Text-Bild-Ansicht Band 289

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Textabbildung Bd. 289, S. 9
Fig. 13 veranschaulicht eine von der Firma Platt Brothers und Co. in Oldham nach dem System Little und Eastwood (vgl. die englischen Patente Nr. 1297 A. D. 1871; Nr. 839 A. D. 1873; Nr. 4545 A. D. 1877 und Nr. 3833 A. D. 1882) gebaute Kämmaschine, welche nach Angabe der Leipziger Monatsschrift für Textilindustrie mit einem dreireihigen Kreiskamm ausgestattet ist, in dessen Inneren die Speisevorrichtung angelegt ist, welche nicht wie früher mit zwölf, sondern mit acht Zangen ausgestattet ist. Die Speisung der Maschine erfolgt durch drei Bobinen, die wagerecht neben einander auf einem dafür entsprechend eingerichteten Gestell aufgelegt werden. Das Wollvliess wird den Zangen durch ein Paar Speisewalzen zugeführt, welche durch ein aussetzbares Getriebe bewegt werden. Der Durchmesser des Vorstechkammes ist von 5 Fuss auf 3 Fuss 3 Zoll herabgesetzt.

Textabbildung Bd. 289, S. 9
Eine Kämmaschine, bei welcher das zu kämmende Material durch continuirlich oder intermittirend bewegte wagerechte Zangen oder Kluppen einer Kämmvorrichtung dargeboten, alsdann aber von einem kleinen System rotirender Zangen aufgenommen wird, welche die ungekämmten Enden der Faserbärte einer zweiten Kämmvorrichtung darbieten, worauf die Faserbärte die Maschine verlassen, ist in den Fig. 14 bis 18 veranschaulicht und rührt von George Stelling in Hannover her. Die zuerst erwähnten Kluppen bilden nach Angabe der Patentschrift Nr. 38584 zweckmässig einen rotirenden Kranz, könnten aber auch eine fortschreitende Bewegung erhalten. Ferner können dieselben mit einem oder mehreren kleinen Systemen rotirender Kluppen combinirt werden, wobei einem jeden solchen System ein Einführapparat und eine Kämmvorrichtung entspricht, das zweite kleine Kluppensystem selbst aber mit einer zweiten Kämmvorrichtung und einem Abführapparat versehen ist.

Das zu kämmende Material wird durch die Einführapparate E (Fig. 14) den Zangen D zugeführt und von diesen zuerst den Kämmvorrichtungen K dargeboten, dann von den Kluppen der kleinen Systeme S übernommen, welche die ungekämmten Enden der Faserbärte den Kämmvorrichtungen K1 darbieten, worauf das fertig gekämmte Material durch die Abführapparate Z aus der Maschine gelangt. Den Einführapparaten E wird das zu kämmende Material als Band zugeführt, das zwischen festgelagerten Walzen d (Fig. 15) hindurch nach den Walzen z des sich hin und her bewegenden Schlittens A gelangt. Dieser Schlitten erhält seine Bewegung durch die Curvenscheibe u, in deren Nuth der Kopf des Armes v gleitet, auf dessen Achse das durch Zwischenräder ββ1β2 und Zahnstange c mit dem Schlitten in Verbindung stehende Zahnsegment a befestigt ist. Dieses Zahnsegment a wird also eine gondelnde Bewegung mit ungleicher, durch die Curvenform der Nuth von u bedingter Geschwindigkeit ausführen und somit auch der Wagen eine unterbrochen hin und her gehende machen, während welcher gleichzeitig die Zuführ walzen eine periodische Drehung erhalten.

Sobald die Bewegung des Schlittens A nach links beginnt, drehen sich die Walzen z, ein unterhalb der Walzen angeordnetes Blech e schiebt sich hierbei mit Hilfe eines (in der Zeichnung nicht dargestellten) Excenters vor, und der die Walze h verlassende Materialzopf legt sich auf das Blech e.

Bei der weiter vorschreitenden Bewegung des Schlittens A schiebt sich das vorgestreckte Blech e über die untere Klaue m der Kluppe D, schnellt kurz vor Beendigung der Vorwärtsbewegung des Schlittens A, durch Feder l gezwungen, zurück und lässt den abgelieferten Zopf in der Kluppe D