Text-Bild-Ansicht Band 318

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äusserst sauber instand gehalten werden. Sie werden aber in diesem Falle ihren Zweck auch erfüllen. In Betrieben jedoch, in welchen diesen Bedingungen nicht entsprochen werden kann, dürfte der Apparat, so sinnreich derselbe auch ausgedacht sein mag, nicht angebracht erscheinen. Dies wird natürlich für alle derartigen Apparate zutreffen.

Die Angaben werden im übrigen, wie bei allen auf gleicher Basis beruhenden Vorrichtungen, bei stark schwefelhaltiger Kohle durch das Vorhandensein des mit ziemlich grossem spezifischen Gewichte behafteten Schwefeldioxyds etwas zu gross ausfallen.

Der Apparat in der vorbeschriebenen Konstruktion zeigt den Kohlensäuregehalt wohl fortlaufend an, die Angaben müssten jedoch, wenn man ein Bild des gesamten Verlaufes haben wollte, in kurzen Zeitabschnitten einzeln niedergeschrieben werden. In den meisten Fällen, z.B. zur Beurteilung der Thätigkeit des Heizers genügt es jedoch, wenn man Aufschluss über den Durchschnittskohlensäuregehalt während einiger Stunden erhält und diese Probe beliebig oft wiederholen kann. Diesem Zwecke soll das sogen. Rauchgasmischgefäss dienen, welches den Wert der Rauchgaswage wesentlich erhöht. Mit Hilfe dieses Rauchgasmisehgefässes können seitens des aufsichtführenden Beamten in gewissen Zeitabschnitten Aufzeichnungen über die durch einen bestimmten Heizer erzielten Feuerungsresultate gewonnen werden, welche Feststellung ferner noch den Wert hat, dass der Heizer sich unter steter Kontrolle weiss und daher bemüht bleibt, mit Hilfe des Oekonometers nur beste Resultate zu erzielen. Einen weiteren Nutzen bietet das Rauchgasmischgefäss in Verbindung mit einem zweiten Strahlapparat dadurch, dass durch die Wirkung des letzteren etwa die doppelte Menge Rauchgase gegen sonst bis in die unmittelbare Nähe des Oekonometers gesaugt wird. Die Gase gehen deshalb mit doppelter Geschwindigkeit bis fast zum Apparate, wodurch ein ungefähr doppelt so rasches Anzeigen aller Aenderungen in der Feuerung erzielt wird.

Die allgemeine Gestaltung des Rauchgasmischgefässes geht bei seiner Einfachheit ohne weiteres aus Fig. 13 hervor. Der Apparat wird mit den Schlauchstutzen g und h am besten unmittelbar unter der Gaswage in die Leitung zu dieser eingeschaltet, so dass die Gase bei geöffnetem Hahn b direkt zur Wage gehen. Es ist bei Anbringung des Mischgefässes erforderlich, einen zweiten Strahlapparat anzuwenden, welcher durch Rohrleitung mit dem Schlauchstutzen i in Verbindung gesetzt wird. Dieser zweite Strahlapparat B saugt bei geöffneten Hähnen a und d und bei geschlossenem Hahn c eine gewisse Menge Gase durch den ca. 20 l fassenden Sammelbehälter A, welcher sich in etwa 1 bis 2 Stunden füllt. Die Gase mischen sich darin vollständig und stellen den Durchschnitt während der angegebenen Zeit dar. Der direkte Gasdurchgang zum Oekonometer und das Sammelnim Behälter findet also, wenn alle Hähne ausser c geöffnet werden, gleichzeitig statt.

Kann man nun bei der erstmaligen Ingebrauchnahme nach etwa zwei Stunden annehmen, dass alle Luft aus dem Behälter entfernt ist, so braucht man nur, um den Durchschnittskohlensäuregehalt zu ermitteln, die Hähne b und d zu schliessen und c zu öffnen, wodurch der direkte Durchgang gesperrt wird und nur noch Gase aus dem Sammelbehälter zum Oekonometer gelangen können. Das letztere zeigt den Durchschnittsgehalt dann nach 1 bis 2 Minuten an.

Textabbildung Bd. 318, S. 37

Zur Beobachtung des Gasdurchganges sind am Sammelgefäss Schauglasröhrchen e und f angebracht, welche, wie in Fig. 13 angedeutet, mit einem dünnflüssigen Oel zu füllen sind. An der unteren Schlauchverbindung giesst man erst etwas Wasser ein, da Oel den Gummi angreift. Der Oelspiegel ist durch Verschieben des Glasstabes l im Schlauch k einstellbar und entsprechend der Figur zu justieren, so dass alle Gase den Oelspiegel passieren müssen; etwa 60 bis 100 Blasen in der Minute entsprechen dem richtigen Durchgang. Die Regulierung erfolgt durch die Drosselhähnchen m und n, doch ist darauf zu achten, dass die Wage nicht durch zu starke Strömung beeinflusst wird (vergl. weiter oben). Hat man sich von dem richtigen Gasdurchgang vergewissert, so kann man durch Herabziehen des Glasstabes l den Durchgang ganz freigeben. Das Oel kann event. durch Glyzerin ersetzt werden, Avelches weniger rasch verdunstet, sich aber leicht verdickt und dann den Gasdurchgang erschwert.

(Fortsetzung folgt.)

Neuere Pumpen.

Von Fr. Freytag, Chemnitz.

(Fortsetzung v. Seite 21 d. Bd.)

Bei der stehenden Dampfpumpe von Lamont und Bouthron in Paisley sind nach The Engineer vom 24. Juli 1898 behufs Vermeidung der beim Hubwechsel auftretenden Stösse die Kinströmkanäle schon um einen grossen Betrag geöffnet, wenn der Kolben in seine Endstellungen gelangt.

Das Steuerorgan P (Fig. 38) mit Kolben T an seinen beiden Enden und dem zwischenliegenden Schieber 8 wird durch das Hebelgestänge E, F, H, K von der Kolbenstange C aus derart bewegt, dass eine Ortsveränderung desselben eintritt, nachdem der Hauptkolben B die Mitte seines Hubes etwas überschritten hat; die Anschläge N sind so eingestellt, dass P seinen Weg vollendet hat, ehe noch der Kolben B die jedesmalige Endstellung erreicht.

In der aus Fig. 38 ersichtlichen Lage bewegt sich der Kolben B in Richtung des Pfeiles nach abwärts und dasSteuerorgan P öffnet bald darauf den Kanal W1 für die Ausströmung des wirksam gewesenen, sowie den Kanal W für die Einströmung des frischen Dampfes.

Sobald B bei seiner Abwärtsbewegung die Kanalöffnung W überdeckt hat, wird der Auspuffdampf unter dem Kolben zusammengepresst und damit ein Stoss beim Hubwechsel vermieden; gleichzeitig ist der untere Kolben T des Steuerorganes P in eine solche Stellung gelangt, dass frischer Dampf in den unteren Teil des Zylinders B strömt, welcher, durch den Hilfskanal V1 in den Zylinder A tretend, auf die Bewegung des Kolbens B von unten nach oben so lange einwirkt, bis die Oeffnung W im Schieberspiegel freigelegt ist. Die Einströmung ist dann eine vollkommene.

Ueber die Wirtschaftlichkeit des Betriebes einer mit zwei Zylindern nach dem Verbundsystem arbeitenden stehenden