Text-Bild-Ansicht Band 292

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André Beetz in Paris hat einen neuen Verdampf- und Condensationsapparat für Absorptionskältemaschinen patentirt erhalten. Der Apparat setzt sich aus einer Dampfentwickelungs-, einer Vertheilungs- und einer Condensationskammer zusammen, welche über einander angeordnet sind.

Textabbildung Bd. 292, S. 185
Die über einander angeordneten Gefässe (Condensator) C und (Verdampfer) A (Fig. 2) sind durch ein Zwischengefäss B getrennt, welches den Zweck hat, die mit Ammoniak gesättigte Lösung aus C mittels der durch Schieber F bethätigten Ventile j und n dem geheizten Verdampfgefäss A immer dann zuzuführen, wenn das Zwischengefäss, das durch Rohr l mit dem Condensator C in Verbindung steht, mit gesättigter Lösung aus C gefüllt ist. Das durch Dampf in den Schlangen rdc ausgetriebene Ammoniak wird in Folge seiner Spannung der Kältemaschine zugeführt, aus welcher es durch Absorption in dem mit perforirten Zwischenwänden versehenen Condensator C von dem in letzterem befindlichen und durch die Schlange g gekühlten Wasser wieder abgesaugt wird.

Die Absorptionskältemaschine von Erny und Zachary J. Subers in Philadelphia (D. R. P. Nr. 60363) ist 1893 287 * 124 bereits besprochen.

Die Vacuumpumpe (Fig. 3) der John Patten Manufacturing in New York (D. R. P. Nr. 57058) besteht aus drei über einander liegenden Kammern mit gemeinschaftlicher Mittellinie. Die Kammern sind einfach wirkende Pumpen von stufenweise abnehmender Grösse derart, dass die oberste H eine in dem Gehäuse eingeschlossene Glockenpumpe ist, während die mittlere F und die unterste D Kolbenpumpen sind, deren Kolben unter sich und mit der Glocke H durch Hülse E bezieh. Stange G verbunden sind und gemeinschaftlich bewegt werden, wobei ein zwangläufig gesteuertes Ventil L die Luft beim Aufgange des Kolbensystems unter die Glocke H, von dort beim Niedergang unter den Kolben der zweiten Pumpe F und beim nächsten Hochgehen unter den Kolben der untersten kleinsten Pumpe D leitet. Von dieser letzteren findet durch Ventil P die Entleerung des Gases statt.

Eine Vacuumpumpe für eine Handeismaschine ist von Hugo Lange in Berlin angegeben. Die Pumpe B (Fig. 4) hat drei Kolbenventile f1f2f3 an einer Kolbenstange, so dass die Luftverdünnung allmählich gesteigert wird. Die Dichtung der Ventile geschieht durch Oel, welches aus dem mit Regulirgefäss c versehenen Behälter C aus zufliesst und durch die Pumpenräume gehoben wird, um von dem Oelsammler g aus nach C zurückzufliessen. Der Säurebehälter A enthält ein Rührwerk, welches die aus dem Gefriergefäss hinüberstreichenden Wasserdämpfe absorbirt.

Textabbildung Bd. 292, S. 185
Bei der Kälteerzeugung der Century Ice Machine Company in Washington wird in einem geschlossenen Raum ein Vacuum geschaffen und erhalten, in diesen Raum Luft von atmosphärischem Drucke eingelassen und der Raum mit einer am besten aus Wasser bestehenden Füllung versehen, welche mit der in das Vacuum hinein expandirenden Luft in innigste Berührung tritt. Bei der Ausdehnung der Luft wird die gebundene Wärme fast ausschliesslich dieser Flüssigkeit entzogen und letztere somit stark abgekühlt.

Fig. 5 und 6 veranschaulichen zwei Abarten einer solchen Maschine. Die in Fig. 6 dargestellte Einrichtung besteht aus einem Behälter A, der mittels des Rohres C mit der Luftpumpe D verbunden ist und ebenso wie Bottich E eine salzhaltige Füllung enthält. Am Boden mündet in A ein Lufteinlassrohr M mit Hahn N. Die Gefrierzellen werden in den Bottich E gebracht.

Textabbildung Bd. 292, S. 185
Der mit Wasserstandszeiger L versehene Behälter wird von P aus gespeist. Der Apparat wirkt in folgender Weise: Nachdem der Behälter A bis zu geeigneter Höhe gefüllt ist, wird mittels der Luftpumpe das gewünschte Vacuum erzielt und der Hahn N mehr oder weniger geöffnet, so dass Luft einströmt. Die Ausdehnung der letzteren bewirkt eine Abkühlung im Behälter, die bei fortgesetztem Absaugen und Einlassen zunimmt und die Zellen zum Gefrieren bringt. Die abgesaugte Luft wird von der Luftpumpe in die Atmosphäre ausgepufft.

Bei dem Durchgang der in das Vacuum eintretenden Luft durch die Flüssigkeit tritt auch eine theilweise Verdunstung