Text-Bild-Ansicht Band 301

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Zu dem Behufe wird die in Fig. 14 dargestellte Dreh- und Umschaltvorrichtung angewendet (D. R. P. Nr. 83173). Dieselbe besteht aus der Platte p, an welcher die beiden Mikrophone M und M1 angebracht sind, und welche um die Achse a-x drehbar ist. Die letztere ist in zwei von einander isolirten Trägern t und t1 gelagert, die gleichzeitig zur Stromleitung dienen und zu dem Zwecke Einschaltstücke c und c1 besitzen, welche in bekannter Weise in Verbindung mit der weiteren Mikrophonstromleitung gebracht werden.

Je ein Pol k und k1 der Mikrophone M und M1 ist in steter stromleitender Verbindung mit dem Träger t1, was unmittelbar durch die metallische Achse a-x erreicht wird, deren Ende a durch eine Hülse h vom anderen Träger t isolirt ist.

Textabbildung Bd. 301, S. 82

Die zwei anderen Pole des Mikrophons, welche durch die Kohlenschallplatten m bezieh. m1 gebildet werden, sind in steter metallischer Berührung mit den Metallstiften st bezieh. st1, die mit dem Mikrophongehäuse in fester Verbindung sind. Die Stromschlussfeder f kommt nun je nach der Stellung des Doppelmikrophons entweder mit dem Stifte st oder st1 in Verbindung, so dass entweder das Mikrophon M oder M1 in den Stromkreis eingeschaltet wird. Der Stromlauf ist folgender:

Ueber Schallplatte m oder m1 in den metallischen Deckel d oder d1 nach st oder st1 über Feder f, Träger t, Stromschlusstift c zu den bekannten Theilen des Mikrophonstromkreises (Inductionsspule, Batterie) über c1, t1, Achse a-x zum zweiten Pol des Mikrophons k oder k1 zurück.

Um die Drehung bequem vornehmen zu können, ist an der Achse a-x eine Kurbel oder ein Knopf K befestigt, der mit Anschlagstiften versehen ist, welche gegen den Anschlagstift i stossen und die Bewegung begrenzen.

Bei Kohlenkörnermikrophonen wird durch die Drehung und den Anschlag des Gehäuses eine Erschütterung des Kohlenpulvers herbeigeführt, was die stets gute mikrophonische Wirkung sichert.

Eine Feder f1 sichert durch Einschnappen in eine Einkerbung der Achse die jeweilige Stellung des Doppelmikrophons.

Die Firma Friedr. Heller in Nürnberg-Glaishammer hat eine Einrichtung angegeben (D. R. P. Nr. 85768), durch welche bezweckt wird, bei Telephonstationen die Mikrophonbatterien in Fortfall zu bringen, so dass bei Fernsprechapparaten, bei. welchen das Läutewerk durch Inductoren betrieben wird, überhaupt keine Batterie mehr nöthig ist.

Zu diesem Behufe findet zum Betriebe des Mikrophons ein Accumulator Verwendung, der an der Sprechstelle selbst, und zwar gleichzeitig mit dem jeweiligen An- und Abläuten, geladen wird.

Innerhalb des Telephongehäuses wird ausser dem Magnetinductor eine kleine Dynamomaschine so angeordnet, dass sie gleichzeitig mit diesem von der gemeinschaftlichen Welle aus betrieben wird.

Der hierbei in dem Inductor erzeugte Strom dient in üblicher Weise zum Betrieb des Läuteapparates, während der aus der Dynamo kommende Strom eine kleine, an geeigneter Stelle untergebrachte Accumulatorenbatterie speist.

Da letztere demnach vor und nach jedem Gespräch geladen wird, so ist bei Wahl richtiger Verhältnisse stets so viel Strom vorhanden, als unter normalen Umständen zum Betrieb des Mikrophons erforderlich ist.

Auch bei aussergewöhnlicher Inanspruchnahme kann durch länger andauerndes Kurbeln jederzeit eine ausreichende Strommenge erzeugt werden.

Damit bei der Ruhelage die Accumulatorenbatterie nicht durch die Wickelung der Dynamo kurz geschlossen werde und sich aufbrauchen kann, ist zwischen den beiden Stromerzeugern eine entweder von Hand zu betreibende oder selbständig wirkende Stromschlussvorrichtung eingeschaltet, durch welche beim Stillstand der Dynamo der Ladestromkreis unterbrochen, während des Kurbeins hingegen Stromschluss hergestellt wird.

Ob die Einrichtung sich in der Praxis bereits bewährt hat, ist mir unbekannt. Vielleicht wird ein weiterer Ausbau auf diesem Wege auch erst noch erfolgen müssen.

Durch eine andere Neuerung wird die möglichst vollkommene Ausnutzung aller, das magnetische Feld eines Telephons bildenden Kraftlinien und eine weitergehende Verminderung der magnetischen Streuung, als dies durch die blosse Annäherung der Platte an den Magnetpol erreicht werden kann, angestrebt.

Textabbildung Bd. 301, S. 82

Zu diesem Zwecke wird die Schaltplatte A (Fig. 15) mit einer oder mehreren Ausbauchungen B versehen, welche sich in ihrer Anordnung der Polform C anschliessen. Es werden hierfür in der Patentschrift Nr. 86594 mehrere Vorschläge gemacht, je nachdem, ob eine oder mehrere Spulen D, oder ob Glockenmagnete zur Verwendung kommen. Wenn der Magnetpol die Spule überragt, so wird die Ausbauchung B so angebracht, dass der Pol in ihre Höhlung tritt, letzterer also am Polende abgerundet ist.

Wesentlichere Neuerungen bei Centralumschaltern und Tableaux betreffen die zur Verwendung gelangenden Klappen. Da es in grossen Hotels, besonders des Morgens, bei regem Betriebe öfter vorkam, dass die üblichen Glockenzeichen (ein-, zwei- und dreimal Läuten) für den Kellner, das Zimmermädchen oder den Hausdiener nicht mehr unterschieden werden konnten und daher die Bedienung mangelhaft wurde, construirte die Actiengesellschaft Mix und Genest eine Tableauklappe mit drehbarer Zeichenscheibe, bei welcher entsprechend dem ein- oder mehrmaligen Klingeln Zahlen 1, 2 bezieh. 3 erscheinen.

Bei der in Fig. 16 dargestellten Klappe erfolgt nach jedesmaligem Anziehen des Ankers a eine Vierteldrehung der Scheibe b durch Auslösen der Klinke c.

Die Zurückstellung der Klappe geschieht durch eine aus dem Tableaukasten vorstehende Stange. Dieselbe stösst ähnlich wie bei den Fallklappentableaux gegen einen Hebel d der Drehklappe. Hierbei wird die Zahnstange e