 76,2 m Abstand Pfropfen angebracht, um die Bewegung der Luft und etwaige Abkühlung oder Erwärmung zu verhindern. Es zeigte sich, dass bis 985 m die Erdwärme ganz gleichförmig, von da ab jedoch in steigendem Verhältnisse zunimmt. Die Oberflächentemperatur war 10,55°.

In 1000 Fuss ( 304,8 m) war die Temperatur 20,42° C.
3000 ( 914,4 m) 30,55° C.
4000 (1219,2 m) 38,88° C.
4462 (1360 m) 43,61° C.

Dem entspricht eine Tiefenstufe für 1° C. von 44,988 m, 44,015 m und 28,53 m.

Formsteine aus Cement zum Abteufen von Schächten im wasserführenden Gebirge.

Nach der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen eignet sich das Abteufverfahren mit Ringsteinen aus Cement ganz besonders für Schächte in wasserreichen Gebirgen, und zwar um so mehr, je mehr Dichtigkeit, Stärke und Dauerhaftigkeit für den zu mauernden Schacht erforderlich ist. Für die praktische Verwendung derartiger Schächte werden von V. Waltl folgende Angaben aufgeführt:

Der Schachtausbau mit Formsteinen, einringig, einschliesslich Material und Arbeitslöhne zum Anfertigen der Steine, sowie einschliesslich Versetzen derselben und Ausfüllen mit Beton, von 4 m innerem Durchmesser und 35 cm Wandstärke kostete im Schachte „Bildstock“ bei Saarbrücken für je 1 m 295 M.

Bei der Vergleichung dieses Schachtausbaues mit anderen Methoden ergeben sich folgende Ziffern:

Bei der Schachtausmauerung eines sehr wasserreichen Schachtes, welcher 5,25 m Durchmesser hat, kostet das Meter:

1) in eisernen Ringen (Tubings) ausgeführt 1715 M.,

2) in Backsteinen oder Bruchsteinen mit Cement ausgeführt 1175 M.,

3) in Formsteinen aus Cement ausgeführt, mit Doppelring, 350 mm innere und 250 mm äussere Stärke, einschliesslich Betoniren der 180 mm dicken Isolirschicht und des Gebirges, sowie einschliesslich 25 M. Licenzgebühr für das Meter, unter Anwendung einer noch verbesserten Herstellungsweise der Formsteine, etwa 525 M.

Ein Ausbau nach dem bisher angewandten Herstellungsverfahren ist in Leopoldshall zum Preise von 462 M. für das Meter (ohne Licenzgebühr) ausgeführt worden.

Die Formsteine zum Ausbau der Schächte können auch an Ort und Stelle in allen zum Durchmesser der Schächte passenden Formen, ohne maschinelle Anlagen, auf das billigste hergestellt werden.

Mit der Verwerthung dieser Ausbaumethode beschäftigt sich die Firma Moehle zu Frankfurt a. M., welche von Krutina und Moehle zu Malstatt bei Saarbrücken die Erfinder- und Patentrechte erworben hat.

Mischmaschine.

Eine Mischmaschine nach Angabe von Burt Boulton und Haywood and E. R. Gabbett wird von der Firma H. Young und Co. in Eccleston Iron Works, Pimlico bei London in den Handel gebracht. Sie beruht auf der Wirkung der Centrifugalkraft und ist zum Mischen von Flüssigkeiten berechnet. Der wirksame Theil ist eine rotirende konische Trommel, deren Form sich nach unten oder nach oben erweitert. An der Hand der Figur ist ihre Wirkungsweise leicht zu erklären, da sie den Strom durch die konische Trommel hindurch vom engen Ende zum weiten, in der Richtung der Pfeile, bewirkt. Bei der Anordnung, nach der das enge Ende des Konus unten ist, lässt sich der Boden leicht halbkugelförmig gestalten, an welche Form sich leicht eine Dampfheizung anschliessen lässt. Die erforderliche Kraft ist nur gering, die Wirkung lässt sich durch grössere oder geringere Umdrehungsgeschwindigkeit regeln.

Textabbildung Bd. 286, S. 239

Polarisirtes elektrisches Signal von Gebr. Siemens und Schlömer.

Unter Nr. 19225 ist in England am 6. November 1891 für Siemens Brothers und Co. in London und A. S. Schlömer in Old Charlton, Kent, ein elektrisches Signal patentirt worden, welches durch ein Loch in einer Scheibe Zeichen von verschiedener Farbe, Gestalt oder Zahl sehen lässt, um so voraus bestimmte Signale zu geben. In demselben wird ein Anker aus weichem Eisen von einer Achse mit zwei Armen gebildet, welche im Bogen um ¼ des Umfangs herumreichen. Auf den