Text-Bild-Ansicht Band 318

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Die aus Fig. 28 ersichtliche Verbundpumpe von Audemar-Guyon ist gekennzeichnet durch die Verwendung zweier Kolben, deren einer die doppelte Fläche des anderen besitzt, sowie durch die Anordnung von nur zwei an Stelle der bei der vorbeschriebenen doppeltwirkenden Pumpe vorhandenen 4 Ventile.

Die von gusseisernen Liderungsringen umgebenen Kolben D1 und D bilden ein einziges, mittels Lenkstange einer Kurbelwelle bewegtes Gussstück. Das am hinteren Ende des grossen Zylinders anschliessende Ventilgehäuse A erhält zwei Kugelventile B und C, die mit den Windkesseln L bezw. K in Verbindung stehen.

Textabbildung Bd. 318, S. 24

Bewegen sich die Kolben von rechts nach links, so öffnet infolge Saugwirkung des grossen Kolbens sich das Ventil C; infolgedessen kann Wasser aus F und G in den Pumpenkörper eintreten, wobei die Bewegung durch den kleinen Kolben, der das Wasser aus F nach A drückt, unterstützt wird. Während des folgenden Kolbenhubes saugt der kleine Kolben D1 einerseits Wasser durch G in das Rohr F andererseits drückt er mitsamt dem Kolben D das in J und A stehende Wasser – letzteres nach Anheben des Ventiles B – in den Druckwindkessel L. Zur Abdichtung der Kolbenstange nach aussen dient die Stopfbüchse M.

Die beiden ausgestellten Pumpen hatten nachstehende Hauptabmessungen:

Durchmesser des grossen Kolbens 104 mm 340 mm
„ „ kleinen „ 73 „ 240 „
Hub 40 „ 210 „
Durchmesser der Saug- u. Druckrohre 50 „ 170 „
Minutliche Umdrehungszahl 150 65
Stündliche Fördermenge 2,5 cbm 66 cbm

Fig. 29 zeigt noch eine andere Ausführungsform der nach Angaben von Audemar-Guyon gebauten Pumpen:

Es sind hier zwei Ventilkolben angeordnet, die sich in einem Zylinder bewegen, der durch einen mittleren Stutzen mit dem Saugraum in direkter und beständiger Verbindung steht, während die durch Deckel geschlossenen Enden desselben mit dem Druckraum der Pumpe kommunizieren.

Textabbildung Bd. 318, S. 24

Die Pumpe arbeitet in gleicher Weise, wie diejenige mit vier Kolben; sie unterscheidet sich von dieser dadurch, dass zwei Kolben durch zwei Ventile ersetzt worden sind.

Zwei derartige in Paris ausgestellte Pumpen hatten nachstehende Hauptabmessungen:

Druckhöhe 20 m 40 m
Druckmesser der Kolben 160 mm 365 mm
Hub 40 „ 175 „
Durchmesser der Saug- und Druck-
rohre

90 „

220 „
Minutliche Umdrehungszahl 150 „ 65 „
Schwungraddurchraesser 700 „ 2100 „
Kranzbreite 70 „ 350 „

Die von J. Decoudun in Paris vorgeführten Pumpen (Fig. 30 bis 32) arbeiten unter Wegfall besonderer Ventile und zugehöriger Gehäuse mit je zwei Kolben mit Klappenventilen, die sich in Zylindern an den äussersten Enden des Pumpengestelles bewegen. Die Kolben werden in bekannter Weise von einer Kurbelschleife mitgenommen, in deren durchbrochenem Teil der Zapfen etc. einer mittels Riemen bewegten Kurbelscheibe gleitet.

Textabbildung Bd. 318, S. 24
Textabbildung Bd. 318, S. 24

Beide Pumpenzylinder stehen durch einen unteren Kanal miteinander in Verbindung; der eine Zylinder kommuniziert ferner mit dem Saugrohr, während der andere den Windkessel trägt, von dem das Druckrohr abzweigt.

Bei der Bewegung der Kolben von links nach rechts saugt der Kolben A, bei geschlossenen Klappen B und drückt gleichzeitig das vor ihm stehende Wasser durch die geöffneten Klappen C des Kolbens D in den Windkessel. Bei der entgegengesetzten Bewegung drückt der Kolben D auf das vor ihm stehende Wasser und saugt solches durch die geöifneten Klappen B des Kolbens A an.

Es findet auch hier eine ununterbrochene Bewegung des Flüssigkeitsstromes statt.

Die Hauptabmessungen der beiden ausgestellt gewesenen Pumpen sind folgende:

Durchmesser der Kolben 85 mm 140 mm
Hub 80 „ 100 „
Durchmesser der Saug- u. Druckrohre 40 „ 80 „
Durchmesser der Antriebscheibe 300 „ 600 „
Kranzbreite 70 „ 110 „
Minutliche Umdrehungszahl 125 „ 110 „
Stündliche Fördermenge 4,5 cbm 14,5 cbm

J. Beleville in St. Denis hatte in Paris mehrere liegende und stehende Kesselspeisepumpen verbesserter Bauart ausgestellt.

Die in Fig. 33 und 34 ersichtliche liegende Pumpe besteht aus einem gusseisernen Dampfzylinder, in dem sich der von zwei Dichtungsringen umgebene, aus Gussstahl gefertigte Kolben bewegt, dessen Stange mit derjenigen des aus Bronze hergestellten Pumpenkolbens durch die in dem gussstählernen Gestell b geführte Hülse a direkt gekuppelt ist.

Der mit den Ventilgehäusen zusammengegossene Pumpenkörper c ist ebenfalls aus Bronze gefertigt; erstere tragen je ein kurzes Rohrstück, gegen dessen äussere Mündungen sich für gewöhnlich dieser Pumpenkonstruktion eigentümliche Ventilhebel i (leviers-clapets) legen. Behufs Umsteuerung des in einer Bronzebüchse des Schieberkastens gleitenden, von Dichtungsringen umgebenen Kolbenschiebers trifft ein Anschlag der Hülse a abwechselnd mit dem einen oder anderen gekrümmten Arm des gabelförmig gestalteten Schwinghebels d zusammen, wodurch mittels angreifender Lenkstange der Schieber entsprechend bewegt wird. Die Pumpen dienen hauptsächlich dazu, den Wasserspiegel in den von der Firma erbauten Kesseln mit schneller Dampferzeugung auf konstanter Höhe zu halten. Hat der Wasserstand im Kessel den normalen Stand erreicht, so wird durch einen Schwimmer die Druckleitung der Pumpe abgeschlossen; dieselbe öffnet sich erst wieder, nachdem ein Sinken des Wasserspiegels eingetreten ist. Hierbei bleibt die Pumpe aber in Thätigkeit. Allerdings würden die infolge Absperrung der Druckleitung erheblich anwachsenden Widerstände