Text-Bild-Ansicht Band 292

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Richtvorrichtung, dem Zuführungswerk und der Abstecheinrichtung zusammengesetzt.

Das Richtwerk besteht aus einem rasch kreisenden Rahmen A, in welchem drei Backen B aus Phosphorbronze mit je drei Schrauben gegen dessen Drehungsachse hin stellbar sind.

Indem diese Backen gegen den in der Achsrichtung eingespannten Draht gedrückt werden, dieser aber längsseits fortbewegt wird, während die entsprechend eingestellten Backen um den festgehaltenen Draht kreisen, spielt sich der Richtvorgang ab.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Gehalten und fortgeschoben wird der Draht durch zwei Zangenklemmwerke DD1, welche auf einem festen Rundstab sich hin und her schieben, und zwar werden dieselben durch je ein Hängegewicht beständig nach links geschoben, während die Rechtsstellung durch Kammscheiben CC1 bewirkt wird.

Dadurch aber, dass die Auflagefläche des Kammscheibenkörpers excentrisch ausgebildet ist, erhalten die Zangentheile D zugleich eine Schwingung um den Stab E derart, dass bei deren Rechtsschwingung die Klemmung des Drahtes bewirkt, in der Schwingung nach links derselbe aber ausgelöst ist.

Weil aber die vermöge Stirnräder in langsamer Gangart umkreisenden beiden Kammscheiben genau gegensätzlich auf die Welle gekeilt sind, so findet mit Ausnahme der Wendestelle eine ununterbrochene und gleichmässige Rechtsverstellung des Drahtes statt.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Wie bereits angedeutet, findet an der Wendestelle der Curvenflächen von CC1 ein kurz andauernder Stillstand der Vorschubbewegung statt, während dessen das Abschneiden auf vorbestimmte Längen durchgeführt werden kann. Von der Kammscheibenwelle C wird mittels Versatzräder eine Daumenscheibe F bethätigt, an welcher ein Messerschlitten angelenkt ist, der gegen ein feststehendes Scherblatt geführt wird.

Um aber Drahtstücke von bestimmter Länge abzuschneiden, wird nicht nur die Umlaufszahl der Daumenscheibe F verhältnissmässig zur Umlaufszahl der Kammscheibenwelle C gemacht, sondern es werden ausserdem die Linksschwingungen der Zangenwerke durch stellbare Anschläge G1, welche auf einer Verbindungsstange angeordnet sind, auf ein bestimmtes Maass begrenzt.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Beträgt die Linksschwingung jeder einzelnen Kammscheibe C beispielsweise 75 mm, so entspricht dies für je eine Umdrehung der Kammwelle 2 . 75 = 150 mm Rechtsvorschub des Drahtes, und da z.B. auf je zwei Umdrehungen derselben eine Umdrehung der Daumenscheibe F entfällt, so werden damit Drahtstäbe von 300 mm Länge abgeschnitten.

Collins-Goodin's Drahtrichtmaschine.

Bei der nach American Machinist, 1890 Bd. 13 Nr. 1 * S. 6, in Fig. 49 abgebildeten Drahtrichtmaschine erfolgt die Kreisung des Richtkopfes durch unmittelbaren Riemenantrieb, der Vorschub des Drahtes durch Speisewalzen mittels Schnurantriebes, während das Abstechen der Drahtlängen durch zwei Kammscheiben bewirkt werden soll, von denen die eine das Schneidmesser und die andere die Klemmvorrichtung des Drahtes bethätigt. Ueber weitere Einzelheiten gibt die Quelle und das Schaubild keinen Aufschluss.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Gebaut wird diese Maschine von Collins-Goodin Mfg. Co. in St. Louis, Mo.

Kronenberg und Prinz' Richtmaschine.

Nach dem D. R. P. Nr. 54160 vom 18. Februar 1890 wird der Stab, Draht oder das abzurichtende Rohr a (Fig. 50) mit dem Klemmfutter f durch den Hebel k und die Stange d in die Hohlspindel b gespannt, welche mit der Riemenscheibe c in rasche Drehung versetzt wird, sobald das