Text-Bild-Ansicht Band 307

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S. 139) mit einem Energieaufwande von 14 Kilo-Wattstunden auf 1 cbm elektrolytisch aus 18procentiger Natronlauge bei 55°. Die Elektroden sind in gusseisernen Glocken angeordnet. Zu einem Bade, das 55 l Lauge fasst, werden 200 bis 300 Ampère geleitet; die Spannung beträgt 2,8 bis 3 Volt.

Die bekannte Thatsache, dass mit der Abkühlung des Sauerstoffs die Ozonausbeute steigt, benutzt The Electric Rectifying and Refining Co. (Englisches Patent Nr. 29966 von 1896). Der Sauerstoff wird entweder durch ein Kühlungsmittel geleitet oder comprimirt, gekühlt und entweder direct in den Ozonisator oder in eine Vorrathskammer expandirt. Der Sauerstoff sollte möglichst rein sein. Auch Edward Beanes (Journ. of the Society of Chem. Industry, 1897 Bd. 16 S. 395) will die Luft erst durch Baumwolle leiten und ausserdem trocknen. Man soll mit stark beladenen Elektroden arbeiten. Dann müssen aber Spitzen, sogar Staub- und Schmutzflecken vermieden werden, da sie Funken erzeugen, die das entstandene Ozon wieder zerstören. Den ersten Ozonisator mit parallelen Glasplatten construirte Ladd im Auftrage des Verfassers. Die Elemente des Ozonapparates von Otto (Französisches Patent Nr. 254598) bestehen aus einer nichtleitenden vollen oder gitterförmig ausgeschnittenen Platte zwischen zwei Platten aus Glas oder einem dielektrischen Körper, zwischen denen das Gas durchströmt. A. Verley (Französisches Patent Nr. 258166; Englisches Patent Nr. 17228/1896) nimmt eine polirte Kupferplatte und eine Glasplatte, die auf der der Metallplatte abgekehrten Seite versilbert oder verzinnt ist. Zwischen ihnen streicht die Luft im Spiral- oder Zickzackwege nach dem Auslass in der Mitte. Gekühlt wird durch Flüssigkeit, die über eine Schieferplatte, an der das Kupferblech befestigt ist, strömt, oder durch die Entspannung zusammengepresster Gase. Die Entladungen haben Potentiale von 5000 bis 10000 Volt, selbst bei 5 bis 6 mm starken Glasscheiben. Patin's Ozonapparat (Französisches Patent Nr. 255981) hat bewegliche Prismen oder Platten, die durchbohrt sind, oder auch kreisrunde Röhren, so dass die Luft oder ein anderes Gas in bestimmter Richtung in die Kammer geschleudert wird. Während theoretisch 1 elektrische /Std. 1 k Ozon liefern sollte, kann man in gewöhnlichen Apparaten nur 10 bis 12 g, in den Apparaten von E. Andreoli (Journ. of the Society of Chem. Ind.; Elektrochem. Zeitschr., 1897 Bd. 4 S. 180; vgl. auch D. p. J. 1897 304 136) 30 bis 50 g gewinnen. Die Kosten betragen für 1 k 3 M., wenn 1 /Std. etwa 8 bis 9 Pf. kostet. Bei den Apparaten werden die Elektroden nicht durch drei Dielektrica, zwei Glaswände und Luft getrennt, sondern der Luftstrom geht direct zwischen den Elektroden hindurch. Die Oxydation des Elektrodenmetalls ist unbedeutend und kann durch einen Firnissüberzug verhindert werden. Durch den Wegfall der Zwischenwände von Glas wird die Erhitzung und dadurch die Zerstörung von Ozon vermindert. Die Elektroden sind mit zahlreichen punktförmigen Erhöhungen versehen, die die Bildung der Effluvien erleichtern. Die Luft wird in schnellem Strom durch die engen Zwischenräume zwischen den Elektroden geleitet. In anderen Apparaten werden Glaswände zwischen tafelförmigen Elektroden angewandt, von denen mehrere neben einander so angeordnet sind, dass die eine Hälfte der Platten mit dem einen Pol, die dazwischen liegenden