Text-Bild-Ansicht Band 292

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Dafür lagert über der vierten Unterwalze die vierte Oberwalze, welche ganz unabhängig von den übrigen stellbar ist. Dadurch werden ein paar Klemm walzen erhalten, die den Richtprocess wirksam unterstützen.

Weil der Richtvorgang erst bei wiederholtem Durchgang des Bleches durchführbar ist, so wird die Hauptbewegung am einfachsten durch Einschaltung einer doppelten Reibungskuppelung zwischen die Antriebscheiben umgekehrt.

Durch einen ins Langsame übersetzenden Rädersatz erhält die mittlere Unterwalze ihre Bethätigung, welche, als Welle dienend, die empfangene Triebkraft durch drei auf Zapfen laufende Zwischenräder (Fig. 62) auf die Nachbarwalzen überträgt.

Aller Wahrscheinlichkeit nach erhält die abseits liegende untere Klemm walze auch hiervon ihren Antrieb, mit Bestimmtheit ist dies aus der angegebenen Quelle nicht zu erkennen.

Bei Maschinen zum Richten stärkerer Bleche findet man auch neun Walzen (Fig. 63) angewendet.

Pregél.

Neuerungen in der Technik der Glasindustrie.

(Schluss des Berichtes S. 30 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Verfahren und Form zur Herstellung von Glasgefässen mit kapillarem Ausguss von Otto Nicko in Gifhorn. Das Verfahren besteht darin, dass zunächst in bekannter Weise eine Flasche mit einer Tülle geblasen wird und sodann diese Tülle in noch heissem Zustande mittels einer Zange derartig zusammengedrückt wird, dass neben dem eigentlichen Ausguss g (Fig. 18), der hierbei eine cylindrische Gestalt erhält, noch eine feine Röhre g1 gebildet wird. Ausserdem wird eine Lufteinlassöffnung l hergestellt. Derartige Flaschen haben den Vorzug, dass sie durch einen gewöhnlichen Kork verschlossen werden können, der beim Gebrauch so hoch gezogen wird, dass die Oeffnungen g1 und l frei werden (D. R. P. Kl. 32 Nr. 61676).

Textabbildung Bd. 292, S. 54
Glasblasemaschine von J. A. Widmer in Brückfeld an der Weser. An dem mit dem Tisch E (Fig. 19) verbundenen Ständer ist ein Cylinder A befestigt, welcher mit einer Steuerung D ausgestattet ist und durch Pressluft betrieben wird. Die Kolbenstange C ist hohl; in ihrer Bohrung liegt das mit Gewinde versehene Rohr c, welches durch die beiden Muttern g so eingestellt werden kann, dass der mit dem Stutzen d verbundene Asbestdichtungsring e während der tiefsten Stellung des Kolbens B auf dem Rande des zu blasenden Glasgegenstandes aufruht. Das obere Ende des Rohres c ist an eine Pressluftleitung angeschlossen, so dass man durch Oeffnen des Hahnes h die zum Pressen nöthige Luft einströmen lassen kann. Nach dem Fertigblasen wird der Hahn h geschlossen und die Steuerung D so gestellt, dass der Kolben nach oben bewegt wird (D. R. P. Kl. 32 Nr. 63849 vom 4. September 1891).

Verfahren, gepresste Glashohlgegenstände mittels der Pfeife umzuformen von C. Pabst in Fenner Glashütte bei Saarbrücken. Die Glasgegenstände werden gepresst und dann im noch heissen Zustande nach Entfernung der Form mittels der Pfeife aufgeblasen (D. R. P. Kl. 32 Nr. 70588).

Schwenkmaschine zur Fertigstellung von frei an der Pfeife hängenden Glashohlcylindern von B. Gundlach in Köthen (Anhalt). Die Vorrichtung soll zur Herstellung von Glashohlcylindern dienen, wie solche bisher mittels Schwenkens und Blasens vom Glasbläser hergestellt wurden. Die Anordnung und Wirkungsweise veranschaulichen die Fig. 20 und 21. AA sind zwei Eisenträger, welche, über der Schwenkgrube B angebracht, auf der einen Seite in dem Mauerwerk des Anwärmeofens C befestigt und auf der anderen Seite von zwei Säulen D getragen werden. Zwischen diesen Trägern läuft ein Wagen F, in welchem unten, in Zapfen drehbar, das Gestell G mit der Pfeife H hängt. Gestell, Pfeife und Glascylinder können durch den Hebel I in Schwingungen versetzt, ausserdem kann dem Glascylinder durch die Kurbel K und die Kegelräder LM eine Drehbewegung ertheilt werden.

Textabbildung Bd. 292, S. 54
Textabbildung Bd. 292, S. 54
Die zum Aufblasen der Glasmasse nöthige Druckluft wird durch den Hahn N zugeführt, welcher durch die Rohrleitung O mit einer Gebläsemaschine und durch den Gummischlauch P mit der Pfeife H verbunden ist. Durch Treten auf das Fussbrett R wird der Hahn N bethätigt. X ist ein mit dem Wagen fest verbundener Haken, in welchen die Pfeife gelegt wird, sobald ein erneutes Anwärmen des Glashohlcylinders in dem Ofen C erforderlich erscheint. Die Pfeife H kann nach Fertigstellung eines Glascylinders ausgelöst und sammt dem Glascylinder behufs Weiterverarbeitung desselben ausgehoben werden (D. R. P. Kl. 32 Nr. 72122).