Text-Bild-Ansicht Band 292

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der letzteren ein, wodurch der Flüssigkeit ebenfalls Wärme entzogen wird.

Die durch Fig. 6 veranschaulichte Einrichtung eignet sich besonders zum Kühlen eines Luft- oder Flüssigkeitsstromes. In dem Vacuum A ist eine Schlange K angeordnet, durch welche die zu kühlende Luft oder Flüssigkeit hindurchströmt. Die in das Vacuum hinein expandirende Luft wird durch ein mit zahlreichen feinen Oeffnungen versehenes Rohr eingelassen.

Die Vacuumkälteerzeugungsmaschine (Fig. 7) von E. J. Hardy in New York hat folgende Einrichtung: In die Seitenwandung des Pumpenstiefels ist das untere Ende des Rohres G eingeführt, welches oben bis über den Spiegel der im Behälter A enthaltenen Säure reicht und dazu dient, die über dem Säurespiegel enthaltene Luft beim Hochgange des Kolbens D unter denselben zu leiten. Ferner ist in die Seitenwandung des Pumpenstiefels das untere Ende eines Rohres H eingeführt, welches oben in der Höhe des Säurespiegels endigt. Die lichte Weite des Rohres ist derart, dass die Säure schnell und in den erforderlichen Mengen nach dem Pumpenstiefel geleitet wird, um den Stand der Säure gleichmässig zu erhalten. Zu diesem Zwecke ist das Rohr H von grosser Breite oder wie ein gewöhnlicher Dampfkanal eines Dampfcylinders, wobei sein unteres Ende in einen wagerechten Schlitz des Pumpenstiefels eingesetzt wird, so dass also eine grosse Flüssigkeitsableitung erzielt wird, ohne die Höhe der betreffenden Einlassöffnung des Pumpenstiefels zu vergrössern. Durch das Knie des Rohres B geht ein Säuredurchlassrohr J, welches behufs Regelung des Säurezuflusses mit Ventil J2 versehen ist. Dieses Ventil kann durch einen Regler gesteuert werden, so dass das Ueberfüllen der Maschine verhindert wird, wenn die Maschine bei Luftleere abgestellt wird.

Textabbildung Bd. 292, S. 186
Das Rohr J ist an seinem unteren Ende mit einem Brausekopf oder Zerstäuber J3 versehen, um die Säure in Form von Schaum oder Regen in den Behälter A über den Spiegel der in denselben enthaltenen Säure zu leiten. Der Deckel des Pumpenstiefels ist mit einer luftdichten Stopfbüchse K von passender Form versehen. Das Rohr J leitet die Schwefelsäure aus dem Speisebehälter N in den oberen Theil des Behälters A. Der ganze Apparat besteht aus geeignetem, der Säure widerstehendem Stoffe, aus emaillirtem Metall. O ist ein Zuflussrohr für das zu gefrierende Wasser und O1 die Spindel eines Einlassventils.

Um die Maschine in Gang zu setzen, wird der Behälter A bis zum oberen Ende des Rohres R mit Säure gefüllt. Ein oben offener Gefrierbehälter M wird an der mit einer Gummibekleidung versehenen Unterseite der Scheibe L befestigt oder gegen dieselbe gedrückt, so dass ein luftdichter Verschluss gebildet wird. Die Pumpe wird dann in Gang gesetzt und dabei das Ventil J2 so gesteuert, dass es die erforderliche Säuremenge in den Behälter A fliessen lässt. Der Kolben D gelangt bei seinem Aufwärtsgange über die Mündungen der Rohre G und H, so dass eine Ladung Luft und Wasserdampf durch das Rohr G und Säure durch das Rohr H in den Pumpenstiefel unter den Kolben einströmen. Bei seinem Abwärtsgange bedeckt der letztere die Mündungen der Rohre G und H wieder und drückt die genannte, aus Luft, Wasserdampf und Säure bestehende Ladung durch das in seinem Boden befindliche Ventil E hindurch nach oben, wobei die drei Bestandtheile der Ladung gründlich vermischt und durch einander gerüttelt werden. Bei darauffolgendem Aufwärtsgange drückt der Kolben die Luft und Säure durch das Auslassventil F fort, für welch letzteres, nachdem es sich wieder geschlossen hat, die über ihm befindliche Säure einen Flüssigkeitsverschluss bildet. Da ein Theil des Pumpenstiefels über dem Kolben D mit Säure gefüllt ist, so bildet diese für die Mündungen der Rohre G und H einen Flüssigkeitsverschluss und der Kolben bedarf daher keiner Packung.

(Fortsetzung folgt.)

Neuartiges galvanisches Element.

Mit Abbildung.

Bei den gewöhnlichen für Telegraphenzwecke vielfach angewandten Callaud-Elementen war die Behandlungsweise derselben eine ziemlich umständliche, da es schwer hielt, die beiden Flüssigkeiten, Kupfersulfat und Zinksulfat, einzugiessen, ohne dass dieselben sich mischten. Eine wesentliche Vereinfachung bietet das in der Zeitschrift für Elektrotechnik, 1894 Heft 4, beschriebene Element, dessen Einrichtung die folgende ist:

Das Element besteht aus einem äusseren Standglase a und einem inneren Einsatzglase b, das nach unten durch eine (animalische oder vegetabilische, vorzugsweise Pergamentpapier) Membrane c verschlossen ist.

Das äussere Standglas wird zu nahezu ⅓ mit Kupfersulfatlösung gefüllt; das innere Gefäss erhält eine Füllung von Wasser bezieh. Zinksulfatlösung. In das innere Gefäss b (s. Figur) taucht ein Zinkgusstück z, das die Form zweier mit den Grundflächen sich berührender Kegel hat und nach dem Guss einer starken Pressung unterzogen wird, um das Zink möglichst homogen zu gestalten. An seinem unteren Ende ist in dieses Zinkstück ein nichtleitender Pfropfen p (etwa aus paraffinirtem Holz, Hartgummi bestehend) eingesteckt. Das Zinkstück hängt an einer das Gefäss bedeckenden Platte d. Die Verlängerung dieser Aushängung bildet zugleich den einen Pol des Elementes. Im äusseren Standglase liegt am Boden eine Kupferspirale k, die in ihrer Verlängerung einen gut isolirten Zuleitungsdraht hat, der den zweiten Pol darstellt.

Textabbildung Bd. 292, S. 186
Das Element wirkt in der Weise des Meidinger- bezieh. Callaud-Elementes, bietet aber diesen gegenüber den Vortheil, dass sich die Flüssigkeiten weder im Ruhezustande, noch auch im Betriebe mischen können, was durch die am Einsatzglase aufgespannte Membrane verhindert wird.

Von Wichtigkeit bei diesem Elemente ist der Umstand,