Text-Bild-Ansicht Band 318

Bild:
<< vorherige Seite

möglich ist. Ferner kommen nur wenig Elektromagneten und Relais, dagegen ein Elektromotor zur Verwendung, und zum Einstellen der gewünschten Teilnehmernummer dienen bei einer Teilnehmerzahl bis zu 100 an dem Sprechapparat zwei Zifferblätter, von denen das eine die Einer-, das andere die Zehnernummern der Teilnehmer enthält.

Die Teilnehmerapparate sind durch eine Doppelleitung mit dem automatischen Vermittelungsamte verbunden und führen daselbst zu zwei parallel verlaufenden, von einander isolierten Schienen. Diese stehen in Verbindung mit den ebenfalls von einander isolierten Federn eines beweglichen Schlittens, der auf den Schienen seine Führung erhält. In der Normalstellung stehen die Schlitten am Ende der zugehörigen Schienen, auf welchen sie sich bei einem Anruf fortbewegen, wobei sie mittels der vorgenannten Federn Kontaktstifte berühren, die paarweise gegenüberliegend, an den Schienen isoliert und rechtwinklig befestigt sind. Hierdurch wird der betreffende Stromkreis geschlossen.

Ruft nun ein Teilnehmer an, dann wird die Sperrklinke des Schlittens ausgelöst und dieser gleitet auf der Schiene entlang, die mechanischen Vorrichtungen der auf den gewöhnlichen Aemtern verbindenden Personen automatisch erfüllend.

Die Trennung der Gesprächs verbin düngen geschieht ebenfalls durch Anhängen des Hörers, wodurch die Schlitten wieder in ihre Ruhelage zurückkehren.

Eine Verbesserung an dem System der Doppelschlitten und Auslösungen durch positive und negative Stromstösse hat wiederum Roger William Wallace dadurch getroffen, oder wenigstens zunächst versucht, dass die einzelnen Sprechapparate einer Teilnehmergruppe durch einen Draht mit Querschienen verbunden sind, deren Anzahl derjenigen der Teilnehmergruppen entspricht. Die Querschienen sind dann über Kontaktstifte mit einem Umschalter verbunden, welcher nach Passieren des nach allen Seiten beweglichen Schlittens die definitive Verbindung bewirken soll.

Eine weitere Einzelkonstruktion an derartigen Einrichtungen ist von Anthong von Wagenen in Sioux City an den Schalt- und Sperrklinken zum Zwecke sicheren Eingreifens getroffen. Dieselbe ist derart, dass die eine Klinke beim Stromschluss direkt ausgelöst wird, dadurch der zweiten die Bewegung giebt und hierdurch nach Art eines Echappements wirkt. Hierbei sind die Klinken auf verschiedenen Zapfen einzeln einstellbar gelagert und gestatten von einander unabhängig ihre Einstellung zum Sperrrad.

Der Vollständigkeit halber sei weiter das kürzlich bekannt gewordene, selbstthätige Fernsprechsystem von Albert W. Bullard in Sommerville nach dem amerikanischen Patent No. 709739 angeführt. Die Schaltungsanordnung ist in Figur 1 schematisch angegeben. Rechts und links befinden sich im oberen Teil des Schemas zwei Teilnehmerapparate, welche mit den Nummern No. III (linker Apparat) und No. 222 (rechter Apparat) bezeichnet seien. Es bedeutet d die Drucktaste, S das Relais mit dem Elektromagneten M und einem Kontakt A. Im Vermittelungsumschalter sind die Elektromagnete mit D und E bezeichnet, während F einen dritten Elektromagneten mit einem Schalterknopf N-H, J-O Relais, B Stromquellen bezeichnet. Die mit einem Index versehenen Buchstaben sind die entsprechenden, zur anderenFernsprechstation gehörenden Apparatteile. Der Anruf und Stromverlauf gestaltet sich dann folgendermassen:

Wenn der Teilnehmer No. 111 einen anderen Teilnehmer z.B. No. 222 zu sprechen wünscht, so stellt er den Zeiger seines Schalters, bezw. Nummernscheibe, deren Konstruktionsart in D. p. J. 1902, S. 757 bereits genannt ist, zuerst auf die Zahl 2 und drückt dann den Druckknopf d für die Hundertzahl. Hierdurch schliesst der Knopf den Kontakt A mit den Elektromagneten, indem ein Strom einer Wechselstromdynamo G über die Kontakte N, Relais S, Magnet D, Linienleitung Magnet M und Erde geschlossen wird. Ein Echappement bewegt dann auf dem Amte die Hundertscheibe, wobei die Einer- und Zehner-Schallscheiben noch in ihrer Ruhestellung verharren. Nach dieser Thätigkeit stellt der Teilnehmer No. 111 zur endgültigen Verbindung mit dem Teilnehmer No. 222 die Einer- und Zehnerzahl 22 ein und schaltet nach Niederdrückung des Druckknopfes über die zweite Linienleitung über den Elektromagneten E den weiteren Mechanismus des Amtes ein. Der Schluss der Verbindungsleitung auf dem Amte erfolgt dann durch Abheben des Hörers vom Haken der rufenden Station No. 111 und Einschaltung des Magneten F mit seinem Kontakt N. Die Relais H und J besorgen hierbei eine Kurzschliessung der Magnete D und E. Das Relais 4 verbindet den Stromschluss über N1 und O1 und Erde die Linienleitung zum Teilnehmer No. 222, dessen Wecker so lange läutet, bis dieser seinen Hörer vom Haken nimmt.

Textabbildung Bd. 318, S. 79

Sollte die Leitung zum Teilnehmer No. 222 besetzt sein, so kann, da gleiche Potentiale herrschen werden, das Relais 4 nicht in Wirkung kommen, was sich dem rufenden Teilnehmer No. 111 durch ein Summen in seinem Hörer bekannt giebt.

Im Anschluss hieran hat Bullard mit Malcalm C. Barty in dem amerikanischen Patent No. 709740 noch andere Einrichtungen niedergelegt, durch welche für kleinere Vermittelungsämter, für alle Teilnehmer eine gemeinschaftliche Vorrichtung auf dem selbstthätigen Vermittelungsamte vorgesehen ist. Beide Einrichtungen, bezw. Patente befinden sich in Händen der American Bell Telephone Company.

H.

Die geleislosen elektrischen Bahnen mit Oberleitung.

Ueber diese neuen Verkehrsmittel berichten u.a. zwei Schriftchen; das eine, welches den Oberingenieur Thomas Marcher zum Verfasser hat, behandelt die verschiedenen, bisher zur Verwendung gelangten Systeme, während das andere von Zivilingenieur Schiemann sich mit dessen System befasst.

Noch sind es wenige, die den Bau solcher Anlagen unternommen haben und im wesentlichen bestehen zunächst nur Versuchsstrecken, die sich aber in Hinsicht auf die jungen Unternehmungen im allgemeinen schon gut bewährten.

Hierzu zählen insbesondere die Einrichtungen nach dem System „Schiemann“ mit den Probestrecken bei Königstein