Text-Bild-Ansicht Band 307

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sitzenden Doppelsitzventilen auf gemeinschaftlicher Spindel zusammenzusetzen, die nach einander und unabhängig von einander durch die Ventilspindel geöffnet oder geschlossen werden. (D. R. P. Nr. 91523.)

Textabbildung Bd. 307, S. 146

Fig. 57 stellt ein solches viersitziges, als Dampfeinlassventil ausgebildetes Steuerungsorgan dar. Auf der Spindel a ist der untere Theil des Ventils, das Doppelsitzventil b, durch die Mutter c fest aufgeschraubt. Ueber der letzteren sitzt der andere Theil des Ventils, das Doppelsitzventil d, lose und mit Spiel zwischen der Oberkante der Mutter c und der Unterkante der Ventilnabe f. Das Ventil d wird durch eine Feder g, die sich andererseits gegen den Deckel i stützt, auf seinen Sitz gedrückt. Wird die Ventilspindel durch den Mechanismus der Aussensteuerung angehoben, so folgt der Ventiltheil b sofort, derjenige d dagegen erst, nachdem die Mutter c die Nabe f erreicht hat, dieser Bewegung. Beim Rückgange der Ventilspindel wird zuerst der Theil d unter Wirkung der Feder g geschlossen, dann entfernt sich die Mutter c von der Nabe f und die Steuerung drückt den unteren Ventilhebel b auf seinen Sitz.

In ähnlicher Weise kann das Auslassventil angeordnet werden.

Einen direct von der Dampfzuströmung bethätigten Geschwindigkeitsregler für Dampfmaschinen von J. W. Fr. Scheffer in Boorweerth (Holland) zeigt Fig. 58.

Das in die Dampfleitung eingeschaltete Gehäuse hat zwei Abtheilungen b und b1, von denen die obere b mittels des Rohrstutzens a an die vom Kessel kommende Rohrleitung, die untere b1 mittels des Stutzens s an die nach dem Schieberkasten führende Leitung anschliesst. Zwischen den beiden Abtheilungen liegen zwei auf einander geschliffene ringförmige Scheiben p1p2, von denen die untere, festliegende mit einer Hülse c ausgestattet ist, auf der sich die obere, drehbare Scheibe führt. Der Ringkranz beider Scheiben ist von einer Anzahl radial gestellter Oeffnungen durchbrochen, die durch den mittels Handkurbel bewegten, in die Verzahnung c1 der oberen Scheibe eingreifenden Trieb s mehr oder weniger geöffnet werden können.

In der Hülse c führt sich der Kolben p, der normal am oberen Ende der Hülse steht; er ist auf einer Stange t befestigt, die noch zwei Tellerventile s1s2 trägt und in Kappen c2c3 des Gehäuses gleitet. Am unteren Ende stützt sich die Stange t auf ein die Feder r bedeckendes Scheibchen r1; sie kann ferner mit dem Kopfe r2 eines von aussen zu bethätigenden Stiftes t1 in Berührung gebracht werden. Etwaige Ansammlungen von Condenswasser lassen sich durch die verschraubten Kanäle l entfernen.

Die Regulirung findet in folgender Weise statt:

Sind die Durchlassöffnungen der Ringscheiben p1p2 auf normale Gangart der Maschine eingestellt, so bleiben, solange sich dieselbe nicht verändert, sämmtliche Theile des Apparates in Ruhe. Sobald die Geschwindigkeit der Maschine anwächst, tritt der Dampf mit grösserer Beschleunigung aus s in die nach dem Schieberkasten führende Leitung und strömt in Folge dessen auch schneller durch a nach. Dadurch erhält der Kolben p einen dem Unterschiede der Geschwindigkeiten des Dampfes entsprechenden Stoss und bewegt sich mitsammt der Stange t nach abwärts, so dass durch die Ventile s1s2 der freie Durchgangsquerschnitt für den Dampf verringert wird. Der Dampf wird sich in Folge dessen in b1 und b2 ansammeln und, da seine Spannung zunimmt, den Kolben p mit den Ventilen s1s2 so lange nach oben treiben, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist.

Bei etwaigem plötzlichen bezieh. zu weitem Niedergange des Kolbens p schlägt die Stange t auf das Scheibchen r1 auf; sie wird jedoch durch die Feder r wieder angehoben, so dass die Ventile von ihren Sitzen entfernt bleiben. Sollte letzteres nicht eintreten, so kann die Kolbenstange t mit Kolben und Ventilen durch den Stift t1 angehoben werden.

Textabbildung Bd. 307, S. 146

Um Heizdampf aus dem Aufnehmer von Verbunddampfmaschinen auch in solchen Fällen in grösseren Mengen entnehmen zu können, wo der zum Betriebe der Heizung erforderliche niedrigste Druck des Dampfes über der mittleren Aufnehmerspannung liegt, schliesst Carl Pieper in Berlin (D. R. P. Nr. 91320) das von dem Aufnehmerdampf durchströmte Rückschlagventil anstatt unmittelbar an den Sammler der Heizung an den Saugraum einer Düsenanordnung an, durch welche der Dampf aus der Kesselleitung der Heizung zugeführt wird. Durch die Injectorwirkung tritt mit dem hochgespannten Kesseldampfe je nach dem grösseren oder geringeren Ueberschuss der Dampfspannung in der Heizung über diejenige im Aufnehmer eine geringere oder grössere Menge Dampf unter Erhöhung seiner Spannung und Temperatur in die Heizleitung über.

Eine Dampfmaschine mit federbelasteten Kolben anstatt der Cylinderdeckel von Otto Abraham und Hermann Meisel in Platkow bei Güsow ist in Fig. 59 dargestellt.

Anstatt der Deckel sind bei dem Dampfcylinder a zwei Kolben cc1 angeordnet, welche den Cylinder an den Enden dampfdicht abschliessen sollen. Durch beide Kolben und die mit ihnen verbundenen Rohrführungen dd1 ist die Stange e des Arbeitskolbens b geführt, deren Enden mit Kreuzköpfen kk1 versehen sind. Zwischen den Kolben cc1