Text-Bild-Ansicht Band 296

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Aus der grossen Reihe zum Theil wenig beachtenswerther neuer Ausführungen ist zunächst die auf den ersten Blick als praktisch erscheinende Construction von Max Weihe in Hamburg (Fig. 1 und 2) hervorzuheben, welche einen nach aussen abgeschlossenen Körper darbietet, in dem die bei der Verdrehung activen Organe untergebracht sind. In die Nabe A sind die Flügel C (hier deren zwei) mittels doppelkonischer Zapfen m eingelassen, wobei zweitheilige Schraubenringe r sie auf ihren Sitzen sichern. Die hohle Triebwelle B ist mit der Nabe verbunden; sie wird von Welle D durchsetzt, die mittels gegabelter Zahnstange Z so auf die an den Zapfen m festen Triebe Z1 einwirkt, dass die Flügel aus der Lage xx in die Lage yy, d.h. aus der Stellung für Vorwärtsfahrt über die todte Stellung bis zu derjenigen für volle Rückfahrt gedreht werden können. Es ist einleuchtend, dass bei dieser Combination auch die Anordnung von mehr als zwei Flügeln ermöglicht ist, da ja nur die Form der gezahnten Gabel einer Abänderung zu unterwerfen ist. Die Verschiebung der Stange D lässt sich mit Hilfe eines Reversirhebels vollziehen, welcher einen die Welle B umgebenden Ring axial bewegt; in letzterem rotiren die durch seitliche Durchbrechungen der Welle B durchtretenden Enden eines an der Stange D vorgesehenen Querhauptes.

Textabbildung Bd. 296, S. 180
Textabbildung Bd. 296, S. 180

In einer späteren Construction (Fig. 3) vervollkommnet Weihe seine zweiflügelige Schraube, indem er den Flügelzapfen eine sichere Lagerung verleiht, ohne dass die Herausnahme erschwert würde, und zwar erreicht er dies auf folgende Weise: Die beiden Flügel sind wieder mit kurzen, starken Halslagern im festen Büchsenkörper D drehbar, während die abgesetzten Flügelzapfen a mit den Zahnradsegmenten G durch Splinte H verbunden sind. Nun hat aber der eine Flügel einen gegen a nur wenig schwächeren, hohlen Zapfen C, in den der stark abgesetzte Vollzapfen B des anderen Flügels eingreift, so dass die Flügel gegen einander centrirt werden. Der Zapfen B hat eine Nase B1 der Zapfen C eine hierzu passende Ringnuth C2 und Längsnuth C1. Die beiden Flügel sind also mittels Bajonnetverschlusses mit einander gekuppelt. Die Kuppelung geschieht, indem die beiden Zapfen bei einer der Aussergebrauchsstellung der Flügel entsprechenden Lage, in der Nase B1 vor Nuth C1 steht, in einander geschoben und dann gegen einander verdreht werden. Die Zahntriebe sind so gestaltet, dass die verstellende gabelförmige Zahnstange nicht gekröpft zu werden braucht. Offenbar kann ein ähnlicher Bajonnetverschluss anstatt zwischen den beiden Flügelzapfen auch zwischen Zapfen und Nabe D hergestellt werden.

R. Holtz in Harburg a. E. kehrt die Anordnung in einer weniger ansprechenden Weise um; er lässt die Flügelzapfen B (Fig. 4 und 5) gleichfalls in hohlen Naben A sich drehen, diese Drehung erfolgt aber in Folge Verschiebung der Nabe, also Verrückung der Zapfenmittel. In der Ausführung nach Fig. 4 ist die Nabe A auf der axial verschiebbaren Propellerwelle C fest; sie wird am anderen Ende von einer bewegungslosen Achse D durchsetzt, welche in dem als vorhanden angenommenen Ruderpfosten E eingespannt ist und an ihrem inneren Theil die als Verzahnung ausgebildeten, das Segment F der Flügelzapfen B beeinflussenden Ringwulste trägt. Die Skizze zeigt die Nabe A in ihrer weitesten Stellung nach dem Ruderpfosten; wenn sie nach dem Steven gezogen wird, wälzt sich F auf den Ringwulsten ab. Eines Pfostens E bedarf die zweite Ausführung (Fig. 5) allerdings nicht, da für diese der Steven genügt. Auf dem Zapfen B sitzt hier die Kurbel H, an welche die am Steven unverschiebbar, aber mit der Welle C und Nabe A verdrehbar befestigte Stange 1 angelenkt ist. Wird in diesem Falle die Nabe A verschoben, so bewirken die Stange I und die Kurbel H die Verdrehung der Flügel. In beiden Fällen ist übrigens die Nabe A in einer Büchse K geführt, so dass Unreinigkeiten sich nicht zwischen Nabe und Steven festsetzen können. Nach hinten wird der Hohlraum durch die abnehmbare Kappe L abgeschlossen. Wie in allen besseren neueren Constructionen sind, und das soll nicht unerwähnt bleiben, die verstellenden Organe in einem nach aussen glatten Gehäuse untergebracht.

Textabbildung Bd. 296, S. 180

Dieser letzteren Bedingung kann anscheinend die Einrichtung (Fig. 6) von Bernhard Schultz in Berlin nicht in vollem Maasse gerecht werden; es addirt sich hier dieser Umstand als Fehler zu dem der Verschiebbarkeit der Flügelzapfen. Indessen ist der Apparat einfach. Die Welle c selbst ist unverschiebbar, wohl aber eine Nabe d mit Hilfe der Hülse k. In der Nabe sind die mit Zahnkränzen