Text-Bild-Ansicht Band 318

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Es ist hierbei zu bemerken, dass dieses Zeitintervall die halbe Periode der sich folgenden Oszillationen bedeutet, wobei sich die Richtung der zwischen den beiden Funkenkugeln überspringenden Funken bei jedem Funken ändert.

Der Wechsel der Richtung des Funkens ist an den Abbildungen leicht zu erkennen, indem die hellen Streifen einmal an der oberen, das andere Mal an der unteren Hälfte der Photographie sich zeigen. Ebenso wie die Entfernungen zwischen den einzelnen Maximas abnehmen, ebenso ändern sich auch die Zeiten dieser Abnahme entsprechend. Diese Dauer nimmt daher gleichfalls allmählig ab.

Die Untersuchungen zeigen in der deutlichsten Weise, dass die Hertzschen Schwingungen nicht mit den Schwingungen eines freien Pendels, dessen Schwingungen nicht durch neue Anstösse aufrecht erhalten werden, verglichen werden dürfen. Die Bewegung ist nicht die eines absterbenden Pendels, indem die Periode nicht konstant bleibt, trotzdem die Schwingungen allmählig abnehmen.

Untersuchung der verschiedenen Transmissionsanordnungen.

Bei diesen Versuchen wurden die in den Fig. 65-70 dargestellten 6 Anordnungen erprobt. Bei der Anordnung Fig. 65 ist von den mit dem Induktorium in Verbindung stehenden Funkenkugeln die negative mit dem Luftdrahte, die positive mit der Erde verbunden.

Textabbildung Bd. 318, S. 425
Textabbildung Bd. 318, S. 425
Textabbildung Bd. 318, S. 425
Textabbildung Bd. 318, S. 425
Textabbildung Bd. 318, S. 425
Textabbildung Bd. 318, S. 425

Die Anordnung in Fig. 66 unterscheidet sich von der vorhergehenden dadurch, dass zwischen Erde und Luftdraht noch ein Kondensator zwischengelegt ist. Bei der Anordnung Fig 67 ist der Kondensator zwischen Luftstange und Funkenkugel gelegt. Bei den Anordnungen Fig. 68-70 erscheint der Luftdraht stets unmittelbar mit der Erde verbunden, und erfolgt die Uebertragung der vom Erreger erzeugten Hertzschen Wellen durch eine Art Transformator, indem ein Teil des Luftdrahtes um die Windungen des Erregers, welche das Hertzsche Feld konzentrieren, gelegt ist. Die Unterschiede dieser drei Anordnungen sind nur geringe. Bei der ersten (Fig. 68) befindet sich der Kondensator in der Mitte des konzentrierenden Drahtteiles und wird die Windung der Sendestange parallel zu letzterem gelegt. Bei den beiden Anordnungen Fig. 69 und 70 werden die Windungen des Konzentrators von den Windungen der Sendestange umgeben.

In Fig. 69 ist nur ein Kondensator und zwar in den von der negativen Kugel abgehenden Drahtteil eingeschaltet, wogegen bei der Anordnung Fig. 70 zwei solcher Kondensatoren sich finden und zwar je einer in den beiden von den Funkenkugeln abgehenden Drahtteilen.

Eine Uebermittelung kann mit allen diesen Anordnungen erreicht werden. Während dieselbe jedoch mit den Anordnungen Fig. 65, 67-70 in sehr guter Weise ermöglicht ist, hat sich die Anordnung Fig. 66 als bedeutend schlechter erwiesen. Die beiden Anordnungen 65 und 67 sind als vollkommen gleichwertig befunden, doch ist die Anordnung 67 aus dem Grunde vorzuziehen, weil die Zwischenschaltung des Kondensators einen gewissen Schutz gewährt.

Die Anordnungen Fig. 68-70 bildeten den Hauptteil der Studien von Tissot.

Bei der Anordnung Fig. 68 wurde jener Teil der Luftstange, welcher als der sekundäre Teil des Transformators Zu betrachten ist, aus 7 Drähten gebildet, die in eine dicke, kreissegmentförmige Kautschuckröhre eingeführt waren. Der Halbmesser des Kreissegmentes betrug 25 cm. Die Röhre wurde an den primärer; Teil des Transformators, der gleichen s aus 7 in eine Kautschuckröhre eingesetzten Drähten bestand, die jedoch an zwei Stellen unterbrochen waren, parallel angelegt. Der zwischen die Primäre gelegte Kondensator bestand aus mehreren Leydenerflaschen.

