Text-Bild-Ansicht Band 318

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In Fig. 178–180 ist ein Ueberladekran derselben Firma skizziert, der lediglich aus dem Schiff in Eisenbahnwagen zu fördern hat, Eigenartig ist die Konstruktion des beweglichen Auslegers. Während derselbe nämlich bei anderen Ausführungen in der Regel zum Aufziehen eingerichtet ist, lässt man ihn hier mit Hilfe des Seiles d in die punktierte Stellung herunter. Dabei bewegen sich die Rollen a zwischen den Schenkeln zweier seitlich angenieteter ⊏Eisen c, während das Zugband b gestreckt bleibt. Der Ausleger ist ganz aus Profileisen gebaut, in dem feststehenden Teil dagegen besteht die Fahrbahn aus Holzbalken.

Textabbildung Bd. 318, S. 271

Die Seilführung ist dieselbe wie in Fig. 173. Da der I Kran mit zweiseiligem Greifer arbeitet, ist neben dem Hubseil noch ein zweites, ebenso angeordnetes Oeffnungsseil eingelegt.

Fig. 181 zeigt eine eigentümliche Kranform der King Bridge Co., Cleveland, mit besonders langem Fachwerkausleger auf der Landseite. Die Last hängt in einem endlosen Seile, das zum Heben durch eine beweglich angeordnete Rolle mittels einer besonderen Trommel verkürzt wird, wie in Fig. 125, S. 73 d. Bd. skizziert war.

Textabbildung Bd. 318, S. 271

Eine Lokomotivbekohlungsanlage der genannten Firma bringt Fig. 182 zur Darstellung. Der mit Greifer arbeitende Verladekran schüttet die mit der Bahn ankommende Kohle auf einen oifenen Lagerplatz undentnimmt sie von dort nach Bedarf, um die in Zwischen räumen dem Lagerplatz entlang angeordneten Hochbehälter aufzufüllen, aus denen die Lokomotivtender gespeist werden. Der Umweg über den Lagerplatz ist natürlich nur dann nötig, wenn die Kohle nicht regelmässig dem Bedarf entsprechend zugeführt wird.

Von amerikanischen Konstruktionen wäre endlich noch der Huntsche Elevator zu erwähnen, der bei stark geneigter Fahrbahn mit einem einzigen Seil arbeitet. Da über dieses Kransystem schon viele

Veröffentlichungen vorliegen2), so darf hier von einer eingehenden Besprechung abgesehen werden und es sei in Fig. 183 nur die Abbildung einer solchen Anlage nach Ausführung von J. Pohlig, Köln, gegeben. Das Prinzip dieser Bauweise wurde schon auf S. 75 d. Bd. nach Fig. 130 und 131 erläutert. Hier ist ein Greifer ohne lose Rolle verwandt und daher der Ausleger steil mit parabelförmiger Krümmung geführt. Ein zweites Seil war für das Oeffnen des Greifers notwendig. Aus den Schüttrümpfen, in die der Greifer sich entleert, wird das Material in die Wagen einer Drahtseilbahn abgezapft.

(Fortsetz. folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Ueber ein neues Verfahren zur Darstellung von Mischgas erstattet Direktor Borchardt-Remscheid im Journal für Gasbeleuchtung und Wasserversorgung, VLV. Jahrg. No. 43, S. 797 u. 798 Bericht. – Bisher leitete man bei der Erzeugung von Mischgas das Wassergas entweder unmittelbar in die Vorlagen der Steinohlengasretorten, wobei zum Teil Kohlenwasserstoffdämpfe mitgenommen wurden, so dass sich der Benzolverbrauch beim Carburieren verringerte, oder man mischte die beiden Gase kurz vor ihrem Eintritt in den Behälter. In beiden Fällen durfte aber, wenn Störungen, besonders bei Gasmotoren, nicht auftreten sollten, die Menge des zugesetzten Wassergases 20–25 v. H. nicht überschreiten. Der Benzolverb rauch beim Carburieren schwankte bei diesen V erfahren zwischen 70 und 100 g für 1 cbm Wassergas. Verfasser leitete das Wassergas unmittelbar in die Retorten, aus denen das Steinkohlengas destilliert wird, und konnte so Mengenvon 40, ja 50 v. H. zumischen, ohne dass sich Misstände irgend welcher Art gezeigt hätten. Dabei war, was besonders wichtig ist, die Zahl der Wärmeeinheiten des Mischgases fast auf derselben Höhe, wie die des reinen Steinkohlengases, (etwa 100–150 niedriger), und der Verbrauch von Benzol so gering (45–50 g für 1 cbm Wassergas), dass bei einem Zusatz von 10–15 v. H. Wasserskis das entstandene Mischgas auch ohne Carburierung die genügende Lichtstärke von 13–14 HK ergab. Das Wassergas wird am oberen Ende des Retortenbodens durch eine mit Absperrhahn versehene Rohrleitung während der ersten Stunde der Destillation eingeblasen. Eine längere Zufuhr von Wassergas, ebenso eine in spateren Stufen der Destillation vorgenommene, ergab ungünstige Resultate. Das Verfahren vereinigt mit erheblich geringeren Betriebskosten den Vorzug, die oft schwer verkäuflichen Koksmengen ganz erheblich zu verringern.

Dr. Hgr.

2)

Vergl. die Arbeiten von Buhle, ferner Ernst, Hebezeuge u.a.