Text-Bild-Ansicht Band 318

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grössere Felder eingelegt werden, wie z.B. auf dem Boulevard Barbès, wo eine Spannweite von 36,56 m, oder am Uebergang von der Rue de la Chapelle in die Rue d'Auberviliers, wo eine Spannweite von 44,73 m sich erforderlich machte. An der Ueberbrückung der Ostbahn besitzt das Hauptfeld eine Spannweite von 75,25 m; das ist dieselbe Weite, welche auch zwei Felder der Nordbahnüberbrückung erhalten haben, weil an dieser Kreuzungsstelle für künftighin auf eine Vermehrung der Nordbahngleise gerechnet werden musste.

Sämtliche Felder der Hochbahnstrecke sind Fachwerkbrücken, gebildet aus zwei N förmig gegitterten Längsträgern mit parabolisch verlaufendem Obergurt und geradlinigem Untergurt. Mit den letzteren stehen die beiden Hauptträger in Abständen von ungefähr 1,5 m durch senkrecht gestellte, aus Walzblech hergestellte Querträger in Verbindung, welche als Widerlager für die flachen Ziegelgewölbe dienen, mit welchen der ganze Brückenrost abgedeckt ist, und auf denen die Gleise in einem Kiesbette ruhen. Es ist dies jene Anordnung, welche man bisher in Frankreich für die zweckdienlichste hält, um die Geräusche bei den Zugfahrten zu mässigen und die Erschütterungen auf das geringste Mass herabzumindern. Ein Mantel aus Zement wird über die Einwölbungen der Brückenbahn derart hergestellt, dass er eine wasserdichte Mulde bildet zur Aufnahme des Kiesbettes für die (Heise und gleichzeitig zum Ansammeln und Abfliessenlassen der feuchten Niederschläge. Die Längsträger der Brücken ruhen mit ihren Enden, wie Fig. 3 und 5 zeigen, je auf einem walzenförmigen Lagerstuhl auf, von denen immer der eine unverrückbar festliegt, während der andere auf Rollen beweglich ist. In der Regel sind die Brücken von gusseisernen Säulen, vielfach aber auch, nämlich an allen oberirdischen Stationen, sowie an allen jenen Stellen, wo die Herstellung eines guten Unterbaues für Säulen Schwierigkeiten geboten hätte, von gemauerten Pfeilern getragen.

Textabbildung Bd. 318, S. 499
Textabbildung Bd. 318, S. 499
Textabbildung Bd. 318, S. 499
Textabbildung Bd. 318, S. 499

Die gusseisernen Säulen (Fig. 3-6) besitzen im Schafte eine durchschnittliche Wandstärke von 72,5 mm und zuoberst einen äusseren Durchmesser von 0,66 m, der nach dem Fuss der Säule im Verhältnisse von 1 : 60 zunimmt. Die Sockelplatte besitzt einen Durchmesser von 1,8 m und liegt aufeinem aus Hausteinen hergestellten Unterbau von quadratischem Querschnitte mit 2,4 m Seitenlänge, der mit seiner oberen, das Auflager für den Säulensockel bildenden Fläche gewöhnlich 0,75 m tief unter dem Niveau des anstossenden Geländes, bezw. der betreffenden Strasse liegt. Die gemauerten Pfeiler sind durchaus nur aus Stein erbaut und zwar im Hauptteile aus 0,40 m hohen Schichten roh behauenen Enviller-Steines, und im Grundmauerwerk aus lagerhaften Bruchsteinen; die Abdeckung ist gleich wie das Abschlussgesims mittels rein behauener Sandsteine aus Corgoloir hergestellt. An allen 4 Pfeilerwänden beträgt die Schmiegung gleichmässig ein Vierzigstel der Höhe.

Besondere Hervorhebung verdienen einige Einzelheiten der weiter oben erwähnten Bahnübersetzungen, welche ebenfalls als Fachwerksbrücken mit bogenförmigem Obergurt und gradlinigem Untergurt ausgeführt sind. Die senkrechten Stützen folgen sich in den Längsträgern in Abständen von 4,40 m und bilden 17 Zwischenfelder, von denen die ersten 7 Fächer N-förmig, die letzten 7 Fächer N-förmig und die mittleren drei durch Andreaskreuze verstrebt sind. Die Trägerhöhe beträgt an den beiden Bogen anlaufen 6 m und im Bogenscheitel, d. i. in der Längsmitte der Brücke bezw. in der Mitte des Trägers 9 m. Alle die abgedachten senkrechten Rippen sind zu Gesperren vervollständigt, indem an diesen Stellen – also in Abständen von 4,50 m – zuvörderst die beiden Untergurten der Hauptträger durch 700 m hohe Querträger qq (Fig. 7) und die beiden Obergurten durch bogenförmige Gitterträger in steifer Verbindung stehen. Die Querträger qq an den Untergurten sind gegenseitig wieder durch je vier Blechträger t verbunden, welche zu der Längsachse der Brücke parallel liegen und sonach mit den benannten Querträgern 85 zwischen 1,4 m bis 1,55 m breite und 4,2 m lange Felder bilden, an welche sich an den beiden Brückenenden noch je fünf nicht ganz halb so grosse Felder anschliessen, diese 95 Felder zusammengenommen bilden also den Brückenrost. Die beiden Hauptträger ruhen ganz ähnlich, wie bei den gewöhnlichen Jochen (Fig. 3 und 5) auf zwei Rollen in sattelförmigen Untergestellen, von denen das eine fest angebracht und das andere auf Rollen beweglich ist; ihre Spannweite zwischen den Achsen der beiden Stützrollen beträgt 75,25 m und die gesamte Brücken- oder vielmehr Hauptträgerlänge 76,27 m; sie stehen, von Trägerachse zu Trägerachse gemessen, 7,98 m von einander und lassen zwischen einander einen lichten Raum für die Fahrbahn von 6,74 m. Um einer übergrossen Belastung aus dem Wege zu gehen, hat man bei den drei in Rede stehenden Brücken grösster Spannweite darauf verzichtet, Ziegelgewölbe einzubauen und ein Kiesbett für die Gleise vorzusehen. Die Fahrschienen sind vielmehr, wie der Brückenquerschnitt (Fig. 7) ohne weiteres ersehen lässt, einfach auf eichene Längsschwellen befestigt, die auf den Unterzugsträgern t des Brückenrostes aufliegen. Eine Plattenlage aus geriffeltem Stahlblech, mit welcher die ganze Brückenbahn abgedeckt ist. besorgt das Sammeln und Ableiten des Regenwassers, Sämtliche Teile der Brückenträger sind aus weichem, gewalztem Stahl hergestellt, bis auf die auf Druck beanspruchten Stützen sowie die Rollen der Auflager, für welche Gusstahl verwendet wurde. Als Brückenjoche sind sowohl gemauerte