Text-Bild-Ansicht Band 318

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die 6 Pressformen, welche mit Ohren e auf je zwei senkrechten Führungsstangen auf und ab verschiebbar sind. Wenn bei f eine mit Glas beschickte Pressform unter einer Blaseform steht, befindet sich die Pressform über einem Druckluftzylinder g (Fig. 8a), welcher in diesem Augenblicke angehoben wird und die Pressform in die in Fig. 8a gezeichnete Stellung im Innern der Blaseform c emporhebt. Der Pressvorgang erfolgt also bei dem von Windmill (s. o.) angegebenen Zusammenspiel der Press- und Blaseform, aber in andrer eigenartiger Weise. Zunächst senkt sich nämlich von oben eine der Kernformen h in die Pressform ein, wird in dieser Stellung verriegelt und nun erfolgt die Pressung, indem in den Zylinder g (Fig. 8a) Druckluft eingeführt wird, sodass durch den Kolben h ein beweglicher Einsatz i, welcher bis dahin auf dem Grunde einer zylindrischen Vertiefung k des Pressformunterteils aufsass, empor gestossen und durch diesen Einsatz das Glas um den Formkern h herumgepresst wird. Die Arbeit mit der Maschine verläuft in der Weise, dass die bei d1 stehende Pressform mit Glas beschickt wird, welches von der Pfeife durch die scheerenartige Vorrichtung l abgeschnitten wird. l wird durch einen Tritthebel bewegt, welcher gleichzeitig die Riemenscheibe m mit der Welle n kuppelt und dadurch die Maschine einrückt. Die Tische a und b machen jeder eine ⅙ Umdrehung, bleiben stehen; die Pressform d steigt auf, der Kern h geht nieder, die Pressung wird durch den Einsatz i bewirkt. Darauf hebt sich h während g, niedersinkend, den gepressten Zwischenkörper mit dem Randwulst in einer Nut o der Blaseform aufgehängt zurück lässt. Die Maschine rückt sich nun selbst aus, wird aber durch Einschneiden von Glas in die nächste Pressform bei d1 wieder eingerückt, sodass der Zwischenkörper in der Blaseform um einen weiteren ⅙ Kreis nach c1 wandert, dort durch die deckeiförmige Mündung p der Pressluftleitung q oben abgeschlossen undaufgeblasen wird, nachdem eine Bodenform r die Blasform unten abgeschlossen hat. Beim dritten Einrücken wandert die Form mit dem fertigen Glasgefäss nach c2, wobei sie während der Ueberführung geöffnet wird. In der Stellung a2 wird das Glasgefäss von einem Greifer (nicht dargestellt) erfasst, aus der Form herausgeschwenkt und so dem Einträger dargeboten. Bei jedem Einrücken der Maschine beginnt ein Glasgegenstand seine Laufbahn, schreitet die Bildung der angefangenen um eine Stufe fort. Ausser dem Aufnehmen des geschmolzenen Glases, dem Abtragen des fertigen Glases und dem Einrücken nebst Einschneiden bedarf die Maschine keines weiteren Eingriffes von Hand.

Die Vereinfachung der Press- und Blasemaschinen, besonders solcher für Handbetrieb, ist noch weiter in der Weise I angestrebt worden, dass man den Presstempel mit einem Kanal I versah, der während des Pressens verschlossen bleibt, nachher aber einem Pressluftstrom Durchgang in das Innere des eben gepressten Külbels gewährt, der also Press- und Blasestempel zugleich ist. Fig. 9 zeigt eine neuere Konstruktion dieser Art (britische Patentschrift 13818 v. J. 1900). Nachdem die Pressform a mit Glas beschickt, wird die Fertigform b darumgelegt und der Pressstempel c mit dem Handhebel d nieder geführt. Hierbei wird der Zwischenkörper e geformt und die Feder f gespannt, welche durch den Hebel g die rohrförmige Pressform a auf der Führung h niederschnellt, nachdem das Gestänge i eine Verriegelung k zurückgezogen, sodass der Zwischenkörper auf dem Kopf der Führung h aufsteht und seine Wandungen frei in dem Hohlraum der Fertigform liegen. Gleichzeitig ist das Pressluftventil l geöffnet worden. Wird nun der Stempel c wieder angehoben, so vermag die durch m zuströmende Pressluft den Knopf n abwärts zu drücken und den Zwischenkörper auszublasen.

(Fortsetzung folgt.)

