Text-Bild-Ansicht Band 318

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dass der Aufwand an Material zur Füllung des Turmes bei Hohlkugeln verhältnismässig viel geringer ist, als bei Vollkugeln. Jedoch kann man schon aus dem Grunde die theoretischen Vorteile der Hohlkugeln nur bis zu einem gewissen Grade ausnutzen, weil bei zu grosser Verminderung der Schalendicke ein zu grosser Teil der Hohlkugeln beim Einfüllen in den Turmraum zertrümmert werden würde. Ausserdem besitzen die Hohlkugeln gegenüber den Vollkugeln den bereits angedeuteten Nachteil, dass sie sehr stark als Schlammfänger wirken und auch durch einfache Spülung des Turmes kaum vom Schlamm zu befreien sein werden. Im Betriebepflegt man nämlich die Reaktionstürme, die noch nicht zu sehr verschlammt sind, vielfach dadurch zu reinigen, dass man plötzlich bedeutend grössere Flüssigkeitsmengen auf sie aufgiebt, als gewöhnlich in der gleichen Zeit durch sie hin-durchströmen. Hierdurch wird dann der auf den Füllkörpern sitzende Schlamm zu einem grossen Teile losgerissen und aus dem Turm herausgespült.

Die Kugeln mit einfachen Durchbohrungen, wie in Fig. 10 gezeigt, dürften dagegen wohl keine Veranlassung zur Festsetzung von Schlamm geben, da sie keine schwer zugänglichen Innenräume besitzen.

Gewinnanteil für die Arbeiterschaft in Amerika.

Die United-States Steel-Corporation1) hat mit der Anteilnahme ihrer Arbeiter am Gewinn der Gesellschaft Ernst gemacht und zu Beginn dieses Jahres eine Aufstellung, nach welcher dieselbe zu erfolgen hat, in Kraft treten lassen.

Gerade diese grossartig angelegte Gesellschaft, welche, wie erinnerlich sein wird, vor zwei Jahren begründet wurde, dürfte wie keine andere berufen sein, allen auftretenden Schwierigkeiten die Stirn zu bieten und dieselben zu überwinden.

Jedenfalls verdient das Vorgehen derselben die allseitige und vollste Aufmerksamkeit unserer grossen gewerblichen Unternehmungen und lassen wir die Hauptpunkte dieses weit ausschauenden Entwurfes, welcher alle Angestellten, vom ersten Vorsitzenden mit einem Gehalt von 400000 M. jährlich bis herab zum Arbeiter mit Picke und Schaufel umfasst, im Auszug folgen, obgleich noch augenscheinlich ein Unterschied zwischen den mit der Leitung betrauten Angestellten und den nicht-leitenden Teilen gemacht ist.

Unter den leitenden Angestellten hat der erste Vorsitzende das bereits oben erwähnte Gehalt von 400000 M. jährlich, welches entsprechend seiner verantwortlichen Stellung bemessen ist.

Mit einem Gehalt von 40000 bis 80000 M. jährlich sind nicht über 50 Stellen bedacht, während ungefähr 200 Stellen ein Jahreseinkommen von 20000 bis 40000 M. haben, dann folgen noch etwa 1500 Anstellungen mit einer Bezahlung von 10000 bis 20000 M. jährlich, wobei der Dollar zu 4 M. gerechnet ist.

Diese Ziffern ergeben eine ganz ansehnliche Ausgabe für die Verwaltung dieser Riesengesellschaft.

Man darf, vorausgesetzt, dass alle Stellungen auch tatsächlich besetzt sind, sehr wohl eine Ausgabe von 30000000 M. jährlich für die Beaufsichtigung und Verwaltung in Anschlag bringen, wobei der technische und wissenschaftliche Stab eingeschlossen ist.

Es ist berechnet, dass die Gesellschaft etwa 300000000 M. jährlich verdienen muss, um nach den nötigen Abschreibungen auf ihre Vorzugsanteile 7 v. H. und auf ihre gewöhnlichen Anteile 4 v. H. Gewinnanteil zu zahlen. Zur Zeit werden 55000 Anteilnehmer gezählt, welche Eigentümer dieses ganzen grossen Unternehmens sind.

Der Entwurf gliedert sich in 2 Teile, von denen der eine „die Erwerbung von Anteilen“, der andere „die Anteilnahme am Gewinn“ behandelt.

Teil I: „Die Erwerbung von Anteilen“ ist in folgender Weise ins Werk gesetzt.

