Text-Bild-Ansicht Band 318

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Stahlhalter eingebaut und besteht in der Hauptsache aus drei kleinen Presszylindern a, b und c, welche in die Wände eines Ueberwurfkastens d eingeschraubt sind, der selbst mittels vier Schraubenbolzen f am Supportoberteil g festgemacht ist. In diesen Zylindern spielen, mittels Ledermanschetten abgedichtet, Kolben, in welche Stahlschneiden zum Nachstellen eingeschraubt sind, die den Schneidstahl halten. Ausserdem ruht letzterer auf einer festen Schneide h, des Supportoberteiles wie ein Wagebalken auf, und überträgt den tangentialen Schnittdruck auf den Kolben des oberen Zylinders a, welcher die Pressflüssigkeit nach dem Manometer i treibt.

Textabbildung Bd. 318, S. 457
Textabbildung Bd. 318, S. 457
Textabbildung Bd. 318, S. 457
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Textabbildung Bd. 318, S. 457
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In ähnlicher Weise wird der Schnittdruck längs der Spitzenlinie und senkrecht dazu mittels der Manometer j und k angezeigt. Um nun das für eine richtige Schneidwirkung überaus lästige Spielen des Schneidstahles in etwas zu begränzen, sind die obere Stahlschraube l sowie ein Rückschlagstift m und ferner die beiden seitlichen Stellschrauben n vorgesehen. Diese an sich einfache Messvorrichtung besitzt jedoch beträchtliche Mängel, die durch das Wandern, Wenden und Kippen des Werkzeuges über die festen und beweglichen Schneiden hervorgerufen werden, deren Reibungswiderstände die Genauigkeit der Kraftmessung stark beeinträchtigen werden.

Um die Zuschärfungswinkel genau messen zu können, ist der Schneidstahl für schrägen Seitenschnitt geformt und wird in der normalen Richtung x (Fig. 4) den Winkel α (Fig. 5) und in der Drehungsebene y, also senkrecht zur Spitzenlinie, den Stirnwinkel β (Fig. 6) erhalten, während die entsprechenden Anstellungswinkel aus der Höhenlage und der wagerechten Stellung des Werkzeuges abgeleitet werden. Von Bedeutung ist noch der Winkel γ (Fig. 4), welchen die Schneidekante mit der Richtung der Spitzenliniein wagerechter Ebene bildet. Hiernach sind die geometrischen Verhältnisse des Werkzeuges bequem und sicher festzulegen.

Die Grenzwerte dieser Zuschärfungswinkel sind in Tab. I zusammengestellt, wobei Anstellungswinkel 3 bis 8° bei Berechnung des Schneidwinkels angenommen werden. So wird z.B. der seitliche Schneidwinkel für ein Werkstück aus hartem Stahl H H H, als Summe s = α + δ = 70 + 3 = 73° folgen. Da aber zu einem grösseren Zuschärfungswinkel oft ein kleiner Anstellungswinkel und umgekehrt zugepaart wird, so gibt Tab. I nur ein angenähertes Bild der gebrauchten günstigen Schneidwinkel.

Tabelle I.

Grenzwerte der günstigen Zuschärfungswinkel bei Anstellungswinkel δ = 3 bis 8°.

Material
des Werkstückes
Seitenwinkel

α
Stirnwinkel

β
Richtungs-
winkel
γ
Stahl, weich H
Stahl, mittelhart H H
Stahl, hart H H H
50 – 60
60 – 65
60 –70
52 – 60
54 – 63
65 – 78

33 – 43
Rotguss, zäh
Rotguss, mittel
Rotguss, hart
62 – 74
70 – 75
60 – 80
62 – 74
62 – 74
60 – 80

33 – 38

In Tab. II ist die chemische Zusammensetzung des zu Schnittversuchen gebrauchten Werkstückmaterials, nebst Angabe der Zerreissfestigkeit und der verhältnismässigen Dehnung auf 50 mm Länge angegeben.

Die eigentlichen Versuchsergebnisse über die günstigsten Schneidwinkel sind in der Tab. III für verschiedene Werkstücke, deren chemische Zusammensetzung in Tab. II angeführt