Text-Bild-Ansicht Band 292

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b der an der Kolbenstange c befestigte Presstempel, d der Dampfcylinder, welchem aus dem Schieberkasten e durch Bewegung des Kolbenschiebers f Dampf zugeführt wird. Der Kolbenschieber f ist durch den Doppelhebel g mit dem Eisenkerne h verbunden, welch letzterer mit seinen beiden Enden in die beiden in zwei verschiedene Stromkreise eingeschaltete Solenoide i und i1 hineinragt.

Textabbildung Bd. 292, S. 33

Beim Betriebe wird die Pressform a vorgezogen, mit einer genügenden Menge flüssigen Glases gefüllt und sodann in ihre frühere Stellung unter den angehobenen Presstempel b zurückgeschoben. Hierbei wird ein Stift k, welcher an seinem anderen Ende einen isolirten Contact l trägt, so weit zurückgeschoben, dass er auf einen zweiten Contact l1 auftrifft, in Folge dessen der Stromkreis 3, 4 geschlossen wird, welcher mit einer geeigneten elektrischen Stromquelle in Verbindung steht. In diesen ist das obere Solenoid i eingeschaltet. Der in dem Solenoid i erregte Strom zieht den vorerwähnten Eisenkern h nach oben; hierdurch bewegt sich der Kolbenschieber f nach unten, die obere Dampfeinlassöffnung zum Cylinder wird frei, und der über den Kolben tretende Dampf treibt diesen nebst Kolbenstange und Presstempel nach unten. Letzterer dringt in die plastische Glasmasse der Form a ein, so dass diese in der Form hochsteigt. Hierbei trifft sie schliesslich auf den in die Pressform eingesetzten Einsatz a1, welcher für gewöhnlich mit seinem Flansch auf der oberen Fläche der Form aufruht, jetzt aber durch das aufsteigende, keinen anderen Ausweg habende Glas angehoben und gegen eine durch Excenter einstellbare Platte m gedrückt wird. Diese Platte hat zwei Ansätze n, in welche ein bei o drehbarer Doppelhebel p mit einer Gabel eingreift. Das andere Hebelende trägt einen durch Ebonit isolirten Contact q. Durch die aufsteigende Bewegung des Einsatzes a1 wird die Platte m und damit das gabelförmige Ende des Hebels p angehoben, der Contact q auf q1 niedergedrückt und hierdurch ein zweiter Stromkreis 1, 2 geschlossen. In diesen ist das zweite Solenoid i1 eingeschaltet. Dieses übt in Folge einer grösseren Anzahl von Drahtwindungen eine grössere Anziehungskraft auf den Eisenkern h aus und veranlasst ihn, sich abwärts zu bewegen. Der aufwärts gezogene Kolbenschieber legt die untere Dampfeinströmöffnung frei und stellt gleichzeitig die Verbindung der oberen Dampfeinlassöffnung mit dem Dampfauslassrohr her, so dass sich der Kolben nach oben bewegen kann. Sobald der Stempel aus der Form getreten ist, wird diese vorgezogen, wodurch beide Stromkreise geöffnet werden, geöffnet und entleert, sodann geschlossen, von Neuem mit Glasmasse gefüllt und zurückgeschoben. Es beginnt nun dasselbe Spiel wie vorhin. Sollte nicht genügend Glasmasse in die Form gegossen sein, wodurch beim Fertigpressen das Glas den Einsatz a1 nicht erreichen und den Stromschluss 1, 2 bewirken würde, so benutzt der die Presse bedienende Arbeiter einen in den Stromkreis 1, 2 eingeschalteten Handcontact, welcher durch den Draht 5 mit der Elektricitätsquelle verbunden ist.

Um den Presstempel b sowohl bei seinem Austritt aus der Pressform, als auch noch bei seinem nächsten Niedergang abzukühlen, ist eine einstellbare Kühlvorrichtung r vorgesehen, welche an ihrem oberen Ende mit einem ringförmigen Luftzuführungsrohr s versehen ist. Aus diesem trifft der kühlende Luftstrom durch jalousieartige Wände t in schräger Richtung gegen den Presstempel und schützt ihn vor Ueberhitzung (D. R. P. Kl. 32 Nr. 70488 vom 15. September 1892).

Textabbildung Bd. 292, S. 33
Vorrichtung zum selbsthätigen Oeffnen und Kühlen von Glasformen von Frankinet Bardez in Maschinner-Zone (Belgien). Bei Benutzung derselben wird ein Gehilfe gespart; welchen der Glasbläser zum Schliessen, Oeffnen und Kühlen seiner Formen nöthig hat. Die auf dem auf und nieder bewegbaren Tische A gelagerte aufklappbare Form F befindet sich für gewöhnlich in dem mit Wasser gefüllten Kasten B. Tritt aber der Glasbläser das Trittbrett K nieder, so werden durch Hebelübertragung Tisch und Form