Text-Bild-Ansicht Band 318

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müssten; nur zwei Punkte sollen hier kurze Erwähnung finden.

Textabbildung Bd. 318, S. 451

Den Masstab für die Leistung einer Dampfmaschine bildet der Flächeninhalt ihres Dampfdiagramms, d. i. derjenigen geschlossenen Kurve, welche die Spannungen im Zylinder als Funktion der Kolbenwege wiedergibt. Zur Erzielung einer Fläche bestimmter Grösse ist bei Kondensatormaschinen ein geringerer Füllungsgrad erforderlich als bei Auspuffmaschinen; dies allein bildet die Ursache wesentlicher Dampfersparnisse. Hinzu kommt noch, dass man in vielen Fällen das warme Abwasser des Kondensators, welches die Verdampfung- und einen Teil der Flüssigkeitswärme des Dampfes enthält, zur Kesselspeisung verwenden und daher erhebliche Kohlenersparnisse erreichen kann.

Textabbildung Bd. 318, S. 451

Ganz allgemein geschieht die Niederschlagung des Dampfes durch Kühlwasser. Je nachdem man dieses imKondensator mit dem Abdampfe unmittelbar in Berührung bringt oder von diesem durch möglichst dünne Zwischenwände trennt, unterscheidet man Einspritzkondensatoren und Oberflächenkondensatoren (Ericsson 1829). Welche dieser beiden Bauarten die meisten Vorzüge in sich schliesst, lässt sich ohne genaue Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Wasserverhältnisse nicht entscheiden. Die nachfolgenden Ausführungen werden zur Beurteilung dieser Frage einige Anhaltspunkte liefern.

Diejenigen Fälle, in denen für den Kondensatorbetrieb Wasser von genügender Menge und Reinheit vorrätig ist, sind leider nicht allzu häufig. Flüsse oder Seen, aus welchen man weiches Wasser pumpen könnte, befinden sich oft erst in solchen Entfernungen von der Verwendungsstelle, dass man aus wirtschaftlichen Gründen auf diese Wasserentnahme verzichten muss. Die Gruben- und Brunnenwässer jedoch besitzen namentlich in Industriegegenden oft Verunreinigungen, welche sie zur Kesselspeisung untauglich machen. Wenn das verfügbare Wasser sich als säurehaltig erweist, so darf man es erst nach gründlichster chemischer Reinigung zur Speisung des Kessels benutzen; anderenfalls werden dessen Bleche durch die Bildung von meist schwefelsauren Salzen stark angegriffen, es entstehen in Höhe des Wasserspiegels hässliche Anfressungen, welche die Gefahr einer Explosion naherücken. Bei salzehaltigem Speisewasser sättigt sich allmählich der Inhalt des Kessels so stark mit Alkalien, dass diese in immer dickeren Schichten an den heissesten Stellen ausgeschieden werden, dort den Wasserumlauf behindern und derart bedenkliche Ueberhitzungen der Feuerbleche verursachen. Wünscht man also dennoch, beim Vorhandensein von Säuren und Salzen im Wasser, durch Speisung des Kessels mit Kondensatorwarmwasser Ersparnisse zu erzielen, dann bleibt nur die Möglichkeit eines Oberflächenkondensators bestehen, welcher den stetigen Kreislauf einer verhältnismässig geringen, oft teuer bezahlten Wassermenge gestattet; im Interesse der Schonung des Kessels ist unter solchen Umständen die Anwendung eines Einspritzkondensators ausgeschlossen, trotzdem dieser meist in der Herstellung billiger, in der Bedienung bequemer, in der Wirkung gründlicher ist und etwa nur halb so viel Kühlwasser als jener bedarf b25-30 kg gegenüber 40-50 (kg).

Gleich hier möge hervorgehoben werden, dass bei Kondensatoren aller Art das tiefste, technisch mögliche Vakuum keineswegs auch das wirtschaftlich günstigste ist; vielmehr gelangt man gerade aus einer sorgfältigen Berücksichtigung der Temperatur und Menge des Kühlwassers und seiner Beschaffungskosten zu der Ansicht, dass durchschnittlich eine Luftleere von 80-90 v. H. die besten Ergebnisse liefert.

Bei schlechten Wasser Verhältnissen ist also die Anschaffung