Text-Bild-Ansicht Band 318

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wird durch die Vorrichtung nicht erreicht werden können, jedenfalls keine derartige Steigerung der Bewegung wie beim Einbau einer Dubiauschen Rohrpumpe.

Der eingebaute Schirm soll auch die Ablagerung des Kesselsteines auf der Feuerplatte verhindern, indem das Wasser fast horizontal über die Feuerplatte hinweggeleitet wird, wodurch die festen und schlammigen Bestandteile nach hinten gespült werden sollen.

Textabbildung Bd. 318, S. 18

Der Reichling-Kessel (Fig. 127) von der Firma Robert Reichling & Co., Dortmund und Krefeld, besteht aus einem kombinierten Cornwall- und Röhrenkessel, bei welchem der Röhrenkessel hinter dem Cornwallkessel angeordnet und durch einen Stutzen mit demselben verbunden ist. Ein Dampfsammler verbindet oben die beiden Kessel und nimmt den in dem Vorder- und Hinterkessel entwickelten Dampf auf.

Textabbildung Bd. 318, S. 18

Zwischen den beiden Kesseln ist eine Wand vorgesehen, deren oberer Teil aus einzelnen Röhren und deren unterer Teil aus einer Klappe besteht. Die Röhren können aus Chamotte hergestellt sein und dienen in diesem Falle zur Zuführung frischer Verbrennungsluft, welche durch kleine Löcher zu den Verbrennungsgasen tritt. Sind die Röhren aus Eisen, so benutzt man sie gleichzeitig als Wasserröhren. Diese aus den Röhren gebildete Wand hat den Zweck, die aus den Flammrohren tretenden Gase nach unten abzulenken und zu verhindern, dass dieselben nur vorwiegend die oberen Röhren des Kessels durchstreichen. Gleichzeitig wird damit der Vorteil erreicht, dass infolge der Richtungsänderung derGase die von diesen mitgerissenen Aschenteilchen nach unten abgeworfen werden.

Die beabsichtigte Einführung von Verbrennungsluft hinter dem Flammrohre muss als verfehlt bezeichnet werden. Bekanntlich ist man eifrig bemüht, das Ansaugen von Luft durch Mauerrisse u. dergl. zu verhindern, denn diese Luft nutzt der Verbrennung nichts mehr, da etwaige un verbrannte Kohlenwasserstoffe mindestens 700° C. zu ihrer Entzündung erfordern. Diese Luft wirkt nur nachteilig, denn sie erwärmt sich, vermindert die Temperatur der Heizgase und führt den grössten Teil der aufgenommenen Wärme in den Schornstein. Selbst wenn die Luft durch die Feuerbrücke zugeführt wird, kann der Erfolg zweifelhaft sein; hinter dem Flammrohr ist die Luftzuführung jedoch schädlich, denn hier pflegt die Temperatur bereits weniger, als 600° zu betragen. Zweckmässiger dürfte es jedenfalls sein, die erwähnten Röhren als Wasserröhren auszubilden.

Beim Reichling–Kessel kommen die Feuerzüge am Mantel in Wegfall; es soll hierdurch, weil nur Innenzüge vorhanden sind, die Wärmeabgabe der Heizgase an das Mauerwerk verhindert werden. Dabei ist aber zu bedenken, dass die Heizfläche verkleinert wird und dass daher der Reichling-Kessel relativ grösser ausfallen muss als die kombinierten Feuerröhrenkessel mit Mantelheizung, wenn man mit gleicher Fuchstemperatur arbeiten wollte. Durch die Anordnung der beiden Kessel hintereinander wird auch ein grösserer Grundriss als bei übereinander liegenden Kesseln erforderlich; dagegen ist keine doppelte Armatur notwendig und die Wasserstandsgläser liegen in bequemer Höhe. Unterhalb des Stutzens, der den Vorder- und Hinterkessel miteinander verbindet, kann auch ein Dampfüberhitzer angebracht werden, welcher durch die oben erwähnte Klappe ein- und ausgeschaltet werden kann.

Wenn von der ausführenden Firma behauptet wird, dass der Reichling-Kessel mit 1 kg Kohle 10% mehr Wasser verdampft als der beste Cornwallkessel, so dürfte das kaum durch Versuche zu beweisen sein.