Text-Bild-Ansicht Band 289

Bild:
<< vorherige Seite

gefüllten Kluppe abgelöst ist, gelangt er in den zweiten kleinen Kluppenkranz S, welcher mit den Kluppen D ähnlich gestalteten Kluppen d versehen ist (Fig. 14 und 15), die auch in ähnlicher Weise wie die ersteren arbeiten. Von dem festen Führungsbleche ε gleitet der aus Kluppe D hervorstehende Bart auf die untere Klaue m1 (Fig. 18) der Kluppe d des kleinen Kranzes S, und während sich der Kluppendeckel b der Kluppe D etwas anhebt, schliesst sich die obere Klaue b1 der Kluppe d und erfasst den gereinigten Bart des Materials. Die unteren Klauen m1 der Kluppe D sind in senkrechter Richtung nicht verschiebbar. Das Schliessen und Oeffnen der Kluppen d erfolgt daher hier lediglich durch die obere bewegliche Klaue b1, welche durch Zugstange und Hebel x3 (Fig. 18) bewegt wird, dessen Rolle o2 auf einem mit Erhöhungen versehenen Kranz des Gestelles gleitet, wenn das Kluppensystem S rotirt. Damit die Kluppe d des kleinen Kranzes S den aus der Kluppe D des grossen Kranzes hervorragenden Faserbart möglichst dicht an der Klaue der letzteren fassen kann, wird Kluppe d kurz vor ihrem Schliessen vorgeschoben. Zu diesem Zwecke sind die Kluppenkörper i1 (Fig. 18) in radialen Schlitzen des drehbaren Ringes G verschiebbar und mit Rollen o3 versehen, welche in einer am Gestell angebrachten Nuth laufen, die zum grössten Theil kreisförmig gestaltet, jedoch nach dem grossen Kluppenkranz zu ausgebaucht ist, so dass, wenn eine Kluppe d diese Stelle passirt, dieselbe vorgeschoben, d.h. dem grossen Zahnkranz genähert wird, ehe sie sich schliesst (Fig. 14).

Textabbildung Bd. 289, S. 11
Das nun von Kluppe d ergriffene Material wird bei der Weiterdrehung des kleinen Kranzes S aus der Kluppe D (Fig. 14) allmählich nach dem zweiten Kämmapparat K1 geführt. Der Faserbart führt sich hierbei wieder auf wagerechten polirten Blechen ε1 (in Fig. 14 punktirt angedeutet), bis er auf die Abplattung der Kämmwalze r1 (Fig. 14) gelangt und hier in der gleichen Weise, wie bei der Thätigkeit des ersten Kämmapparates beschrieben worden ist, durchgekämmt wird. Bürsten und Krempel walzen s1 und t1 besorgen auch hier die Reinigung der Kämmwalze.

Nachdem so auch die zweite Barthälfte gekämmt ist, wird das nun gereinigte Material in bekannter Weise den Abführwalzen zugeführt, welche es in üblicher Weise ablegen. Nadeln in den Kluppen b1 verhindern ein plötzliches Abnehmen der Faserbärte.

Eine Kämmaschine, bei welcher die Faserbärte nicht mit Hilfe von Zangen von einem endlosen Faserband abgerissen werden, sondern als solche in die Maschine gelangen und mit Hilfe geeigneter Bärtchenträger (Zangen) an Kämmtrommeln vorbeigeführt werden, ist in den Fig. 19 bis 22 dargestellt und insbesondere für Seide und Seidenabfall bestimmt. Die als Bärtchenträger dienenden Bücher werden bei der von Arthur B. Crossley in Halifax, England, herrührenden Maschine (D. R. P. Nr. 61893 Kl. 76 vom 28. Januar 1891) auf den oberen Trum einer aus Latten 11 gebildeten, in sich zurücklaufenden Kette gehalten und geführt, bei welcher zugleich an den Durchhängestellen (Arbeitstellen) vermöge der Einwärtsbewegung der benachbarten Lattenwangen der die Bärtchen in ihrer Stellung sichernde Klemmdruck (Fig. 20) veranlasst wird, während dieselben der Bearbeitung durch die Kämmtrommeln unterliegen. Die Scharniere der umklappbaren Bücher werden durch elastische Bänder gebildet, die über je vier paarweise, den Einzelbrettern zugehörige Stifte gestreift werden, wie aus Fig. 21 ersichtlich ist.

Textabbildung Bd. 289, S. 11
Die parallelen, die Klemmwangen bildenden Latten der Kette 11 sind in geeignetem Abstande, z.B. durch aufgenagelte Lederstücke bei ihrer Innenfläche nachgiebig verbunden und tragen ferner an ihren Aussenenden Laufrollen 13, mittels deren sie bei den Durchhängestellen eine theilweise Kreisbahn zu durchlaufen gezwungen werden, indem die Rollen unter bogenförmigen, mit Einstellvorrichtung 15 versehenen Anlaufflanschen 14 hindurchtreten. Die Kämmtrommeln 16, welche in diesen Einbuchtungen und zwar in bezieh. entgegengesetzten Richtungen (übrigens schneller als die Kette) laufen, sind mit ihren Wellen 18 derart in den Lagern verstellbar, dass eine gewisse excentrische Lage derselben in Beziehung zu den kreisförmig vorbeigeführten Bärtchen eingerichtet werden kann, was für einen allmählichen Eingriff des Kratzenbeschlags zweckmässig ist.

Nachdem die entsprechend gefüllten Bärtchenträger oder Bücher a am Anfangsende A der Maschine unter Einlegung zwischen je zwei Latten (Fig. 20) aufgegeben