Text-Bild-Ansicht Band 289

Bild:
<< vorherige Seite

Textabbildung Bd. 289, S. 8
Alsdann senkt sich die Zange Q und ebenso die Bürste Y, und beide zusammen schlagen den Wollbart T in die Nadeln des Ringkammes P ein, wobei das hintere Ende des Wollbartes von der Zange Y1Y2 erfasst wird. Nunmehr öffnet sich Q und hebt sich wieder, während Y1Y2 geschlossen bleibt. Während sich nun der Kamm P weiter dreht, wird das vordere Ende des Wollbartes T durch die Nadeln des Kammes P gezogen und dabei gekämmt, bis er nur noch mit dem äussersten Ende im Kamm P hängt. In diesem Augenblick öffnet sich die Zange Y1Y2 und gibt den Wollbart frei, der alsdann von den Ausziehwalzen aufgenommen wird.

Hierbei geschieht die Entklettung in folgender Weise:

Wenn, nachdem das vordere Ende des Wollbartes von der im Inneren des Ringkammes angeordneten Zange Q erfasst ist, der Speiseapparat zurückgeht, so zieht sich der Wollbart quer durch die feinen Nadeln des oder der Nacteure, während die Kletten oder sonstige verunreinigende Materialien, deren Enden ebenfalls von der Zange Q festgehalten werden, dicht an der Zange zerreissen, weil diese Materialien sich nicht wie die Wollfasern strecken.

Der in der Zange Q eingeklemmte Wollbart enthält jetzt nur noch diejenigen Kletten oder Verunreinigungen, welche sich zwischen den beiden Backen der Zange Q befinden. Diese Verunreinigungen aber werden, nachdem der Wollbart von der Zange Q und der Bürste Y in den Ringkamm eingeschlagen ist, beim Durchziehen des Wollbartes durch den Ringkamm, was durch die ausserhalb desselben befindliche Zange Y1Y2 und die Ausziehwalzen bewirkt wird, entfernt und bleiben im Inneren des Ringkammes liegen.

Die Entklettung vollzieht sich also durch das Abreissen der Kletten an der Zange Q im Augenblick des Rückganges des Speiseapparates, wodurch die zwischen den Backen dieser Zange zurückgehaltenen Kletten gezwungen sind, in den Nadeln des Ringkammes zurückzubleiben, wenn die Wollbärte quer durch den Ringkamm gezogen werden.

Eine Kämmaschine, welche die Vortheile der Systeme von Lister und Holden in sich vereinigen soll, zeigt Fig. 12. Sie rührt von Isaac Bailey in Keighley, York, her und ist Gegenstand des englischen Patents Nr. 2373 von 1892. Die Hauptbestandtheile der erstgenannten (Lister'schen) Kämmaschine bestehen bekanntlich in einer Strecke, deren Nadelstäbe mittels Schrauben weiter bewegt werden, und einer Zange, welche die Faserbärte aus dieser Strecke entnimmt, um sie an einen schwingenden Kamm abzugeben, der sie auf einen Kammring überträgt. Die wesentlichen Merkmale der Holden'schen Maschine dagegen sind eine Nadelstabstrecke, deren Kämme eine regelrechte Viereckbewegung (square motion) ausführen, und ein rotirender Kammring mit aus Segmenten gebildeten Vorstechkämmen, sowie einer Einschlagbürste. Aus diesen Bestandtheilen setzt nun Bailey seine Kämmmaschine in der Weise zusammen, dass er von der Lister'schen die Nadelstabstrecke, also Schraubenstrecke D mit Zange und schwingendem Ueberführungskamm E entnimmt und die Arbeitsorgane AB der Figur mit dem Kammring F, welcher mit Vorstechkämmen G und Bürste H ausgestattet ist, der Holden'schen Maschine vereinigt (vgl. BC der Figur). Der Einschlagkamm H empfängt hierbei seine Auf- und Abwärtsbewegung durch den Winkelhebel J, welcher mittels Lenkers J1 in geeigneter Weise in Bewegung gesetzt wird.

Textabbildung Bd. 289, S. 8
Bei allen bisher besprochenen Maschinen machen die den Faserbart haltenden bezieh. abreissenden Zangen eine Schwing- oder hin und her gehende Bewegung; bei den nun folgenden Kämmaschinen dagegen führen sie eine wandernde Bewegung aus und sind dabei in grösserer Zahl vorhanden.