Text-Bild-Ansicht Band 318

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ist, oder unabhänig vom Kettenzuge sehr grosse Schliesskraft ausgeübt werden muss, namentlich dann, wenn sehr bedeutende Mengen mit einem Hube gefördert werden sollen. Man kann dann irgend ein Kraftübertragungsmittel, Wasser, Pressluft, Dampf oder Elektrizität benutzen und den Greifer unmittelbar mit dem Motor zusammenbauen. Um auch hierfür ein Beispiel anzuführen, ist in Fig. 233 ein hydraulisch betriebener Greifer aus dem mehrfach erwähnten Aufsatz von Salomon wiedergegeben, der für Erdarbeiten gebaut ist.5) Die Anordnung der Schaufeln und der Lenkstangen ist dieselbe, wie heim Priestmangreifer. Der Zylinder ist mit dem Gusstück, das die Drehzapfen der Schaufeln aufnimmt, durch kräftige vertikale Anker verbunden, und ist während des Greifens feststehend zu denken. Der untere grosse Kolben schliesst die Schaufeln, während der obere den ersten Kolben zurückzuziehen und die Schaufeln zu Öffnen hat. Beide sind durch Zugstangen miteinander verbunden. Die Stopfbüchsen liegen aussen und sind daher bequem zugänglich. Der Greifer soll sich in jeder Beziehung gut bewährt haben.

Wenn es sich darum handelt, Kähne zu entleeren, die oben vollständig offen sind, so kann ein mit Greifer ausgerüsteter Kran den grössten Teil der Kohle aufnehmen, ohne dass Schaufelarbeit erforderlich ist, und es sind nur gegen Schluss der Arbeit 2 oder 3 Leute nötig, um die Reste zusammenzuschaufeln. Bei der Entladung von grösseren Schiffen jedoch, die enge Luken haben, kann der Greifer nur das unter der Luke liegende Material fassen, und das Uebrige muss zugeschaufelt werden, daher sind amerikanische Konstrukteure auf den Gedanken gekommen, Vorrichtungen zu bauen, die das seitwärts liegende Material selbst nach der Mitte hin zusammenholen, also einem ähnlichen Zwecke dienen, wie die schon mehrfach ausgeführten Beiholapparate für Getreide, die einem im Schiffsraum arbeitenden Elevator das Getreide zuführen. Eine dieser Konstruktionen, unter dem Namen Hulett-Auslader von der Webster Camp and Lane Machine Co. in Akron, Ohio, gebaut, ist in Fig. 234 skizziert6).

Der Greifer, der 10 t Erz fasst, ist nicht, wie sonst üblich, an Ketten aufgehängt, sondern an einem senkrechten Mast aus Schmiedeeisen exzentrisch befestigt, drehbar um dessen Achse, so dass in geöffnetem Zustande die äussere Schaufel einen Kreis von etwa 3 m beschreibt. Dadurch soll es möglich werden, nachdem der Greifer in günstigster Stellung durch die schmale Luke in den Schiffsraum gesenkt ist, auch das seitlich liegende Erz fast vollständig zu fassen und die Schau fei arbeit auf das äusserste zu beschränken. Unten in dem Mast ist der Platz des Mannes, der den Greifer bedient, so dass derselbe alle Vorgänge genau vor Augen hat. Die Schaufelnwerden durch einen Dampfzylinder geöffnet und geschlossen. Der Mast hängt an einem doppelarmigen Hebel und wird durch ein Parallelogramm senkrecht geführt.

Textabbildung Bd. 318, S. 311

Der Hebel ist auf einem Wagen gelagert, der senkrecht zum Ufer auf einem Portalgerüst verfahren werden kann. Dieses selbst läuft auf Schienen parallel zur Uferkante und trägt an seiner landseitigen

5)

Z. d. V. J. 1886, No. 46, Tafel 33.

6)

Nach „Stahl und Eisen“ 1902, S. 18 und 962.