Text-Bild-Ansicht Band 318

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eines Oberflächenkondensators allein deshalb empfehlenswert, weil dieser in seinem Kondensat ein vorzüglich steinfreies Kesselspeisewasser liefert, dem nur geringe Mengen Frischwasser zugesetzt zu werden brauchen. Letztere aber können zuvor leicht in irgend einem Wasserreinigungsapparat von schädlichen Beimengungen befreit werden.

Textabbildung Bd. 318, S. 452

Der Wasserdampf, welcher beim Verlassen des Kessels frei von jeder Verunreinigung war, nimmt auf seinem Wege durch die Dampfzylinder viel Oel In die Auspuff- oder Vakuumleitung mit; dieses beschmutzt entweder die der Austrittsstelle benachbarten Gebäude und Dächer oder das Innere des Kondensators. In letzterem Falle wird das Niederschlagwasser durch die Oelbeimengung zur Kesselspeisung unbrauchbar, weil es einen zähen Schlammüberzug an der Heizfläche hervorruft, welcher den Wirkungsgrad der Anlage schwer beeinträchtigen würde. Deshalb soll man in die Abdampfleitungen stets Oelabscheider einbauen, welche die geschilderten Misstände beseitigen. Ihre Wirkung beruht meist darauf, dass der Dampf durch Scheidewände, Einbausiebe u. dergl. zu plötzlichen Richtungsänderungen gezwungen wird, überdies in dem grossen Raume des Abscheiders seine Geschwindigkeit verlangsamt, wobei die mitgerissenen Oelteilchen (und etwaiges Wasser) Zeit gewinnen, vermöge ihrer eigenen Schwere niederzusinken. Fig. 1 zeigt den Querschnitt eines von der Maschinen- und Armaturfabrik vorm. Klein, Schanzlin u. Becker in Frankenthal-Pfalz ausgeführten, sehr wirksamen Oelabscheiders für Dampfleitungen jeder Art.

Textabbildung Bd. 318, S. 452

Alle Kondensatoren saugen im Betriebe aus der Atmosphäre Luft an. Die mit dem Speisewasser und Einspritzwasser in den Kondensator geführte Luft ist so unwesentlich, dass man sie kaum zu berücksichtigen braucht. Hingegen dringt durch die Stopfbüchsen der Niederdruckzylinder und die Verbindungsstellen der Vakuumleitung stets Luft ein, deren Menge man nach der Weissschen Formel

berechnen kann. (Darin bezeichnet U die während einer Minute angesaugte Luftmenge in cbm; D die dem Kondensator in einer Minute zugeführte Dampfmenge in kg; μ = 1,80 –+- 0,01 Z ist eine Vorzahl, welche von der Gesamtlänge Z in m der Dampfleitung abhängt.) Diese Luft muss nun als der schlimmste Feind eines wirksamen Vakuums gründlich entfernt werden.

Hierzu dienen Luftpumpen verschiedenster Konstruktion. Während man in den meisten Gewerbezweigen, welche mit einer Absaugung grösserer oder geringerer Luftmengen arbeiten, Pumpen mit selbsttätigen Ventilen bevorzugt, wendet man bei Kondensatorluftpumpen in der Regel eine Steuerung des Lufteintritts und –auslasses durch Flachschieber (Weiss) oder Kolbenschieber (Köster) an. Diese Schieberluftpumpen gestatten, da alle ihre Bewegungen zwangläufig geregelt werden, durchschnittlich höhere Umlaufzahlen als Ventilluftpumpen und zeichnen sich durch einen trotz ihrer grösseren schädlichen Räume recht gunstigen Wirkungsgrad aus.

Das Kennzeichen einer Weissschen Luftpumpe (vergl. Fig. 2) bildet der Schieber mit Ueberströmung zwischen beiden Zylinderhälften: Fig. 3 zeigt über dem Schieberspiegel den Querschnitt eines solchen Luft Schiebers in der Mittelstellung, welche einer der Totlagen des Pumpenkolbens entspricht. Hierbei werden auf kurze Zeit Vorder- und Rückseite des Kolbens miteinander verbunden; dadurch ist der noch im schädlichen Raume einer Zylinderseite aufgespeicherten Druckluft die Vereinigung mit der Saugluft der anderen Zylinderseite ermöglicht, die Spannungen gleichen sich aus, die Druckkurve des Luftdiagramms verläuft deshalb höher und der Lieferungsgrad der Pumpe wird gesteigert. Es ist hier nicht der Ort, die sonstigen Eigenschaften Weissscher Luftpumpen