mit dem anderen Pol der Inductionsrolle verbunden sind. Die Elektroden werden durch Luft oder Wasser abgekühlt. Sie wirken in Folge der beschriebenen Anordnung zweiseitig. Sie sind lang und eng neben einander und mit punktförmigen Erhöhungen versehen. Eine andere Art von Ozonapparaten beruht auf Folgendem: Wenn man eine Glühlampe mit einem Pol einer Inductionsrolle verbindet und den anderen Pol mit einer Elektrode, die mantelförmig oder spiralig die Glühlampe umgibt, tritt ein schwaches Leuchten in der Glühlampe auf und die Luft zwischen der äusseren Elektrode und der Glaswand wird ozonisirt. Ist die Glühlampe nicht luftleer, so unterbleibt gleichzeitig das Glühen und die Bildung von Ozon. Das Commercial Ozone Syndicate Ltd. (Electr. Rev., London, vom 5. November 1897) erhält in Yarnold'schen Ozonisatoren 1000 cbm ozonisirte Luft für 1,20 M. Man arbeitet mit Strömen von 12000 Volt, die durch Oeltransformatoren aus Wechselströmen von 100 Volt erhalten werden. Ozon ist gut verwendbar zur Vernichtung des Schimmels in Bierfässern. Wird es zur Verdickung von Leinöl und anderen für Malerei oder Linoleumfabrikation bestimmten trocknenden Oelen benutzt, so gibt es ein helleres Product als die anderen Methoden. Die Unkosten betragen auf die Tonne 4 M. gegen 10 M. bei den bisher gebräuchlichen Verfahren. S. Rideal will solche Golderze, die nicht für directe Cyanidlaugung geeignet sind, erst mit Ozon behandeln. Nach E. Andreoli (London Electr. Rev., 1897 Bd. 41 S. 498) können 100 g Ozon 9000 l Wasser von mittlerer Unreinigkeit desinficiren, wenn die oxydirende Wirkung, was bisher noch nicht möglich ist, voll ausgenutzt wird. Ozon führt nach M. Otto (Dissert. Paris, 1897; L'Éclair, electr., 1897 Bd. 12 S. 210) Methan und Aethylen in Aldehyde und Säuren über. Mit Benzol liefert es einen explosiven Niederschlag. Eugenol, Safrol, Estragol und ihre Isomeren geben mit Ozon Aldehyde; Methyl- und Aethylalkohol Aldehyde und Säuren; Glycol Oxalsäure und Glyoxylsäure; Glycerin Mesoxalsäure; Phenol und Dioxybenzole verharzen; Anilin liefert Chinon und Azobenzol; p-Toluidin p-Azotoluol. Zur Darstellung von Vanillin lässt man durch eine auf dem Wasserbade erhitzte Lösung von 100 g Isoeugenol in 1000 g Essigsäure 24 Stunden lang einen 5 mg Ozon im Liter enthaltenden Gasstrom mit der Geschwindigkeit von 400 l in der Stunde gehen. Der Ueberschuss an Essigsäure wird auf dem Wasserbade im Vacuum abdestillirt, der Rückstand in Aether gelöst und mit Natriumbisulfitlösung von 40° Be. durchgeschüttelt. Die Bisulfitverbindung wird bei 50° durch Schwefelsäure (1 : 1) zersetzt. Das Rohvanillin wird durch Destillation und Krystallisiren gereinigt. Auch zur Oxydation der Leukobasen von Farbstoffen soll es gebraucht werden (Französisches Patent Nr. 267881). Lingheld (Französisches Patent Nr. 254730 stellt Lösungen von Ozon in Chininsalzlösungen her.

Zur Reinigung von Kesselspeise-Wasser soll sich (Street Railway Journ.; l'Éclair. électr., 1897 Bd. 12 S. 139) seit 2 Jahren der Apparat von Curtis-Hull bewährt haben. Er besteht aus einem gusseisernen Cylinder, der innen über einander abwechselnd durchlöcherte Zink- und Kupferscheiben enthält. Dem Wasser, das den Apparat durchströmt, wird etwas Salzsäure zugesetzt. Die Versuche mit dem Hermite'schen elektrolytischen Wasserreinigungsverfahren haben (The Engineering, 1897 Bd. 39 S. 771) in Bombay zu dem Resultate geführt, dass die durch Elektrolyse