Vom Gewinn der Gesellschaft während des Jahres 1902 z.B. werden 8000000 M. zur Verfügung gestellt und weiter ein Betrag, der es ermöglicht, wenigstens 25000 Vorzugsanteile der Gesellschaft zurückzukaufen. Diese Anteile stehen jedermann, der bei der Gesellschaft seinen Unterhalt verdient, nach einer im Entwurf festgelegten Ordnung zum Ankauf zur Verfügung. Die Gesamtzahl aller Angestellten beträgt etwa 168000, welche, entsprechend ihrem jährlichen Einkommen, in sechs Klassen zerfallen, und zwar umfasst Klasse I alle Angestellten abwärts bis zu 80000 M. (80000 M. ausgeschlossen); Klasse II alle Angestellten von 80000 M. bis zu 40000 M.; Klasse III von 40000 M. biszu 20000 M.; Klasse IV von 20000 M. bis zu 10000 M.; Klasse V von 10000 M. bis zu 3200 M. und endlich Klasse VI alle Angestellten von 3200 M. und weniger Einkommen.

Die von der Gesellschaft zu diesem Zweck zurückgekauften Anteilscheine werden den Angestellten zum Preise von je 330 M. angeboten.

Für den Erwerb derselben darf jedermann in Klasse I 5 v. H., in Klasse II 8 v. H., in Klasse III 10 v. H., in Klasse IV 12 v. H., in Klasse V 15 v. H. und in Klasse VI 20 v. H. seines Einkommens aufwenden.

Der erste Vorsitzende kann also von seinem Einkommen von 400000 M. in Höhe von 20000 M. für den Erwerb von Anteilscheinen aufwenden, er kann also 60 Anteile jährlich kaufen. Der höchstbezahlte Angestellte in Klasse II mit 80000 M. kann 6400 M. auf den Erwerb verwenden und etwa 19 Anteile für sich beanspruchen; der Höchstbezahlte in Klasse VI mit 3200 M. Gehalt, der 20 v. H. dieses Betrages auf den Erwerb verwenden darf, hat Anrecht auf nahezu 2 Anteile, während ein Angestellter dieser Klasse mit 1600 M. Gehalt für sich allein noch keinen Anteil erwerben kann, er darf sich aber mit seinen Arbeitsgenossen zum gemeinsamen Erwerb nach Massgabe ihres Gesamtgehalts zusammentun.

Wenn die zum Angebot zurückgekauften Anteile, wie z.B. diesesmal in Anzahl von 25000 der entstehenden Nachfrage nicht genügen, so soll mit der Befriedigung der Ansprüche in der untersten, also VI. Klasse begonnen werden, dann folgt Klasse V u.s.w., so dass wohl der Fall eintreten kann, dass für Klasse 1 nur eine geringe Zahl Anteile oder vielleicht gar keine zur Verfügung bleiben. Mehr wie ein Anteilnehmer kann auf einen Anteil nicht eingetragen werden. Der Preis der Anteile wird sich in Zukunft jedenfalls entsprechend dem Marktpreis ändern.

Soweit die Verteilung der Anteile, welche keine besondere Wohltaten für die Käufer – in diesem Fall die Angestellten – erkennen lässt.

Vergünstigungen erscheinen jedoch sofort bei Bezahlung der Anteile, welche in monatlichen Beträgen vorgenommen werden kann und welche zwischen einer oberen und unteren Grenze von dem Gehalt oder Wochenlohn in Abzug gebracht werden kann, und zwar dürfen diese Abzüge ein Viertel des gesamten Monats Verdienstes nicht überschreiten, während andererseits die ganze Kaufsumme innerhalb dreier Jahre abgetragen sein muss. Innerhalb dieser beiden Grenzen kann sich jedermann die Höhe seiner Abträge selbst bestimmen.

Der Bezug von Gewinnanteil beginnt für den Erwerber vom Tage seiner Zahlung an, und zwar wird ihm bei Kauf in Abträgen ein Zins von 5 v. H. gekürzt.

Ist z.B. jemand gezwungen, den Erwerb aufzugeben, bevor er den vollen Betrag abgezahlt hat, so ist ihm gestattet, das eingezahlte Geld zurückzuziehen und erhält er dann den Unterschied zwischen dem Gewinnanteil, z. Z. 7 v. H., und der Verzinsung des Kaufbetrages mit 5 v. H. zu bezahlt.

Bei vollständiger Abzahlung erhält der Käufer den Anteilschein auf den Namen des ursprünglichen Erwerbers lautend zur freien Verfügung ausgehändigt und kann mit demselben thun und lassen, was er will, d.h. er kann den Schein entweder weiter verkaufen oder ihn im eigenen Besitz behalten. In Anbetracht dessen, dass er für den vergünstigten

1)

Nach Engineering vom 23. Januar 1903.