Text-Bild-Ansicht Band 309

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Zeichner werden, der seine Schriften und Ornamente selbst schafft und gleich dem Lithographen auf die Platte zeichnet. Damit würde der Untergang der eigentlichen Setzerei besiegelt sein und die Lithographie Siegerin bleiben. Die in dieser Beziehung gemachten Versuche sind indessen noch zu unvollkommen, als dass man sich darüber beunruhigen müsste.

Ueber die Setzmaschinen auf der Wiener Jubiläumsausstellung erfährt dieselbe Quelle, dass ausser zwei Setzmaschinen Linotype und Monoline auch zwei Typograph-Maschinen in voller Thätigkeit vorgeführt wurden, und zwar, waren nur die Typograph-Maschinen am Ausstellungs-Eröffnungstage arbeitsfertig, während sowohl die Linotype als auch die Monoline ihre Thätigkeit noch nicht beginnen konnten. Da erst später elektrische Kraft und Leuchtgas geliefert wurden, konnten allerdings auch die Typograph-Maschinen nicht vorher in Gang gesetzt werden.

Feuerungstechnik.
Neuere Dampfkessel.

Mit Abbildungen.

Nachdem die Ueberzeugung immer mehr zum Durchbruch gekommen ist, dass hoher Dampfdruck, verbunden mit starker Expansion des Dampfes, von wirthschaftlichem Vortheile ist, hat sich der Fortschritt im Kesselbau vorwiegend auf die Ausbildung des Systems der Röhrenkessel erstreckt. Diese vereinigen in der That verschiedene Vortheile in sich, zu denen auch wesentlich der geringe erforderliche Raumbedarf gehört. Bemerkenswerth sind nach dieser Richtung die auch in nachstehendem Berichte erwähnten Fortschritte des Serpollet-Kessels, der auch in Deutschland allmählich grössere Verbreitung gewinnt. Der geringe Raumbedarf macht die Röhrenkessel in erster Reihe für den Kraftbedarf der Schiffe geeignet. Daher ist die häufige Verwendung derselben bei der englischen Technik und die grosse Anzahl der englischen Neuconstructionen in Röhrenkesseln erklärlich. Dass manches im Laufe der Zeit aus dem Kesselprogramm verschwinden wird und verschwinden muss, ist unzweifelhaft. Wir erwähnen daher manche Construction nur in der Voraussicht, dass sie diesen oder jenen anregenden Kern enthalten.

Zwerg- und Kleinkessel.

Watson's Zwergkessel. American Machinist gibt Beschreibung und Abbildung des Kessels von P. Watson in New York, der in Fig. 1 nach seiner äusseren Erscheinung und im Schnitt dargestellt ist. Er ist als Kleinkessel ausgebildet, hat einen kreisförmigen Rost von annähernd 340 mm Durchmesser, 68 gerade einzöllige Röhren von 550 mm Länge, die in der oberen und unteren Blechwand eingezogen sind und somit den oberen und unteren Theil des Wassers mit einander verbinden. Die Siederohre stehen etwas geneigt. Das Innere ist mit einer Eisenplatte versehen, welche den Zweck hat, die Heizgase zunächst nach aussen zu leiten, so dass sie die Röhren der Länge nach umspülen und dann nach der Mitte zu in den Schornstein streichen; auf diesem Wege dienen sie zugleich noch zum Trocknen des Dampfes. Der obere Theil des Kessels ist aus Kupferblech hergestellt. Der Kessel ist in allen seinen Theilen leicht zugänglich. Nach dieser Bauweise werden Kessel bis zu 500 und mit 200 Pfund, Quadratzoll geliefert.

Textabbildung Bd. 309, S. 68

Der Zwergdampfkessel von Gaillardet (Fig. 2 und 3) dient zum Betriebe eines Fahrradmotors. Der Kessel befindet sich zwischen den Vorderrädern an einem Wagenrahmen. Des Rauches wegen ist der Schornstein nach abwärts geführt und mündet unter dem Rahmen.

Textabbildung Bd. 309, S. 68

Der Kessel besteht aus dem cylindrischen Mantel, der Rauchhaube e, der Feuerbüchse und dem Rohrsystem. Feuerbüchse und Mantel sind mit einander verschraubt. Von der Feuerbüchse führt ein Rohr d nach oben, welches durch einen Deckel abgeschlossen ist und zur Aufnahme des Brennmaterials dient. Die Asche fällt durch den Rost auf die Strasse oder in einen Sammelkasten. Die entwickelten Heizgase streichen in den 20 mm im Lichten weiten Röhren nach