Wert und Bestimmung des Kohlensäuregehaltes der Heizgase.

Von A. Dosch, Köln.

(Fortsetzung von S. 94 d. Bd.)

c. Absorptionsapparate.

Statt den Prozentgehalt der Heizgase an Kohlensäure durch deren Gewichtszunahme zu bestimmen, ist es in der Regel einfacher, einen Teil der Gase in ein Gefäss von bekanntem Volumen einzusaugen und die darin enthaltene Kohlensäure durch eine Absorptionsflüssigkeit (Kalilauge) zu absorbieren. Man erhält hierbei unmittelbar das Volumenverhältnis der Kohlensäure zu den Heizgasen. Es ist jedoch bei den in Rede stehenden Apparaten weiter gegeben, ausser der Kohlensäure auch den Gehalt der Gase an anderen Bestandteilen, wie insbesondere Kohlenoxyd und Wasserstoff, sowie ferner Sauerstoff zu bestimmen. Von welchem Einfluss die beiden ersteren Gasarten auf die Ergebnisse sein können, ist weiter oben ausgeführt und es lässt sich sagen, dass die Absorptionsapparate genauere Untersuchungen der Feuerungsgase auszuführen gestatten, als diejenigen, welche nur den Kohlensäuregehalt anzugeben vermögen.

Zweck des vorliegenden Aufsatzes kann es natürlich nicht sein, etwa alle für diesen Zweck konstruierten Apparate aufzuzählen – wenn auch Vollständigkeit angestrebt wurde – sondern es sollen nur die in der Praxis eingeführten oder für dieselbe geeignet erscheinenden Vorrichtungen besprochen werden. Bemerkt möge übrigens noch sein, dass sämtliche hierher gehörigen Apparate auf demselben Prinzipe beruhen und dass nur in der Ausführung einzelner Teile und hierdurch in der Bequemlichkeit der Handhabung Verschiedenheiten bestehen.

1. Gasbürette nach Bunte. 1)

Die Gasbürette nach Bunte dürfte die einfachste Vorrichtung unter den Absorptionsapparaten sein. Sie ist nacheiniger Uebung durchaus nicht so unbequem, wie es im ersten Augenblick scheint, und ausserdem kann man mit; ihr grösste Genauigkeit erreichen.

Der Apparat besteht in der Hauptsache aus der Bürette A (Fig. 41) von etwa 120 ccm Inhalt und mit einer Teilung derart, dass der Raum von der Mitte des oberen Hahnes a bis zum Nullpunkte der Teilung genau 100 ccm umfasst. Die Gasbürette ist nochmals mit einem Glasgefässe umgeben. Der Luftraum zwischen beiden soll Temperaturschwankungen von der Bürette abhalten. Am oberen Ende der letzteren wird der Abschluss durch den mit je einer bis zur Mitte reichenden radialen und achsialen Bohrung versehenen Hahn a mit darüber befindlichem Gefäss t bewerkstelligt; am unteren Ende befindet sich der Hahn b mit durchgehender Bohrung.

Das Einbringen des zu untersuchenden Gases in die Bürette geschieht entweder durch Ansaugen mittels Kautschukpumpe oder aus einem Gasbehälter (Aspirator). Um die Bürette auf dem erstgenannten Wege mit Gras zu füllen (Fig. 41), verbindet man das Innere des Messraumes durch den Schlauch g mit dem Entnahmerohr R, wählend man das untere Ende mit der Quetsch- oder Kautschuk pumpe in Verbindung bringt und den Hahn b öffnet, zuvor jedoch Wasser in das Gefäss l giesst (25 ccm). Durch die Kautschukpumpe V saugt man so lange Gas durch die Bürette, bis sämtliche Luft daraus entfernt ist; alsdann schliefst man die Hähne a und b; die durchbohrte Spitze des ersteren verschliesst man mittels Schlauch und Glasstäbchen. – Soll die Füllung der Bürette aus einem Gasbehälter erfolgen, so füllt man A mit Wasser und verbindet alsdann die durchbohrte Spitze des Hahnes a mit dem Behälter. Steht das Gas unter Druck, so lässt man durch passende Drehung des Hahnes einen Teil des Gases durch das Wasser im Trichteraufsatz t entweichen. Während das Wasser durch b abfliegst, füllt sich die Bürette mit Gas.

1)

Ausgeführt von Joh. Greiner, Fabrik für Präzisiöns-Glasinstrumente, München.