Text-Bild-Ansicht Band 318

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Schächten an und können durch Oeffnen des unteren Verschlusses in bereitstehende Wagen entleert werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 418

Der Ueberhitzer kann durch zwei Klappen, die gleichzeitig bewegt werden, ganz oder teilweise aus den Heizgasen ausgeschaltet werden.

Der Wasserkammerverschluss ist in Fig. 189 dargestellt. Die Verschlusscheibe ist mit der Schraube aus einem Stück hergestellt. Die Dichtung erfolgt durch einen Gummiring mit Drahteinlage.

Auch der Leinhaaskessel (Fig. 190-195) hat die Eigentümlichkeit, dass die hintere Wasserkammer nicht direkt mit dem Oberkessel verbunden ist. Um eine sichere Kühlung der untersten Rohrreihen zu erreichen, bringt die Firma E. Leinhaas, Freiberg i. S., bei ihren Kesseln an der untersten Stelle der hinteren Wasserkammer einen Wassersack in Form eines querliegenden Zylinders an und verbindet diesen in passender Weise mit dem Oberkessel durch weite Rohre.

Bei dem Kessel (Fig. 190-193) gehen vom Oberkessel zwei 350 mm weite Stutzen unter 45° nach aussen und dann vertikal nach unten bis zum Querkessel der Wasserkammer (Fig. 192). Dieser Kessel hat 206 qm Heizfläche, 6 qm Rostfläche und arbeitet mit 11 Atm. Ueberdruck.

Bei dem Kessel (Fig. 194 und 195) geht nur ein 550 mm weites Rohr vom Oberkessel senkrecht nach unten in einen kurzen, 600 mm weiten Horizontalstutzen, und von hier zu dem 750 mm weiten Querkessel.

Textabbildung Bd. 318, S. 418

Aus dem Querkessel gelangt nun das Wasser zu einem durch die Querschnittsabmessungen bestimmten Teile in die unterste Rohrreihe, zum anderen Teile in die Wasserkammer; die letztere verteilt dann das Wasser über die weiteren Rohrreihen nach einem bestimmten Verhältnis. In der vorderen Wasserkammer vereinigt sich das Wasser wieder und steigt mit dem Dampf bis zur Glocke der eingebauten Dubiauschen Rohrpumpe, durch welche die Wasserbewegung in der bekannten Weise kräftig gefördert wird.

Die zweckmässige Verbindung der hinteren Wasserkammer mit dem Oberkessel und die Anwendung der Rohrpumpe ermöglichen eine starke Beanspruchung des Kessels, ohne dass die Gefahr des Krummziehens oder des Leckwerdens für die gut gekühlten Rohre besteht, und ohne dass der Wirkungsgrad des Kesselbetriebes erheblich beeinträchtigt wird.

Der Kessel (Fig. 194 und 195) besitzt 170 qm Heizfläche, 5,38 qm Rostfläche und arbeitet mit 12 Atm. Ueberdruck. Der mit Hilfe von drei Klappen ausschaltbare Ueberhitzer hat 50 qm Heizfläche. Der Rost wird durch den bekannten selbsttätigen Leachapparat beschickt.

Alle weiteren Einzelheiten können aus den Zeichnungen ersehen werden.

Auf den Nutzen der Dubiauschen Rohrpumpe war schon im vorigen Bande S. 45 u. f. näher eingegangen worden. Bei den Wasserrohrkesseln erscheint nun die Anwendung dieser Vorrichtung auf den ersten Blick überflüssig, da diese Kessel schon infolge ihrer Konstruktion eine kräftige Wasserbewegung besitzen. Diese Schlussfolgerung ist auch richtig, so lange die Beanspruchung der Wasserrohrkessel eine massige ist. Bei hoher Beanspruchung dagegen liegen die Verhältnisse doch etwas anders.

Hier genügt die durch die Kesselkonstruktion bedingte Wasserbewegung nicht mehr, um den entsprechend grösseren Wärmedurchgang ohne erheblich grössere Temperaturdifferenz zwischen Heizgasen und Wasser zu ermöglichen. Die Heizgase müssen wesentlich heisser an den Heizflächen vorbeigeführt werden, sie treten daher auch mit erheblich höherer Temperatur in den Fuchs, wodurch eine nicht unbeträchtliche Vermehrung der Wärme Verluste, also eine Erniedrigung des Kesselwirkungsgrades veranlasst wird.

Durch die Anwendung der Rohrpumpe wird dieser Uebelstand gemildert. Die durch die Rohrpumpe gesteigerte Wasserbewegung erleichtert den Wärmedurchgang, d.h. sie ermöglicht denselben in gleicher Grösse bei geringerer Temperaturdifferenz; es können also die Heizgase mit geringerer Temperatur in den Fuchs treten.

Diese Folgerung findet ihre Bestätigung durch vergleichende