Text-Bild-Ansicht Band 318

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die Arbeiter sehr schädlich, sodass in diesem Raume besonders für gute Lüftung zu sorgen ist.

Verstärken des Fadens. Nachdem der Faden auf den Zuleitungen befestigt ist, muss er durch einen Niederschlag von Kohle auf seiner ganzen Länge verstärkt werden, damit er kräftiger wird, und einen gleichmässigen Querschnitt, sowie eine feste gleichmässige Oberfläche erhält. Dies geschieht, indem man den Faden in eine kohlenwasserstoffhaltige Atmosphäre bringt und ihn von einem Strom durchmessen lässt; dabei erwärmen sich die schwachen Stellen wegen ihres höheren Widerstandes stärker. Der Kohlenwasserstoff wird zerlegt und die Kohle schlägt sich gerade an den schwächsten Stellen am meisten nieder. Dieser Niederschlag bildet eine glänzende Schicht mit einem hohen Ausstrahlungsvermögen, gleichzeitig entfernt die hohe Temperatur das in den Molekülen eingeschlossene Gas und macht so den Faden noch fester.

Gewöhnlich besteht der Apparat aus einer Glasglocke auf einer Kautschukplatte. Im Inneren werden 1–2 Fäden an die Klemmen eines elektrischen Stromes angelegt. Ein Dreiweghahn verbindet das Innere einmal mit einer Luftpumpe, einmal mit einem Gasbehälter, ein anderer Hahn lässt die äussere Luft eintreten.

Zunächst lässt man die Luft durch die Pumpe verdünnen, dann das Gas einströmen und den Faden durch den elektrischen Strom zum Glühen bringen. Durch den Niederschlag verringert sich der Widerstand des Fadens allmählich, und bei gegebener Spannung steigt der Strom an. Es ist nun Sorge getragen, dass der Strom selbsttätig unterbrochen wird, sobald der Widerstand sich bis zu einer gegebenen Grösse verringert hat.

Widerstandsmessung des Fadens. Der Faden wird auf seinen Widerstand geprüft in der Wheatstoneschen Brückenkombination mit sehr empfindlichem Galvanometer.

Vorbereiten der Glasbirne zum Auspumpen. An den kleinen Glastrichter, dessen Boden den Faden trägt, wird eine Glasbirne angeschmolzen vor der Stichflamme eines Gebläses, sodann gegenüber dem Sockel der Lampe eine Glasröhre, die es gestattet, die Birne an die Quecksilberpumpe anzuschliessen.

Auspumpen der Lampe. In Frankreich wird zum Auspumpen meistens die Quecksilberpumpe von Sprengel benützt, die ununterbrochenen Betrieb gestattet. Die Luftverdünnung muss bis auf ein hundertstel Millimeter Quecksilber getrieben werden.

Die schematische Darstellung dieser Pumpe ist in nebenstehender Figur gegeben. Bei F sind die auszupumpenden Lampen mit ihren Glasröhren angeschmolzen. E ist ein Behälter mit Phosphorsäureanhydrit, ein Stoff, der die Feuchtigkeit der Luft aufnehmen soll; A und B sind Glasbehälter, die unter sich mit Kapillarrohren in Verbindung stehen; C und D sind Quecksilberbehälter. Die Wirkungsweise der Pumpe ist die folgende: bei U ist eine gewöhnliche Luftpumpe angeschlossen. Ist das Vakuum bereits bis zu einem gewissen Punkte fortgeschritten, dann fliesst Quecksilber aus dem Behälter D, der natürlich nicht mehr als 76 cm unter A stehen darf, nach A und fällt durch die Kapillarrohre nach dem Behälter B und fliesst nach dem Behälter C, der natürlich mehr als 76 cm unter B stehen muss. Das Herunterfallen des Quecksilbers in den engen Rohren befördert das Auspumpen das Glasbirnen. Ein Quecksilbermanometer aber gestattet die bereits erreichte Luftleere zu beurteilen. Von Zeit zu Zeit werden die Lampen mit einer Gasflamme erwärmt, wodurch die Entfernung des eingeschlossenen Gases erleichtert wird.

Die Sprengelsche Pumpe hat den grossen Nachteil, dass die Arbeiter sehr leicht sich Quecksilbervergiftungen zuziehen. Ausserhalb Frankreich verwendet man daher lieber die Pumpe von Malignani bei der die Ventile unter Oel arbeiten, und die ein beinahe ebenso gutes Vakuum ergibt, wie die Sprengelsche, ohne deren Nachteile zu besitzen.