Die Gruppierung der benachbarten Stromkreise in den Fig. 69 und 70 wurde durch mit Kautschuck überzogene Drähte erzielt, die in ein oder zwei Windungen von 19 cm Halbmesser parallel gewunden waren.

Die Kapazität der verwendeten Leydenerflaschen betrug 120, 450 und 1250 elektrostatische Einheiten.

Mit der in Fig. 70 dargestellten Anordnung wurden verschiedene Kapazitäten verbunden und für jede derselben die mittlere Periode der Schwingungen mittels des sich drehenden Spiegels bestimmt und hieraus die Länge der zur Anwendung gelangten Wellen berechnet. Auf diese Weise wurden die folgenden Werte erhalten.

Eingeschaltete Kapazität Mittlere Periode Länge der Wellen
4 × 1250 E. E. 1,50 × 10–6 Sek. 450 m
2 × 1250 „ 1,04 × 10–6 312 „
1 × 1250 „ 0,68 × 10–6 204 „
2 × 450 + 4 × 120 E.E. 0,70 × 10–6 210 „
2 × 450 E. E. 0,56 × 10–6 168 „
4 × 120 „ 0,40 × 10–6 120 „
1 × 120 „ 0,22 × 10–6 66 „

Wiewohl nun die Nachrichtenvermittlung mit allen diesen verschiedenen Anordnungen jederzeit eine tadellose war, so kann deren Wert doch nicht als gleichmässig angesehen werden. Es ist hierbei nämlich sehr schwer, Differenzen zu schätzen, so lange der Empfang nicht dadurch beeinträchtigt wird, dass der Wert der Transmission bis unter eine gewisse Grenze herabsinkt, die von der Empfindlichkeit des Fritters und der Uebertragungsentfernung abhängt. Ueberhalb dieser Grenze wird die Schätzung des Wertes der Uebertragung immer eine zweifelhafte bleiben. Tissot ist es jedoch gelungen, auch diesen Wert durch ein auf Messung des Widerstandsabfalles des Fritters beruhendes Verfahren annähernd zu bestimmen.

Als Ergebnis dieser Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Anordnungen 68 und 69 in Bezug auf die Uebertragung bei gleicher Periode vollkommen gleichwertig sind.

Bei der Anordnung 69 wurde die beste Uebertragung mit einer Kapazität von 2 × 450 elektrostatischen Einheiten erzielt. Die Länge der korrespondierenden Welle betrug 168 m, Wenn man berücksichtigt, dass bei diesen Versuchen die Luftstangen eine Höhe von 40 m hatten, so ergibt sich, dass die Beziehung λ = 4h zwischen der Wellenlänge und der Höhe der Luftstange der besten Uebertragung entspricht.

Vergleichende Versuche für die Anordnung des Empfängers.

a) Einschaltung eines Leiters zwischen Luftdrähte und Fritter. Der Wert der Uebertragung scheint durch die Zwischenschaltung eines derartigen Leiters nicht abgeändert zu werden. Ob ein Leiter von der viertel, halben oder ganzen Länge der Auffangstange eingeschaltet wurde, blieb sich für die Güte des Empfanges gleich. Bei den weiteren Versuchen, die Eigenschaften des sogenannten interferenten Feldes für die drahtlose Telegraphie auszunützen, konnte Tissot keine praktische Verbesserung des Empfanges feststellen, trotzdem er die verschiedensten Anordnungen verwendete. Dagegen hat Slaby durch Ausnützung der Eigenschaften des interferenten Feldes gewisse selektive Wirkungen erzielt, welche jedoch zu wenig kräftig waren, um eine wirklich praktische Abstimmung herbeizuführen. Wurde an Stelle eines gradlinigen Leiters, welcher entweder nur eine geringe oder gar keine Induktanz hatte, zwischen Auffangstange und Fritter ein Leiter eingeschaltet, welcher