Text-Bild-Ansicht Band 318

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ist sowohl für die Schonung der Kohle, wie auch der Behälter, in welche die Kohle geschüttet wird, von Wichtigkeit, besonders wenn Eisenbahnwagen oder Fuhrwerke beladen werden.

Gegenüber anderen Einseilgreifern hat diese Konstruktion den Vorzug, dass die Schaufeln, wenn auch nicht vom Maschinisten, so doch vom Bedienungspersonal jederzeit durch Lüften des Hebels geöffnet werden können. Das ist z.B. dann erwünscht, wenn der Greifer, wie es beim Herausholen der Reste vorkommt, sich im Schiff nicht vollständig gefüllt hat und noch einmal fassen soll. Findet die Entleerung immer an bestimmter Stelle statt, wie beim Huntschen Elevator, so wird der Hebel hier durch einen festen Anschlag ausgelöst.

J. Pohlig verwendet den Hone greifer für seine unter 30° geneigten Elevatoren (Fig. 130, S. 75 d. Bd.) und Verladebrücken (Fig. 127 S. 74). Die Seilführung im ersten Falle gibt Fig. 222 wieder. Trotz der verhältnismässig grossen Rollendurchmesser findet ein sehr starker Seilverschleiss statt, da beim Heben des geschlossenen Greifers das Seil beständig durch den Flaschenzug läuft und ein grosses Stück des Seiles über sämtliche Greiferrollen um je 180°, ausserdem noch über die Laufkatzenrolle sich biegen muss. Günstiger liegen die Verhältnisse bei der horizontalen Verladebrücke, die mit zwei gleichzeitig zum Heben und Senken benützten Seilen arbeitet (Fig. 223). Das Ende eines jeden Seiles ist, wie in Fig. 220 bei f punktiert angedeutet, am Greifergestell selbst befestigt, so dass zwei getrennte Flaschenzüge entstehen, in denen das Seil sich nur während der Greifarbeit bewegt, während es beim Heben und Fahren in Ruhe bleibt.

Textabbildung Bd. 318, S. 309
Textabbildung Bd. 318, S. 309
Textabbildung Bd. 318, S. 309

Abbildungen der Ausführung von Pohlig geben Fig. 224 und 225. Wenn bei einem Elevator Greiferbetrieb vorwiegt und die Verhältnisse es gestatten, so wählt Pohlig statt des schrägen den parabolischen Ausleger und verwendet dann, da die lose Rolle fortfällt, einen Greifer mit Gliederkette, ungefähr wie in Fig. 226 skizziert, mit besonderer Kette für die Entleerung. Ausser für Hochbahnkrane kommen Greifer ohne Entleerungskette für Massengüterverladung nur dann in Betracht, wenn es sich um Drehkrane handelt, die von vornherein nicht für Greiferbetrieb eingerichtet waren. Alle mir bekannten Einkettengreifer, ausser dem von Hone, leiden an dem Uebelstande, dass sie nicht an beliebiger Stelle geöffnet werden und ausschliesslich mit Kette arbeiten können.2)

Statt durch einen Flaschenzug kann die Uebersetzung auch durch zwei auf derselben Welle sitzende Trommeln verschiedenen Durchmessers hervorgebracht werden, ähnlich wie bei dem Priestman greifer. Die Trommel welle ist entweder fest im Gestell gelagert oder bewegt sich mit den Schaufeln auf und ab. Ein Beispiel der ersten Bauart bietet der auf S. 557 des vorigen Jahrganges beschriebene Selbstgreifer von Losenhausen. Da hier kein Kniehebel angebracht werden kann, um die Schaufeln genügend zu spreizen, so darf die Oeffnungskette nicht am Gestell befestigt werden, sondern sie muss sich teilen und ausserhalb der Drehpunkte an beiden Schaufeln anfassen, so dass das Gewicht des Gestelles auf Drehung der Schaufeln nach auswärts wirkt.

Ordnet man nach Fig. 226 u. 227 die Trommeln beweglich an, so reicht ihr Gewicht aus, um die Schaufeln auseinander zu drücken und die Entleerungskette kann am Gestell angreifen. Die von der kleinen Trommel ablaufende Kette a schliesst den Greifer, indem sie sich aufwickelt, und muss am Gestell befestigt werden. Unterstützt wird sie durch den Zug der Lastkette b, soweit derselbe nicht durch das Gewicht der Traverse u.s.w. aufgehoben wird. Die Anordnung ist in der Skizze so getroffen, dass die Trommelwelle an einer Schaufel gelagert ist, genau wie in Fig. 214 bis 216, natürlich könnte man auch unter Anwendung eines Kniehebels die Trommeln in der Mittel ebene senkrecht führen.

Wenn es darauf ankommt, sehr grosse Uebersetzung zu erhalten, so kann man, statt die Trommeln auf dieselbe Welle zu setzen, sie durch ein oder zwei Zahnradvorgelege verbinden, wie in Fig. 228 skizziert, Der Wirkungsgrad des Getriebes wird dabei allerdings nicht sehr hoch sein, da die Zapfenreibung bei dem geringen Durchmesser, den die Räder mit Rücksicht auf den verfügbaren Platz einhalten müssen, sehr zur Geltung kommt. Das ganze Triebwerk muss natürlich in diesem Falle fest im Gestell gelagert werden. Mit a sind wieder die von der kleinen Trommel ablaufenden Schliessketten bezeichnet, die an den Schaufeln anfassen, mit b die Lastkette, die auf die grosse Trommel wirkt. Die Entleerungskette muss geteilt werden und ausserhalb der Drehpunkte an den Schaufeln angreifen, wenn diese sich genügend öffnen sollen3).

2)

Einkettengreifer von Jaeger s. Ernst, Hebezeuge,3. Aufl., S. 606.

3)

Ein Greifer ähnlicher Ausführung von Hunt ist abgebildet in Buhle, Technische Hilfsmittel zur Beförderung und Lagerung von Sammelkörpern, S. 40. Der Greifer arbeitet mit Gelenkkette.