Text-Bild-Ansicht Band 318

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das Hauptgewicht auf eine möglichst gute Isolation der Luftstangen und desgleichen auch des Induktors und der Elektrizitätsquelle, als welche Akkumulatoren verwendet wurden, gelegt.

Textabbildung Bd. 318, S. 325

Zu diesem Zwecke wurde der Luftdraht von dem stützenden Mäste nach Fig. 30 senkrecht nach unten und dann über einen Hilfsmast wagerecht zur Station geführt. An dem Hilfsmast ist er durch eigenartige Isolatoren, Fig. 31 bis 34, wie solche für Hochspannungsanlagen Verwendung finden, isoliert und mittels einer Spann Vorrichtung befestigt die möglichst straffe Führung des Drahtes, sowohl in senk- als auch in wagerechter Richtung ermöglicht. Hierbei soll der wagerecht verlaufende Teil des Luftdrahtes möglichst kurz sein. Unmittelbare senkrechte Zuführung des Luftdrahtes zu der einen Kugel der Funkenstrecke erwies sich als unzweckmässig, weil auf diesem Wege eine genügende Isolation des Luftdrahtes nicht zu erzielen war.

Textabbildung Bd. 318, S. 325
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Textabbildung Bd. 318, S. 325
Textabbildung Bd. 318, S. 325

Bonomo erachtet es auch für wünschenswert die Luftdrähte für den Sender und den Empfänger zu trennen, also keinen gemeinsamen Luftdraht zu verwenden. Zu diesem Zwecke ist der Führungsmast, Fig. 30 und 35, mit zwei seitlichen Auslegern versehen, an denen in der angedeuteten Weise die Luftdrähte mittels Isolatoren aufgehängt wurden. In Fig. 36 ist ein Mast dargestellt, bei welchem der Empfangsdraht, um dessen Kapazität zu erhöhen, aus einem oben und unten konisch verlaufenden Zylinder von 30 m Höhe besteht, der sich aus einer bestimmten Anzahl von Kupferdrähten von 0,3 qmm Querschnitt zusammensetzt und 25 cm Umfang hat.

Der Fritter von Castelli, dessen sich Bonomo bediente, und der sich durch ausserordentliche Empfindlichkeit auszeichnet, besteht aus Eisen- oder Kohlenelektroden, zwischen welchen sich ein Tropfen Quecksilber befindet. Dieser Fritterbesitzt die Eigenschaften der Selbstentfrittung. Zwei solcher Fritter sind in Fig. 37 und 38 dargestellt. Der erstere besteht aus Eisenelektroden mit nur einem Quecksilbertropfen, während der zweite zwei äussere Kohlenelektroden und eine mittlere Eisenelektrode mit zwei getrennten Quecksilbertropfen besitzt. Die Entfernung der Elektroden von einander i schwankt zwischen 1,5 und 3 mm. Beträgt sie weniger als 1,5 mm, so verliert der Fritter an Empfindlichkeit, wogegen bei Erhöhung der Entfernung über 3 mm die Sicherheit der Entfrittung in Frage gestellt ist. Die Frittröhren müssen aus gutem Glase hergestellt sein und genau kalibriert werden. Der äussere Durchmesser der Röhren beträgt je nach der Stärke des verwendeten Glases 5 bis 8 mm, wogegen der innere Durchmesser 3 mm nicht übersteigen soll. Die dem Quecksilbertropfen zugekehrten Enden der Elektroden müssen genau senkrecht zu der Achse der Röhre stehen und sollen vollkommen gereinigt sein. Bei Eisenelektroden empfiehlt es sich, dieselben auf Hochglanz zu polieren, weil dadurch die Empfindlichkeit des Flitters bedeutend erhöht wird. Die Entfrittung gestaltet sich um so zuverlässiger, je reiner das verwendete Quecksilber, je kleiner der angewendete Tropfen, je trockener das Innere der Röhre ist und je sorgfältiger die Elektroden poliert sind.

Textabbildung Bd. 318, S. 325
Textabbildung Bd. 318, S. 325

Der Castellische Fritter ist gegen die Einwirkung der Luftfeuchtigkeit sehr empfindlich, und zwar übt letztere einen nachteiligen Einfluss aus. Der Fritter muss also, da er nicht luftdicht verschlossen ist, stets trocken gehalten werden. Für einen gut zusammengestellten und ausregulierten Fritter schwankt die kritische Spannung der Kohäsion zwischen 1–1,5 Volt.

Eine derartige gute Röhre verliert nach einiger Zeit ihre guten Eigenschaften, infolge Oxidation der Elektroden und des Quecksilbers. Diese Abschwächung tritt bei Röhren mit Eisenelektroden viel schneller ein als bei solchen mit Kohlenelektroden. Besitzt man also keine genügende Anzahl von Reserveröhren, so wird es notwendig, die Röhre auseinander zu nehmen, die Elektroden sorgsam zu reinigen und zu polieren, sowie