Text-Bild-Ansicht Band 309

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électrochimique, 1898 Bd. 2 S. 1) 51 M. für 1 Woche zu 52 Stunden. Vorausgesetzt ist dabei, dass man auf 3 mm dickem Blech 3 g für 1 qdm niederschlägt und 1 elektrische -Stde. 8 Pf. kostet. Dqdm = 1 Ampère, E = 6 Volt.

Entgegen den Angaben von Heidenreich (D. p. J. 1897 304 259) und S. Avery und B. Dales (Journal of the American Chemical Society, 1897 Bd. 19 S. 380) haben D. L. Wallace und E. F. Smith (Ebenda S. 870) von neuem festgestellt, dass das Cadmium sowohl aus essigsaurer wie aus schwefelsaurer Lösung in guter Beschaffenheit quantitativ fällt und aus Gemengen mit Kupfer aus salpetersaurer Lösung nur dieses, frei von Cadmium abgeschieden wird. In allen Fällen wurde der Elektrolyt auf 50° erwärmt. Die essigsaure, durch Lösen des Oxyds in Essigsäure, Verdampfen und Aufnehmen in Wasser erhaltene Lösung wurde mit E = 3,5 Volt und Dk, qdm = 0,054 Ampère, die schwefelsaure, auf ähnliche Weise gewonnene Lösung mit E = 2,5 Volt und Dk, qdm = 0,217 Ampère elektrolysirt. Das Kupfer-Cadmiumsalzgemisch wurde mit 2 cc Salpetersäure von 1,43 spec. Gew. versetzt und durch E = 2,5 Volt und Dk,qdm = 0,1 Ampère geschieden. Auch (Journal of the American Chemical Society, 1898 Bd. 20 S. 279) eine Lösung, die in 10 cc 0,1656 g Cadmium enthielt und nach Zusatz von 1,5 cc Phosphorsäure vom spec. Gew. 1,347 und überschüssigem Dinatriumphosphat auf 100 cc verdünnt war, gab bei 50° mit Dqdm = 0,06 Ampère und E = 3 Volt (nach 4 Stunden 0,35 bezw. 7) gut übereinstimmende Resultate. Das Cadmium wurde ohne Stromunterbrechung gewaschen. Dauer 7 Stunden. Nach E. Rimbach (Zeitschrift für analytische Chemie, 1898 Bd. 37 S. 284) ist die Beilstein'sche Methode am geeignetsten. Neutrale Chlorid- oder Sulfatlösungen werden mit einem Ueberschusse (3 g) reinen 98procentigen Cyankaliums durch Dqdm = 0,02 bis 0,04 Ampère, E = 3 bis 3,3 Volt gefällt. Dauer 52 bis 16 Stunden. Aus Kaliumcyanidlösung kann man Cadmium auch in kupferhaltigen Aluminium-Cadmium-Zinklegirungen trennen. Kupfer scheidet sich erst ab, wenn alles Kaliumcyanid zersetzt ist. Nitrate werden am besten erst mit Salz- oder Schwefelsäure eingedampft. Neutralisirt man sie durch Natronlauge und fügt dann Kaliumcyanid zu, so braucht man stärkere Ströme (Dqdm etwa = 0,4 Ampère) zur Abscheidung. Dabei wird das Gewicht des Metalls leicht durch Zersetzungsproducte des Kaliumcyanids etwas vermehrt. Zur Trennung des Cadmiums von kleinen Mengen Magnesium fügt man, um die Abscheidung des letzteren zu hindern, der cyankalischen Lösung Ammoniumchlorid zu. Die Kaliumdoppelcyanidlösung empfiehlt Sh. Cowper-Coles (Aluminium and Electrolysis, Februar 1898) auch zur galvanostegischen Fällung des Cadmiums und der Cadmium-Silberlegirung.

(Fortsetzung folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

13. Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine.