Das Auspumpen soll nicht Mos die Luft aus den Glasbirnen entfernen, sondern auch das in dem Kohlefaden befindliche Gas, da die Kohle die Eigenschaft hat, mehr Gas, als ihr eigenes Volumen beträgt, absorbieren zu können. Diese Luft muss entfernt werden, einerseits, da sonst der Faden unter der Wirkung des Stromes verbrennt, andererseits, da der Faden auch durch die mechanische Einwirkung der Luft zerstäubt, denn beim Schliessen des Stromes wird die Luft infolge der Erwärmung gewaltsam ausgetrieben, und reisst dabei kleine Stäubchen Kohle mit sich, die als schwarzer Niederschlag am Glas wieder zum Vorschein kommen. Dieser Vorgang wiederholt sich, da die Kohle beim Ausschalten das Gas wieder ansaugt, beim jedesmaligen Stromschluss und muss daher bald den Faden zerstören.

Textabbildung Bd. 318, S. 301

Die Prüfung der Lampen auf die Luftleere geschieht mit einem Induktionsapparat. Wenn die Lampe das richtige Vakuum besitzt, dann erscheint das elektrische Licht in der Lampe in Form von, glänzenden Streifen, die abwechseln mit dunkeln Stellen.

Befestigen des Sockels der Lampe. Die beiden Kupferdrähte, die aus der Lampe herauskommen, müssen noch an zwei Kupferplättchen angelötet werden, und diese selbst je nach der gewünschten Fassung bearbeitet werden.

Photometrierung. Die einzelnen fertigen Lampen werden meist mit dem Bunsenphotometer gemessen. Mit Vorteil kann man auch die elektrische Energie messen, die zuzuführen ist, um eine bestimmte Helligkeit hervorzubringen.

Lampen mit mattem Glase werden hergestellt, indem man die fertige Lampe durch ein Sandstrahlgebläse mattiert.

Das Ueberziehen eines Teiles der Lampe mit einem Spiegel als Reflektor wird meist in eigenen Fabriken ausgeführt.

(Nach Le génie civil. S. 121.)

Kleinere Mitteilungen.

Ueber die Wirkung eines Stahlzusatzes beim Schmelzen von Eisen im Cupolofen.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass ein Stahlzusatz beim Schmelzen von Eisen im Cupolofen die Festigkeit des erhaltenen Gusses erhöht. Bis zu welchem Grade dies der Fall ist, und welches die günstigste Zusatzmenge ist, dürfte dagegen weniger bekannt sein. Um Genaueres hierüber zu erfahren und zu sehen, ob sich nicht ein Zusammenhang zwischen dem Gehalt an Kohlenstoff im Eisen und seiner Zugfestigkeit finden lässt, sind die in nachstehender Tabelle (die neuerdings in „The Foundry“ veröffentlicht wurde) angegebenen Versuche gemacht worden. –

Die Zahlen über Zug- und Biegungsfestigkeit sind Durchschnittsworte von 2 bis 3 Versuchsstäben. Zur Bestimmung der Zugfestigkeit dienten Stäbe von 28,6 mm Durchmesser, zur Bestimmung der Biegungsfestigkeit Vierkantstäbe von 25,4 mm Querschnittkante, deren Auflager 305 mm von einander entfernt waren.

Der Hauptgesichtspunkt bei der folgenden Zusammenstellung war, den Siliciumgehalt bei den Versuchen jeder Gruppe ungefähr auf gleicher Höhe zu halten.

Aus der Tabelle ergibt sich z.B., dass No. 1 und No. 2 nur einen verhältnismassig geringen Unterschied in der chemischen Zusammensetzung zeigen, mit Ausnahme von Mangan und Graphit. Wenn das Mangan in No. 1 günstig auf die Festigkeit des Stabes eingewirkt haben sollte, so liesse sich die höhere Festigkeit von No. 2 nur durch den geringeren Gehalt an Graphit oder durch den Stahlzusatz erklären.

Vergleicht man in der Gruppe II die Schmelzungen No. 3–7, so findet man ein Ansteigen der Festigkeit bei gleichzeitiger Zunahme des Stahlzusatzes und Abnahme des Gesamtgehaltes an Kohlenstoff. Eine Ausnahme macht allerdings No. 7, wo 37 ½ v. H. Stahl zugesetzt wurden und der Gesamtgehalt an Kohlenstoff niedriger war, als bei irgend einem anderen Versuch; trotzdem zeigt dieser Stab eine geringere Festigkeit, als No. 5 und No. 6. Da dies jedoch ein vereinzelter.Fall ist, so darf man ihn kaum als Beweis dafür ansehen, dass ein Stahlzusatz von 37 ½ v. H. nicht mehr gut ist. Bei No. 11 mit ebenfalls 37 ½ v. H. Stahlzusatz und einem grösseren Kohlenstoffgehalt als No. 7 zeigt sich eine etwas höhere Festigkeit.

Ein Blick auf die Gruppe III, No. 8–11 zeigt, dass No. 9, obgleich 12 ½ v. H. Stahl zugesetzt wurden, keine grössere Zugfestigkeit