Text-Bild-Ansicht Band 318

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werden. In der Ausführung wird man einfacher beide Trommeln auf derselben Welle laufen lassen. Zum Heben ist Trommel I allein, zum Katzenfahren sind beide Trommeln gleichzeitig anzutreiben. Daneben besteht die Möglichkeit, durch Anziehen des Fahrseiles allein die Last nach einer schrägen Linie, wie in der Skizze strichpunktiert angedeutet, zu bewegen. Falls der Antriebsmotor konstante Tourenzahl besitzt, ist hier die Fahrgeschwindigkeit doppelt so gross als die Hubgeschwindigkeit, kommt dagegen ein Hauptstrommotor zur Anwendung, so wird sich seine Tourenzahl bei der geringeren Belastung erhöhen und die Fahrgeschwindigkeit grösser werden, auch lässt sich durch Anwendung einer drei- oder mehrfachen Flaschenzugsübersetzung das Verhältnis von Hub- und Fahrgeschwindigkeit ändern. Die lose Rolle fortzulassen wäre an sich möglich, aber der geringen Fahrgeschwindigkeit wegen, die sich dann ergäbe, schwerlich von Vorteil. Doch könnte diese Anordnung unter Umständen, bei kurzem Horizontaltransport, den Betrieb mit Greifer erleichtern, da auch ein Oeffnungsseil verhältnismässig leicht anzubringen wäre.

Hauptvorteil der Anordnung Fig. 126 ist, dass Vertikal- und Horizontalbewegung insofern unabhängig von einander sind, als die Katze bei jeder beliebigen Laststellung verfahren werden kann. Bei grossen Geschwindigkeiten wird es sich vielleicht empfehlen, die Last durch Aufziehen bis zur Katze gegen übermässiges Schwanken zu sichern. Demnach scheint diese Anordnung für mässige Transportwege besondere Vorteile zu bieten. Dass das Triebwerk der Fahrtrommel ebenso stark sein muss wie das der Hubtrommel, ist wohl kaum als schädlich zu bezeichnen. Dagegen ist es offenbar nachteilig, dass beide Seile beim Verfahren durch den Lastzug beansprucht sind, was vermehrten Fahrwiderstand und Verschleiss herbeiführt, wenn auch nicht in dem Masse wie bei der Anordnung Fig. 125. Man wird daher darauf bedacht sein müssen, die Anzahl der Leitrollen so gering wie möglich zu halten und ihnen grosse Durchmesser zu geben.

Textabbildung Bd. 318, S. 74

Eine mit der zuletzt besprochenen verwandte Anordnung, die z.B. Pohlig für seine horizontalen Verladebrücken wählt, giebt Fig. 127 wieder. Die beiden Trommeln können sich entweder im gleichen oder im entgegengesetzten Sinne drehen, was sich mit Wendegetrieben und Reibungskuppelungen erreichen lässt. Im ersten Falle wickeln beide Trommeln Seil auf, haben also die Last, während im zweiten Fall die eine Trommel ebensoviel Seil hergiebt, wie die andere aufwickelt, sodass die Katze verfahren wird. In der Skizze ist angenommen, dass die Trommeln durch Stirnräder verbunden sind. Sind die Trommeln mit den grossen Eadem gekuppelt, so drehen sie sich entgegengesetzt, während Einrücken des Zwischenrades R gleichsinnige Bewegung zur Folge hat. Da beide Seile dauernd belastet sind, ergiebt sich ähnlich wie bei Fig. 125 der Nachteil, dass der Seilwiderstand beim Katzenfahren verhältnismässig gross wird. Doch zeichnet sich die Anordnung ebenso wie jene durch Einfachheit aus.

Bei der Ausführung Fig. 128, die von J. Jaeger, Duisburg, für 2 Erzverladekrane der Rheinischen Stahlwerke in Meiderich bei Duisburg gewählt ist, geschieht das Katzenfahren auf die gleiche Weise. Die Last hängt an einem endlosen Seil und wird bei Drehung der Fahrtrommel in der einen oder anderen Richtung verschoben. Für die Hubbewegung ist eine zweite Trommel vorhanden, welche die Leitrolle R verschiebt und so das Tragseil verkürzt. Die Einrichtung hat den Nachteil etwas geringerer Einfachheit, dagegen den Vorzug, dass Hub- und Fahrbewegung von einander vollkommen unabhängig sind.

Textabbildung Bd. 318, S. 74

Alle bisher besprochenen Systeme erforderten Winden mit mehreren Trommeln, die bei Anwendung eines einzigen nicht umsteuerbaren Antriebsmotors jede mit Reibungskuppelung und Bremse, eventuell noch mit Wendegetrieben auszurüsten waren. Das Bestreben, die Winde nach Möglichkeit zu vereinfachen, führte zu Konstruktionen, die nur mit einem Seil arbeiten, wie Fig. 129 darstellt. Wenn man hier die Katze bei anhängender Last sich selbst überliesse, so würde der Zug des Lastseiles den Fahrwiderstand überwinden und die Laufkatze in Bewegung setzen, während die Last sich senkte. Durch eine sehr komplizierte mechanische Einrichtung wird deshalb bei diesen Ausführungen die Katze an der Fahrbahn festgeriegelt und erst dann gelöst, wenn der Haken ganz aufgezogen ist und sich, wie in Fig. 125, in die Katze eingehängt hat. Der weiterwirkende, natürlich bedeutend verringerte Zug des Hubseils verfährt nun die Katze, die nach Entleerung des Förderkübels auf der geneigten Bahn selbstthätig zurückläuft. Um die Katze festriegeln zu können, sind in einer unter dem Fahrbahn träger befestigten Schiene in kurzen Abständen Ausschnitte a angebracht. Der Maschinist muss, wenn die Katze an der betreffenden Stelle angekommen ist, anhalten, die Katze über den Ausschnitt zurückziehen und wieder nachlassen, worauf der Riegel einschnappt. Dabei wird zugleich die Last frei und kann abgelassen werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 74

Zur Ausbildung dieser Konstruktionen hat zum Teil das Bestreben beigetragen, eine geeignete Einrichtung für die Bekohlung von Schiffen zu schaffen, für die eine gewöhnliche Schiffswinde genügen sollte.