Text-Bild-Ansicht Band 318

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(vergl. Fig. 8 und 9); keinesfalls dürfen die Röhren an einer Stelle angebracht werden, an welcher die Ablagerung von Flugasche zu befürchten ist.

Textabbildung Bd. 318, S. 36
Textabbildung Bd. 318, S. 36

Bei dem Gasentnahmerohr 31 (Fig. 9) am Kesselende resp. im Fuchs, ist darauf zu achten, dass infolge der Schieberstellung der Gasstrom vor dem Schieber – wenn dieser nahezu geschlossen ist – eine Richtung nach abwärts annimmt; man führt deshalb dieses Rohr in einer entsprechenden Entfernung E vom Schieber S, in den Fuchs ein.

Um alle Unreinigkeiten und etwa noch in den Rauchgasen enthaltenes Wasser aus denselben zu entfernen, müssen die Gase mehrere Filter (32, 33, 34, 35, Fig. 7) mit darunter liegenden Wassersäcken passieren. In den Filtern 32, 33 und 34 befindet sich lose Watte (vergl. Fig. 10), während in dem vierten Filter 35 Chlorcalcium in Stücken von 10 bis 15 mm Korngrösse eingebracht wird und dazu dient, alles in den Gasen etwa noch enthaltene Wasser aufzunehmen und festzuhalten. Die Watte in den Filtern 32, 33 und 34 sowohl als auch das Chlorcalcium müssen von Zeit zu Zeit erneuert werden.

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Eine wesentliche Bedingung für richtiges Funktionieren der Gaswage ist das Vorhandensein von reiner atmosphärischer Luft im Oekonometerkasten. Um dies zu erreichen, ist rechts oben im Kasten eine Oeffnung vorgesehen, welche mittels des Kautschukpfropfens 36 verschlossen ist (Fig. 11). Letzterer ist durchbohrt und in der Oeffnung befindet sich eine mit der Spitze nach innen gekehrte, teilweise mit Watte gefüllte Glasdüse. Durch dieselbe strömt beim Funktionieren des Apparates immer eine geringe Menge Luft, welche mit den Heizgasen durch Stutzen 10 wieder abgesogen wird und mithin ein Uebertreten von Heizgasen in den Oekonometerraum verhindert.

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Neben Dichtheit der Gaszuleitung ist ferner ein Haupterfordernis für ein richtiges Anzeigen des Apparates, dass die Rauchgase mit nicht zu grosser Geschwindigkeit durchdie Leitungen gehen, d.h. dass sie langsam in das Wiegegefäss eintreten, also keine blasende Wirkung auf dasselbe ausüben. Es ist dies sehr einfach dadurch kontrollierbar, dass man gewöhnliche Luft durch den Apparat saugt, indem man die Leitung etwa an dem ∪-Rohr 25 (Fig. 7) unterbricht und dass sich dann der Zeiger der Wage auf den Nullpunkt der Skala einstellen muss.

Ist dies nicht der Fall, so ist die Geschwindigkeit des zuströmenden Gases zu gross und muss dann ein künstlicher Leitungswider stand in das Gaszuleitungsrohr eingeschaltet werden. Hierzu setzt man an beliebigen Stellen eine entsprechende Anzahl düsenartig zugespitzter Glasröhrchen und zwar mit der Spitze gegen den Gasstrom, in die Absaugeleitung ein (Fig. 12), bis der Zeiger sowohl bei Nichtbetrieb des Gebläses, als auch wenn dasselbe nur gewöhnliche Luft saugt, ruhig auf dem Nullpunkt stehen bleibt. Zur Untersuchung auf Dichtheit der Gasleitung dient der Zugmesser 37 (Fig. 11) in der Weise, dass man die Lufteinlassdüse 36 mit dem Finger schliesst und die Schläuche dicht bei den Entnahmeröhren 23 bezw. 24 (Fig. 7) mittels der vorgesehenen Quetschhähne abquetscht, sowie ebenso Schlauch 22 bei dem Strahlapparat, während im übrigen die Leitung ohne Unterbrechung bleibt. Sobald hierauf die vorher vom Schornsteinzug angesaugte Wassersäule im Zugmesser stehen bleibt, ist die Anlage dicht; andernfalls muss sie nachgedichtet werden.

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Um die Wage ausbalancieren, resp. auf den Nullpunkt der Skala einstellen zu können, ist an dem unteren Ende des Kompensationskörpers 4 (Fig. 4) ein Schälchen 38 zur Aufnahme von Ausgleichsgewichten aufgehangen. Die Schneiden der Wage sind aus Stahl und vergoldet, die Pfannen der Schneiden dagegen sind aus Achat gefertigt, um sowohl eine möglichst grosse Empfindlichkeit inbezug auf Gewichtsunterschiede, als auch eine möglichst grosse Widerstandsfähigkeit gegenüber den Einflüssen der Rauchgase zu. erhalten.

Die Wirkungsweise des Apparates dürfte nach dem vorstehenden unschwer zu erkennen sein. Da das Wiegegefäss 3 (Fig. 4) an dem Wagebalken gut ausbalanciert ist, so wird dasselbe, da es rings von reiner atmosphärischer Luft umgeben ist, einen Auftrieb erleiden oder es wird sinken, je nachdem ein leichteres oder schwereres Gas in das Gefäss strömt. Die im Wiegegefässe eingeschlossene und durch dasselbe zirkulierende Rauchgasmenge ist nun stets schwerer als das nahezu gleich grosse Volumen1) atmosphärischer Luft, welches es umgiebt und diese Gewichtsdifferenz wird sich durch Sinken des Gef ässes anzeigen. Da hier ein und dasselbe Gefäss zum Abwiegen beider in Vergleich zu ziehender Volumina benutzt wird, so kann das Kompensationsgefäss von beliebiger Gestalt sein; in der That werden diese Kompensationskörper neuerdings aus einem massiven Glasstabe hergestellt.

Wie man aus der Beschreibung des Apparates ferner ersieht, müssen – wie dies allerdings bei anderen Apparaten, welche gleichfalls das Gewicht der Heizgase zur Kohlensäurebestimmung verwenden – eine ganze Reihe Bedingungen erfüllt sein, wenn der Apparat den thatsächlichen Verhältnissen entsprechende Angaben liefern soll. Es lässt sich daher sagen, dass diese und ähnliche Vorrichtungen wohl da angebracht sind, wo dieselben sorgfältig behandelt und

1)

Wird die Wandstärke des Wiegegefässes berücksichtigt, so ergiebt sich für die atmosphärische Luft ein dieser Stärke entsprechendes grösseres Volumen. Kompensiert scheint dieser Fehler dadurch zu werden, dass im Innern des Apparates eine gewisse Luftverdünnung hergestellt werden kann.