Text-Bild-Ansicht Band 318

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Der kombinierte Flammrohr- und Feuerrohr – Kessel, System Leinveber (Fig. 128 und 129), von der Firma A. Leinveber & Co., Gleiwitz Bahnhof, stellt sich als eine Verbesserung des Dupuis-Kessels dar. Der Flammrohrkessel steht mit einem Stutzen in der Wasserstandshöhe mit dem stehenden Feuerrohrkessel in Verbindung. Unterhalb beider Kessel liegt ein Sieder, der durch vertikale Stutzen mit dem Flammrohr- und mit dem Feuerrohrkessel verbunden ist. Der Sieder vergrössert nicht nur den Wasserinhalt des Kessels, er ermöglicht auch eine gute Wasserzirkulation und vermeidet besonders den Wassersack am Boden des Feuerrohrkessels, der sonst manche Uebelstände mit sich bringt. Die Speisung erfolgt im Feuerrohrkessel. Das kältere Wasser sinkt hier in den Sieder, wird nach vorn geleitet und steigt hier zum Flammrohrkessel auf, über dessen Feuerplatte die stärkste Dampfbildung vor sich geht. Die Heizgasführung ist folgende:

Erster Zug: Flammrohr; zweiter Zug: Mantel des Flammrohrkessels; dritter Zug: Sieder; vierter Zug: Feuerröhren.

Die vom Dampf umgebenen Feuerröhren ermöglichen eine gute Trocknung, vielleicht auch schwache Ueberhitzung des Dampfes; es empfiehlt sich daher, den Dampf vom Feuerrohrkessel aus zu entnehmen.

Ein stehender Feuerröhrenkessel ohne Einmauerung nach der Ausführung von A. Leinveber & Co. ist in der Fig. 130 wiedergegeben.

Textabbildung Bd. 318, S. 19
Textabbildung Bd. 318, S. 19

Die eingetragenen Masse beziehen sich auf einen Kessel von 30,6 qm Heizfläche und 7 Atm. Ueberdruek. Der Kessel ist ohne Feuerbüchse gebaut, die Feuerung ist in dem gemauerten Unterbau untergebracht. Die85 Feuerröhren von 70 mm äusserem Durchmesser durchziehen den ganzen Kessel; sieben Röhren sind als Ankerröhren ausgebildet. Der Kesselmantel ist mit einem besonderen Wasserstandsstutzen versehen, der zugleich als Mannloch dient.

Stehende Kessel dieser Bauart beanspruchen nur einen sehr geringen Grundriss, müssen aber mit reinem Wasser gespeist werden, da die Innenreinigung auch dann Umstände macht, wenn das Röhrensystem durch Abheben des Kesselmantels freigelegt werden kann. Auch die Auswahl des Brennstoffes muss mit Vorsicht erfolgen, wenn auf hohen Wirkungsgrad Wert gelegt wird. Wegen der kurzen Feuerzüge sind möglichst kurzflammige Brennstoffe zu empfehlen.

Der in den Fig. 131 und 132 dargestellte Feuerrohrkessel von A. Leinveber und Co. hat 10 qm Heizfläche und ist für 6 Atm. Ueberdruck gebaut. Er besitzt eine Feuerbüchse von zylindrischer Form und ist mit. einer Schrägrostunterfeuerung für Holz versehen. Der Schrägrost hat 0,7 m Länge und 0,5 m Breite. Der untere horizontale Planrost von 0,335 m Tiefe kann vorgezogen werden. Der Kessel wird von 40 vertikalen Feuerröhren von 57 mm Durchmesser durchzogen. Die Verankerung wird durch vier Rundeisenanker bewirkt.

Stehende Röhrenkessel mit horizontalen Feuerröhren sind in den Fig. 133 bis 136 schematisch zur Darstellung gebracht. Den Figuren liegt der patentierte Kessel von O. Meredith, Rock Ferry, Cheshire zu Grunde.

Textabbildung Bd. 318, S. 19

Ueber dem Rost befindet sich eine kegelförmige Feuerbüchse, die in eine Kugelhaube übergeht. Von hier gelangen die Heizgase durch einen seitlichen Stutzen in eine Heizkammer und von hier in die horizontalen Feuerröhren. Bei der Ausführung Fig. 133 und 134 ist die Heizkammer allseitig von wasserberührten Heizflächen umgeben. Wo die letzteren nicht durch die Feuerröhren versteift sind, müssen sie durch Stehbolzen verankert werden. Bei der Ausführung Fig. 135 und 136 wird die Heizkammer von der Rohrwand und einer einfachen Umkleidung gebildet. Die Herstellung des Kessels, besonders der Feuerbüchse, ist jedenfalls mit mehr Schwierigkeiten verbunden, als bei der üblichen Bauart der stehenden Röhrenkessel; auch lassen sich, abgesehen von der etwas bequemeren Reinigung der kürzeren und horizontal liegenden Heizröhren von Russ, keine nennenswerten Vorteile auffinden, welche diese Schwierigkeiten rechtfertigen könnten.

Etwas zweckmässiger in der Ausbildung der Feuerbüchse erscheint der im übrigen wenig abweichende stehende Röhrenkessel mit horizontalen Röhren von J. Blake, Middlesbrough,