Text-Bild-Ansicht Band 318

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Kraftzentrale genötigt, eine zweite Kraftstation zur Erzeugung des elektrischen Stromes für den Strassenbahnbetrieb in Leipzig-Lindenau zu errichten. Die im Jahre 1895 im Zentrum der Stadt am Flossplatz erbaute Station mit zwei Dampfdynamos von je 750 PS und zwei von je 400 PS ist ausgebaut und kann örtlicher Verhältnisse wegen nicht mehr vergrössert werden.

Der Bau der neuen Station ist von der Union Elektrizitätsgesellschaft in Berlin ausgeführt worden.

Die Baulichkeiten (Fig. 1 und 2) bestehen aus einem Gebäude zur Aufnahme von fünf Maschinensätzen, von denen bei normalem Betrieb drei Stück gleichzeitig arbeiten, während die übrigen in Reserve stehen, einem Kesselhause zur Aufnahme von fünf Gehre-Kesseln und einem Ueberhitzer. Ueber dem Kesselraume liegt ein Kohlenbunker zur Aufnahme von 750 t Kohlen. An den Kesselraum schliessen sich weitere Räumlichkeiten für die Wasserreinigungsapparate, den Ekonomiser und die Kesselspeisevorrichtungen. Neben dem Maschinenhaus, an dessen einer Schmalseite, ist ein zweistöckiges Akkumulatorenhaus zur Aufnahme einer Bufferbatterie angelegt.

Die Rauchgase werden nach Durchgang durch den Ekonomiser in einen gemauerten, 50 m hohen Schornstein geleitet, der an der oberen Mündung 2,5 m lichten Durchmesser hat.

Textabbildung Bd. 318, S. 140

1. Der mechanische Teil.

Die Dampfmaschinen.

Die von der Maschinenbau-Aktiengesellschaft vorm. Ph. Swidersky in Leipzig gelieferten Betriebsdampfmaschinen sind Verbundmaschinen von 560 × 840 mm Zylinderdurchmesserund einem gemeinsamen Hub von 600 mm. Jede Maschine leistet bei rund 10 Atm. absoluter Dampfeintrittsspannung und 120. Umläufen in der Minute normal 320 PSe und maximal 450 PS. Die Dampfverteilung im Hochdruckzylinder erfolgt durch Rider-Kolbenschiebersteuerung, im Niederdruckzylinder durch einen Kolbenschieber mit Trickkanal (Fig. 3 bis 5).

Beide Zylinder haben heizbare Deckel und Böden, sowie Dampfmäntel. Die Böden sind von oben in die Zylinder hineingesetzt und halten die unten mit einem ringförmigen Ansatz versehenen Zylindereinsätze fest. Die Kurbeln sind gegenläufig angeordnet, so dass die Aufnehmerspannung nur