Text-Bild-Ansicht Band 318

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einen Stillstand der Pumpe am Ende des Kolbenhubes in dem Augenblick, avo der Schieber aus der einen in die andere Stellung übergeht, herbeiführen; dies wird aber durch die genannten Ventilhebel i wie folgt verhindert. Kurz vor Beendigung jedes Hubes trifft der Pumpenkolben mit einem dieser Hebel zusammen und indem er ihn anhebt, wird der die Oeffnung des betreifenden, den Saugraum mit dem Druckraum der Pumpe verbindenden Rohres freigelegt. Die der Bewegung der Pumpe entgegenwirkenden Widerstände werden damit vermindert und zufolge der wieder anwachsenden Geschwindigkeit können die Kolben ihre Totpunktlagen überschreiten. Ihre Geschwindigkeit nimmt dann so lange ab, bis kurz vor Beendigung des Hubes sich der Vorgang wiederholt. Die Ventilhebel fallen durch Eigengewichtswirkung in ihre ursprünglichen Stellungen zurück. Insbesondere für Schiffskessel wird die beschriebene Pumpe stehend ausgeführt. Sie hat so dieselben charakteristischen Einzelteile, die nur in der Ausführung von denjenigen der liegenden Pumpe abweichen. Der Kuppelungsmuif der beiden Kolbenstangen trägt einen Ansatz, in dem eine Stange gleitet, die an den Enden mit Leder armierte Stahl Scheiben trägt und mit dem Verteilungshebel des Dampfzylinders gelenkig verbunden ist, Beim Zusammentreffen der Kuppelungsmuffe mit den Stahlscheiben erfolgt die Umkehrbewegung des Kolbenschiebers.

Textabbildung Bd. 318, S. 25

Die Ventilhebel sind ebenfalls bei der stehenden Type dieser Pumpengattung in Anwendung gekommen. Der im oberen Teile des Pumpenkörpers liegende Ventilhebel kann ohne weiteres – infolge Eigengewichts Wirkung – auf seinen Sitz zurückfallen, während das Lüften des anderen Hebels durch einen kleinen Stosshebel im unteren Teile des Pumpenkörpers und angreifende Stange auf indirektem Wege ermöglicht wird. Einige Hauptabmessungen zweier derartiger Pumpen sind nachstehend gegeben:

1. 2.
Durchmesser des Dampfzylinders 322 mm 232 mm
„ „ Pumpenzylinders 220 „ 152 „
Hub 400 „ 300 „
Stündliche Fördermenge 42 cbm 18 cbm
Anzahl der Ventile in jedem Gehäuse 7 4

Die direktwirkenden stehenden Dampfpumpen von J. Weir sind wegen der eigenartigen Gestalt und Wirkungsweise ihres Dampfverteilungsorgans bemerkenswert. Der den oberen Teil der Maschine bildende Dampfzylinder ist durch kräftige eiserne Säulen mit dem darunter liegenden Pumpenkörper verbunden.

Der Schieberkasten d, Fig. 35 bis 37, ist an dem unteren Teil des Dampfzylinders angeschraubt oder aber mit diesem aus einem Stück gegossen. Der Hauptschieber f hat äusserlich die Gestalt eines Würfels und führt zur Achse des Motor- und Pumpenkolbens senkrecht gerichtete Bewegungen aus. Die der Zylindergleitfläche entgegengesetzte Schieberfläche ist mit mehreren Oeffnungen versehen, die durch den Hilfsschieber m abwechselnd geschlossen und geöffnet werden. Seine Bewegung erfolgt durch dieStange m2, die an einen von der gemeinsamen Kolbenstange bewegten Hebel angeschlossen ist. Die mit zentraler Bohrung versehene gusseiserne Zwischenwand f2 trennt die zylindrische Höhlung des Hauptschiebers f in zwei gleiche Teile. In jedem derselben liegt ein Kolben g oder g1, dessen äussere vorspringende Flächen sich gegen Scheiben g3 legen, die mittels Schrauben, die durch die Schieberkastenwandungen treten, in ihrer Lage gehalten werden. Es ist leicht einzusehen, dass der Hauptschieber f auf diesem Kolben gleitet, sobald durch Stellungsänderung des Schiebers m die Oeffnung k oder l für den Eintritt des Dampfes in die eine der beiden Schieberhöhlungen frei gelegt wird, worauf die andere Oeffnung den wirksam gewesenen Dampf durch die mit den Auspuffkanälen c1 c, p in Verbindung stehenden Leitungen c2 oder c3 in die Höhlung m1 des Hilfsschiebers treten lässt. Die Dampfeinströmung in den Zylinder erfolgt durch Kanäle a und b, sobald diejenigen i oder h unmittelbar darüber liegen und der Schieber m die auf der entgegengesetzten Fläche von f liegenden Kanäle h2 oder i2 frei gelegt hat. Fig. 37 zeigt die gegenseitige Lage der Einströmöffnungen und die eigenartige Gestalt des Hilfsschiebers M. Man erkennt den Unterschied in den Querschnitten der Einströmkanäle H2 und J2, ferner die zur Bewegung des Hauptschiebers dienenden Oeffnungen K und L.

Textabbildung Bd. 318, S. 25

Es ist hier einzuschalten, dass die in Fig. 35 und 36 ersichtlichen Schieberstellungen nicht derselben Kolbenstellung entsprechen. Während Fig. 35 die Einströmung in den unteren Teil des Zylinders durch h1 h, b zeigt, lässt Fig. 36 die Ausströmung des Dampfes aus diesem Zylinderteil durch b, c1 c, p erkennen.

Die Abbildung Fig. 37 entspricht der in Fig. 35 gezeichneten Schieberstellung.

Textabbildung Bd. 318, S. 25

Bevor der Arbeitskolben das obere Ende seines Hubes erreicht, muss die Schieberstange m2 sich so bewegt haben, dass der Schieber k die Oeffnungen h2 und l schliefst, k dagegen öffnet, solange noch l durch die Höhlung m1 und den Kanal c2 mit der Ausströmung in Verbindung steht. Der durch k tretende Dampf erteilt dem Schieber eine zur Zylinderachse senkrecht gerichtete Bewegung; infolgedessen