Text-Bild-Ansicht Band 318

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Speisenschränke, wie auch in die Büffets eingebaut werden können und nur ganz wenig Raum beanspruchen.

Als Verdampfer dienen aus Kupferrohren hergestellte besondere Vorrichtungen, welche einen Kältevorrat aufnehmen, der bei längerem Stillstande der Maschine über Nacht oder auch bei Tage genügt, die in den Schränken oder Büffets zu kühlenden Gegenstände auf stets gleichmässig kalter Temperatur zu halten.

Die Schrankkühlung ist zum Teil vor und zwischen den Rippenrohr-Batterien eingeschaltet.

Bei der ausgestellten Anlage ist eine wesentliche Neuerung zu verzeichnen, welche vom Ingenieur Semmler herrührt, und welche sich darauf bezieht, die als Kältemedium verwendeten Dämpfe von Schwefeldioxyd möglichst zu trocknen. Diese Vorrichtung wird nunmehr bei allen von dieser Firma ausgeführten Kühlmaschinen verwendet und soll nachstehend beschrieben werden.

Es ist bekannt, dass besonders bei direkter Verdampfung die Regulierung der zuströmenden schwefeligen Säure unter Umständen Schwierigkeiten machen kann, und es kann vor allem auch vorkommen, dass durch Unvorsichtigkeit in der Handhabung die Maschine mit schwefeliger Säure überfüllt wird. In beiden Fällen ist es nicht ausgeschlossen, dass schwefelige Säure mit in den Kompressor gelangt und hier das Festsetzen der Ventile verursacht.

Um diesen Uebelstand ein für alle mal zu beseitigen, wird nach der Erfindung des Ing. Semmler die angesaugte schwefelige Säure derart getrocknet, dass nur absolut trockene Dämpfe in den Kompressor gelangen können.

Die Art und Weise, wie dieser Zweck erreicht wird, ist in der schematischen Skizze Fig. 7 dargestellt.

Textabbildung Bd. 318, S. 382

Die Trocknung des angesaugten Schwefligsäuredampfes soll durch eine Nachverdampfung erreicht werden, also dadurch, dass alle etwa aus dem Verdampfer mitgerissene Flüssigkeit nachträglich durch Wärmezufuhr verdampft wird. Diese Wärmezufuhr erfolgt nun nach dem vorliegenden Verfahren aus dem Kühlwasser des Kondensators, also bei der höchsten Temperatur in der Maschine. Nach der in dem Schema dargestellten Anordnung ist a das Kondensatorbassin, an welchem aussen der Kompresser c anmontiert ist. Die dampfförmige schweflige Säure wird von dem Kompressor durch Leitung d zum Regulierventil und von hier aus zum Verdampfer geführt.

Aus dem Verdampfer saugt der Kompressor durch Leitung e die Schwefligsäuredämpfe an. Dieselben strömen durch das Tauchrohr g in eine Flasche f, die in den Kondensator eingebaut ist. Durch Leitung h saugt der Kompressor oben seitlich die Dämpfe aus dieser Flasche ab. Etwa mitgerissene Flüssigkeit wird nun in der Flasche teils mechanisch ausgeschieden, teils unmittelbar an den Wänden der Flasche, welche durch das bedeutend wärmere Kühlwasser geheizt werden, verdampft. Auch die mechanisch ausgeschiedene flüssige schweflige Säure muss selbstverständlich vor und nach verdampfen, und wird das vom Kompressor bei dem Verdampfer angesaugte Volumen um den Betrag dieser im Kondensator verdampfenden schwefligen Säure vermindert.

Die Maschinen der Firma Semmler & Gsell werden von der Maschinenfabrik Herm. Hartung Nachfolger, G. m. b. H., in Düssesdorf ausgeführt.

Die normale Maschine, stehendes Modell der Firma, ist in Fig. 8 dargestellt. Der Kondensator a1 ist als stehender Zylinder aus Gusseisen ausgeführt und oben mit einem dicht schliessenden Deckel verschlossen. Seitlich oben ist der Kompressorzylinder d angeschraubt, darunter die Geradführung b1, und hierunter die beiden Hauptlager d1, in welchen die Kurbelwelle gelagert ist.

Die Fest- und Losscheibe zum Antrieb des Kompressors sitzt seitlich frei auf der Kurbelwelle. Nach aussen vor dem Kurbellager befindet sich ein Oelfänger, welcher gleichzeitig als Sicherheitsvorrichtung gegen Hineinfassen in das Getriebedient. In dem Anguss für die Geradführung ist der Riemenausrücker e1 angebracht.

Die Geradführung ist offen ausgeführt, so dass der Kreuzkopf unter zwei Gleitschienen sich bewegt.

Durch das Rohr a saugt der Kompressor die schweflige Säure aus dem Verdampfer an, welcher gewöhnlich aus Rippenrohren für unmittelbare Verdampfung in den Kühlräumen ausgeführt wird. In der Hauptleitung sitzt vor dem Kompressor ein Absperrventil.

Textabbildung Bd. 318, S. 382

Der Kompressor ist doppeltwirkend ausgeführt und ist die obere und untere Hälfte durch einen angegossenen Kanal verbunden. Die komprimierten Gase gelangen durch Rohr b, in welchem ein gleiches Absperrventil wie in der Saugleitung sitzt, in die Rohrschlange des Kondensators ai, welche in das Kondensatorgefäss eingebaut ist. Das untere Ende dieser Rohrschlange wird wieder emporgeführt und ist oben über dem Deckel des Kondensators durch ein Ventil i absperrbar, an welches sich die Rohrleitung c für die flüssige schweflige Säure anschliesst und diese zum Regulierventil k führt.

Der Eintritt und der Austritt der Kondensatorschlange ist im Kondensatordeckel wasserdicht befestigt.

Das Kühlwasser tritt unten in das Kondensatorgefäss bei e durch ein Ventil regulierbar ein und verlässt das Gefäss durch ein am höchsten Punkt des Deckels angebrachtes Rohr g. Infolge der geschlossenen Bauart des Kondensators ist es also möglich, das Wasser unter Druck den Apparat passieren zu lassen, was von Wichtigkeit ist bei der Aufstellung der Maschine in tiefliegender Kellerei, wo das Wasserleitungswasser, welches den Kondensator durchflössen hat, zu beliebiger Verwendung in irgend ein Stockwerk hochgedrückt werden kann.

Von dem Wasserzuflussventile zweigt ein kleines Rohr f ab, welches die Stopfbüchse des Kompressors mit Kühlwasser versorgt. Dieses Wasser fliesst durch Rohr h fort, gewöhnlich in einen offenen Trichter, so dass man beobachten kann, ob Kühlwasser in genügender Menge läuft. Nötigenfalls kann jedoch auch dieses Wasser zu irgend einer Verwendungsstelle geführt werden. Hinter dem Regulierventil k schliesst die Leitung d für die flüssige schweflige Säure an, welche diese zu dem Verdampfer im Kühlraum führt.

Das Regulierventil ist auf einer kleinen Tafel montiert, welche oben das Druckmanometer l und das Saugmanometer m trägt.

Seitlich von der Manometertafel befindet sich ein Schmiergefäss mit drei Regulierhähnen, von welchem aus die