Text-Bild-Ansicht Band 318

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oder

Somit

Nun ist der Tangentenabschnitt für die y-Kurve

und entsprechend für die y-Kurve

also

w. z.B. w.

Satz 6. Für alle Punkte zwischen der Kraftachse und dem einen Lager sind die auf der anderen Lagervertikalen gebildeten Tangentenabschnitte unabhängig vom Lagerhöhenunterschiede Δy2. Die zugehörigen Tangenten sind verwandt.

Um die Abhängigkeit zwischen gx und b bezw. l zu bestimmen, müssen wir die allgemeine Gleichung von gx für x > a aufstellen. Es ist

Aus Gleichung (8. ist der Wert von y bekannt und durch Differenzieren der Wert von

leicht bestimmbar. Wir erhalten durch Einsetzen dieser Werte in obige Gleichung nach einigen kleinen Umformungen

. . (29.

Für x = a erhält man ga =

was mit Gleichung (24. übereinstimmt.

Für x = l erhält man

. . (30.

Wir wollen die Gleichung (29. noch etwas näher untersuchen. In Fig. 7 ist das Momentendreieck dargestellt. 3 ist der Angriffspunkt der Kraft P. (3/5) = M = Biegungsmoment im Punkte 3. Das im Punkte x auftretende Biegungsmoment (4/6) ist

Verlängern wir 2/5 bis zum Schnittpunkte 7 mit der Lagervertikalen 1/1' und ziehen wir die Linie 4/5, die 1/1' in 8 schneidet, so ist

Durch eine einfache Umformung können wir nun Gleichung (29. auf die Form bringen

Setzt man hier die eben gefundenen Werte für

und
ein, so erhält man

. . (31.

Textabbildung Bd. 318, S. 149

In dieser Gleichung ist aber weder l noch b enthalten. Um gx bestimmen zu können, ist es nur erforderlich, dass wir wissen, nach welchem Gesetze sich das Biegungsmoment Mx in Abhängigkeit von x ändert, d.h. wir müssen die Neigung der Momentenlinie 5/6 kennen. Daraus folgt aber, dass bei gegebenem M und Mx der Tangentenabschnitt gx für den Punkt x unabhängig von den Grossen des jenseits von x liegenden Trägerabschnittes ist.

Da der Zweck dieser Betrachtung zunächst noch nicht ersichtlich sein dürfte, mag hier der Hinweis Platz finden, dass wir das eben gefundene Ergebnis später benutzen werden, um in einfacher Weise die elastische Linie von Trägern aufzuzeichnen, die auf ihrer Länge verschiedene Trägheitsmomente haben.

(Fortsetzung folgt.)

Die Kraftstation II der Grossen Leipziger Strassenbahn.

Von Ingenieur Kurt Bräuer, Lehrer am Technikum Mittweida.

(Fortsetzung von S. 142 d. Bd.)

Die Dampfkessel.

Den Dampf für sämtliche Maschinen liefern fünf von der Sächsischen Maschinenfabrik vorm. Richard Hartmann in Chemnitz erbaute Wasserrohrkessel, System Gehre (Fig. 7 bis 10), von je 241 qm Heizfläche und 10 Atm. Ueberdruck.

Der Gehre-Kessel unterscheidet sich von den üblichen Zweikammer-Wasserrohrkesseln in der Hauptsache durch die eigenartig eingerichtete vordere Wasserkammer. Da die Wasserrohrkessel allgemein der Natur ihrer Heizfläche nach schnell Dampf entwickeln, dieser Dampf jedoch am freien Austritt aus den Röhren durch die sich ihm in der vorderenWasserkammer bezw. den Oberkesseln entgegenstellende Wassersäule gehindert ist, so wird hierdurch, steigend mit der Beanspruchung des Kessels, die Erzeugung sehr feuchten Dampfes begünstigt.

Dieser Uebelstand ist beim Gehre-Kessel dadurch überwunden worden, dass die vordere Wasserkammer durch dampfdicht eingenietete ⊏ Eisen in so viele Einzelkammern geteilt ist, als Rohrreihen übereinander liegen, so dass jede dieser gewissermassen eine besondere Kammer besitzt. Die Einzelkammern stehen durch kleine Rohrstutzen derart miteinander in Verbindung, dass der in den Rohren entwickelte