Text-Bild-Ansicht Band 301

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auch dieser Stöpsel mit einer Lampe verbunden ist. Nach diesem zweiten Schlusszeichen soll erst die Verbindung auf dem Amte wieder getrennt werden. Wird vom Amte aus gerufen, so wird, wie leicht zu entnehmen, das Umgekehrte eintreten, d.h. erst die Schlusszeichenlampe leuchten und beim Abhängen des Theilnehmerhörers die Beginn- und die Schlusszeichenlampe eingeschaltet sein, ohne jedoch zu leuchten. Dieses der Hauptfabrik (Western Electric Comp.) auch in Amerika patentirte Schaltungssystem dürfte viele Vorzüge haben, jedoch muss meiner Meinung nach der praktischen Verwerthung es vorbehalten bleiben und abzuwarten sein, ob bei der Construction der Vielfachumschalter Mittel und Wege gefunden werden, die durch Benutzung der Glühlampen hervorgerufene lästige Erwärmung und ein Blenden nicht unangenehm zu empfinden.

Gleichzeitig sei hier kurz ein kleiner neuer Umschalter der Telephonapparatfabrik Fr. Welles, welche Firma auf der Ausstellung zwar nicht vertreten ist, erwähnt. Der kleine als Hörumschalter zu bezeichnende Apparat (D. R. P. Nr. 80209) besteht im Wesentlichen aus einem nach zwei Richtungen hin aus einer Mittelstellung heraus beweglichen Doppelkeil, der zwei Gruppen von Umschaltefedern beeinflusst, welche mit den betreffenden Leitungen verbunden sind. Der Doppelkeil ist in der Mitte gelagert und kann mittels zwei oder auch mehr an den Enden des Keils angreifenden Druckknöpfen in die eine oder andere Stellung gedrückt werden, wobei er aus der zweiten Seitenstellung selbsthätig wieder in die Mittellage zurückkehrt.

Textabbildung Bd. 301, S. 78

Ein von der Firma Siemens und Halske auf der Ausstellung vorgeführter und von bekannten Constructionen abweichender Vielfachumschalter gehört zu der Klasse der wagerechten Umschalter. Die Klappen sind nicht am Tischumschalter untergebracht, sondern es ist über dem eigentlichen Umschalter ein von Säulen getragener Kasten angebracht, welcher die Klappen enthält, Entsprechend der Bedienung des Umschalters von beiden Längsseiten befinden sich auch auf beiden Seiten des Tischumschalters derartige Klappenkästen, welche ebenso lang sind wie die Tischumschalter selbst. Die Kästen sind so hoch über dem Boden angeordnet, dass unter diesen der den Umschalter bedienende Beamte stehen und von seinem Platz aus das ihm gegenüber befindliche Klappenfeld übersehen kann. Selbstverständlich müssen die den Localklinken der linken Umschalterseite entsprechenden Klappen im rechts befindlichen Klappenkasten untergebracht werden und umgekehrt. Da ein Erreichen der Klappen mit der Hand zwecks Wiederaufrichtung nicht möglich, verwendet die Firma Siemens und Halske eine neue, von ihr construirte Wechselklappe (D. R. P. Nr. 80236). Zwei Elektromagnete E1E2 (Fig. 8) sind an den unteren Polenden vereinigt und tragen einen um a drehbaren Anker A. Die Drehachse liegt unterhalb der Schwerlinie, so dass der Anker ein Uebergewicht hat. Mit diesem zwischen den Polen p1 und p2 schwingenden Anker ist ein zweiarmiger leichter Bügel durch b fest verbunden. Die Enden K1 und K2 des Bügels sind nach abwärts gebogen. Der Bügel K1 trägt die Nummeraufschrift und tritt bei Erregung des Elektromagneten E2 vor die Glasscheibe G. Bei Schluss des Theilnehmerstromkreises wird der Anker A vom Magnet E1 angezogen und der Bügel umgelegt, wo er in Folge seines Uebergewichtes verbleibt, bis er durch Stromschluss des Magneten E2 auf die andere Seite gelegt wird.

Ausser ihren Vielfachumschaltern (Fig. 1) hat die Firma Mix und Genest, Actiengesellschaft, einen der gleichfalls bei der Reichspost eingeführten und in Fig. 9 veranschaulichten Fernschränke ausgestellt.

Textabbildung Bd. 301, S. 78

Die äussere Gestaltung ähnelt den früher von Fr. Welles gelieferten Schränken, in Bezug auf die Schaltung und Einrichtung weicht jedoch der Fernschrank von Mix und Genest wesentlich ab.

Der Schrank ist für zwei Schleifen derart eingerichtet, dass derselbe im Fernverkehr als eine Zwischenstelle oder zwei Endstellen benutzt werden kann.

Ausser den Schleifenleitungen befinden sich an jedem Schrank drei Einzelanschlüsse vom Ortsvermittelungsamt, zwei der letzteren zu dem Zweck, bei Endstelle des Fernamtes zwei Ortstheilnehmer an die beiden Schleifenenden anlegen zu können und eine dritte Leitung vom Ortsvermittelungsamt für den dienstlichen Verkehr zwischen Ortsund Fernamt frei zu haben.

An Apparaten enthält der Fernschrank (vgl. Fig. 9) von oben angefangen folgende:

In der Krönung ein Dosentelephon mit Summer. Vier Sanduhren mit einer Laufzeit von 3 Minuten; für jede