Am 5. und 6. d. M. wurde in Freiburg i. B. die 13. Wanderversammlung des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine unter dem Vorsitz des Geh. Oberbauraths Stübben-Cöln abgehalten. Es waren etwa 400 Delegirte aus allen Theilen Deutschlands erschienen. Auch die nahegelegene Schweiz und Oesterreich-Ungarn waren zahlreich vertreten. Geh. Oberbaurath Stübben-Cöln eröffnete die Verhandlungen mit einer längeren Begrüssungsansprache; in deren Verlauf er der vielen und grossen Erfolge gedachte, die dem deutschen Ingenieurwesen und der Architektur in den letzten Jahren zu Theil geworden sind, und die auch durch eine leider neuerdings sehr bemerkbar gewordene Bauspeculation nicht beeinträchtigt werden konnten. Namentlich auf dem Gebiet der Brücken- und Bahnhofsbauten sei in letzter Zeit Vieles und Grossartiges geschaffen worden, nachdem mit der Fertigstellung des Nord-Ostseekanals anscheinend die Aera der grossen Bauten zunächst abgeschlossen erschien. Was technische und architektonische Ausgestaltung anbelange, ständen diese Bauwerke vielfach einzig da. Redner erinnert an die Kaiser-Wilhelmbrücke bei Remscheid, das Henrichenburger Schiffshebewerk, die Cölner und Dresdener Bahnhofsbauten und schliesslich an die neuerdings mehr in Aufnahme kommenden Thalsperren, die zugleich das Eingangsthor zu einem neuen Arbeitsfeld für die deutsche Technik bildeten und zwar insofern, als gegenwärtig die Wasserbaufrage im Vordergrunde des Interesses stehe. Namentlich in Sachen der Bekämpfung der Hochwassergefahren stehe die deutsche Technik vor grossen Aufgaben. Weiter sei aber auch auf dem Gebiet der Wasserstrassen und ihres weiteren Ausbaues, sowie der Ausnutzung der Wasserläufe ein neuer Aufschwung demnächst zu erwarten, und es sei Pflicht der Technik, sich den bevorstehenden Arbeiten gewachsen zu zeigen. Auf dem Gebiet des Kleinbahnwesens habe die deutsche Technik neuerdings ebenfalls tüchtig gearbeitet und dadurch den Vorsprung eingeholt, den andere Länder vor uns seit Jahren voraus hatten. Die deutsche Elektrotechnik, wie sie einerseits auf dem Gebiet der Kraftbeschaffung und andererseits in dem Beleuchtungswesen zum Ausdruck komme, nehme den ersten Rang ein. So sei das Architekten- und Ingenieurwesen in Deutschland auf allen Gebieten unablässig vorangeschritten und dürfe auf Grund seiner Leistungen wohl erwarten, auf den Platz gestellt zu werden, der ihm im öffentlichen Leben zukomme. Nach den üblichen Begrüssungsansprachen folgte der Geschäftsbericht, den Stadtbauinspector Pinkenburg-Berlin erstattete. Dem Verbände sind 36 Vereine angeschlossen; im verflossenen Jahre sind drei neue und zwar die von Posen, Stettin und Erfurt hinzugetreten. Ferner haben sich zwei selbständige Vereine in Halle a. S. gebildet. Der nächste Congress wird 1899 in Braunschweig, der übernächste im Jahre 1900 in Bremen tagen. Zu einer entsprechenden Betheiligung des Verbandes an der Pariser Weltausstellung 1900 sind bereits die einleitenden Schritte gethan worden.

Von den Vorträgen mögen in kurzem Auszüge diejenigen über Construction und Architektur neuerer deutscher Brückenbauten und über die Wasserverhältnisse der Gebirgsflüsse hier wiedergegeben sein. Der erste Referent, Director Rieppel-Nürnberg, führte aus: Der wirthschaftliche Aufschwung des Reiches in den letzten Jahrzehnten hat die deutsche Ingenieurwelt auf dem Gebiete des Brückenbauwesens vor grosse Aufgaben gestellt. Es handelte sich dabei einmal um Aufgaben, die von dem auf diesem Gebiet schon weiter vorgeschrittenen Amerika, England und Frankreich bereits gelöst waren, zum Theil durch eingewanderte deutsche Ingenieure; auf der anderen Seite aber stand der deutsche Brückenbau vor ganz neuen und bis dahin nicht gestellten Aufgaben, deren Lösung ihm, vornehmlich auf Grund der umfassenden Vorarbeiten, glänzend gelungen ist. Nach der Mehrtens'schen Tabelle ist Deutschland zwar nur mit 24 Feldern mit 2,8 km Länge an dem allgemeinen Brückenbau betheiligt, während Amerika und England beinahe das Zehnfache aufzuweisen haben. Was ihm aber an Menge abgeht, hat der deutsche Brückenbau auf dem Gebiet des Constructionswesens vollständig nachgeholt. Man kann ohne weiteres behaupten, dass Deutschland auf diesem Gebiete eine führende Stellung einnimmt. Namentlich im Materialprüfungswesen, der Querschnittsberechnung, der Lagerung, der Dimensionirungsmethode und dem Spannungswesen ist deutscher Einfluss bei der Mehrzahl der ausländischen Brückenbauten unverkennbar. Ein grosses Verdienst gebührt in dieser Beziehung Gerber, dessen Materialprüfungsmaschine dem Brückenbauwesen einen neuen Aufschwung brachte und jetzt fast überall im Gebrauch ist. Auch das in Deutschland zum ersten Mal in Anwendung gebrachte Consolträgersystem hat sich der Aufmerksamkeit des Auslandes zu erfreuen. In der Knotenpunktausbildung folgt Frankreich bereits ganz den deutschen Grundsätzen. So war der deutsche Brückenbau genügend vorbereitet, als zu Beginn des letzten Jahrzehnts jene neuen grossen Aufgaben an ihn herantraten, deren Ausführung allgemeine Bewunderung erregt hat. Der Redner beschäftigte sich dann eingehend mit den seit 1884 geschaffenen deutschen Brückenbauten, die in die Systeme: Balken-, Bogen- und Hängebrücke zerfallen. Die erstere Art leitet die von Andreas Meyer entworfene Strassenbrücke über die Norderelbe bei Hamburg ein, die Lohseträger