Text-Bild-Ansicht Band 318

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geringe Schwankungen zeigt, was auch aus den Diagrammen (Fig. 6) ersichtlich ist. Die Kurbelwellen sind durch Scheibenkupplungen mit den Ankerwellen der zugehörigen Dynamomaschinen verbunden. Die Schwungräder der Maschinen sind zur Abschwächung des Luftwiderstandes eingekapselt; sie geben den Maschinen einen Ungleichförmigkeitsgrad von

. Alle Reibungsflächen werden durch Zentralschmierungen mit Oel versehen aus Behältern, die auf den Maschinen aufgestellt sind. Der schwere Fliehkraftregler ist mit Oelbremse und Verstell Vorrichtung ausgerüstet. Letztere besteht in einer Hilfsfeder, deren Angriffspunkt am Muffenhebel des Regulators mittels Handrad und Schraube verändert werden kann. Es kann somit die Umlaufzahl während des Betriebes in gewissen Grenzen verändert werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 141

Bei den Abnahmeversuchen wurden acht Sätze Indikatordiagramme genommen, vier mit gesättigtem und vier mit überhitztem Dampfe.

Textabbildung Bd. 318, S. 141

In Fig. 6 ist je ein Satz Diagramme zusammengelegt. Die Diagramme weisen eine gute Völligkeit auf, besonders als mit überhitztem Dampf gearbeitet wurde.

Eine Bearbeitung der Diagramme nach dem vom VerfasserD. p. J. 1901 S. 501 angegebenen Verfahren ergab, dass die Expansionslinien Exponentialkurven sind, deren veränderlicher Exponent für gesättigten Dampf einen mittleren Wert von 0,94 und für überhitzten Dampf einen solchen von 1,05 hat. Infolge der Eintrittskondensation tritt während der Expansion des gesättigten Dampfes unter Mitwirkung der geheizten Wandungen ein kräftiges Verdampfen des Kondensats ein, so dass die Expansionslinie über die Isotherme steigt. Die Expansionslinie des überhitzten Dampfes liegt dagegen etwas unter der Isotherme.

Bei den Abnahmeversuchen wurde 1 Tag mit gesättigtem Dampf und 1 Tag mit überhitztem Dampf gearbeitet. Die Ueberhitzung betrug 71° C. am Ueberhitzer und noch 50° C. an der Maschine. Die Versuche fanden allerdings unter ungleichen Verhältnissen statt; bei dem Versuch mit gesättigtem Dampf waren die Kessel stark überlastet, infolgedessen ergab sich bei Anwendung von überhitztem Dampf (unter normalen Verhältnissen) eine abnorm grosse Dampfersparnis. Die Versuche haben aber dargethan, dass unter normalen Verhältnissen die Ueberhitzung des Dampfes eine Ersparnis von mindestens 10 v. H. bedingt.

Sämtliche Maschinen sind an eine Zentralkondensation angeschlossen.

Die Kondensations- und Rückkühlanlage.

Zur Kondensation des Abdampfes sämtlicher Maschinen dienen zwei im Keller des Maschinenhauses aufgestellte Strahlkondensatoren w, System Worthington, in Verbundkonstruktion, jeder verbunden mit je einer Luft- und Wasserpumpe. Beide Kondensatoren sind imstande stündlich 12000 kg Dampf niederzuschlagen. Da die Beschaffung einer genügenden Frischwassermenge für die Kondensation infolge Wassermangels unmöglich ist, so ist eine Rückkühlanlage aufgestellt worden. Diese besteht aus einem runden, ganz in Schmiedeeisen ausgeführten Kaminkühler mit natürlichem Luftzuge. Die beiden Luftpumpen giessen das ölhaltige Kondenswasser der Betriebsmaschinen in ein gemauertes, an der Aussenseite des Maschinenhauses befindliches Bassin, in dem auch die Abscheidung des mitgeführten Zylinderöls erfolgt.

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Der Abdampf der Kondensatoren, sowie der Rohwasserpumpen l (vergl. Grundrissplan) kann entweder durch einen Schaffstädt-Vorwärmer y geleitet werden, wo er zur Vorwärmung des von den Roh wasserpumpen geförderten Speisewassers dient, oder man kann ihn durch Umschalten eines Wechselventils ins Freie leiten. In beiden Fällen geht das Ölhaltige Kondenswasser in den Oelabscheider. Die an die Kondensation angeschlossenen Wasserpumpen entnehmen das fast ganz von Oel befreite Wasser diesem Bassin und drücken es auf die Höhe des Kühlers, etwa 7 m über Terrainhöhe. Das durch den entstehenden Luftzug abgekühlte Wasser sammelt sich in dem runden, im Fundament des Kühlers befindlichen Bassin, aus dem es die Kondensatoren wieder entnehmen. Während dieser Abkühlung wird der Rest des Oels abgeschieden und kann, auf der Oberfläche des Wassers schwimmend, abgeschöpft werden. Die Rohrleitung der Kondensations- und Rückkühlanlage ist in Fig. 1 und 2 dargestellt. Im Falle einer Betriebsstörung dieser Anlage