Text-Bild-Ansicht Band 318

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Pfeiler, als gusseiserne Säulen und endlich auch an einer Stelle ein Gitterpfeiler aus Stahlblech benutzt worden, auf Welche Anordnungen späterhin nochmals zurückzukommen sein wird.

Textabbildung Bd. 318, S. 500
Textabbildung Bd. 318, S. 500

Besondere Aufmerksamkeit hat man aus Rücksicht für die gute Unterhaltung sowohl im unterirdischen als oberirdischen Teile des Nordringes auch wieder der Entwässerung zugewendet. In den Untergrunds trecken ist zu dem Ende, ganz gleich, wie auf der zuerst erbauten Hauptstrecke No. I, in der Regel am tiefsten Punkte des Profils, d. i. in der Scheitelachse des Fussgewölbes des Tunnels (vgl. Bd. 315; Fig. 3, S. 550 und Fig. 9, S. 551) ein Sammelrohr eingelegt, dass die Bodenwässer aufnimmt, bis zum Gefällsbruch weiterführt und dann durch ein Seitenrohr in den nächsten tieferliegenden Abzugskanal des städtischen Netzes ergiesst. Liegt jedoch die Tunnelsohle tiefer als die nächsten Strassenkanäle, so werden die vom Sammelrohr gebrachten Wässer zuvörderst in gemauerte, an geeigneten Stellen angelegte Gruben geleitet und von hier erst mit Hilfe von Pumpen in den höherliegenden Kanal abgeführt. Dies geschieht im allgemeinen lediglich nach Bedarf mittels Handpumpen, an einzelnen Querschnitt Bahnstellen jedoch, wo dieses einfache Verfahren unzulänglich gewesen wäre, wie beispielsweise zunächst der Station Boulevard de Courcelles, hat man für das Sickerwasser seitlich des Tunnels einen Sammelstollen S (Fig. 8) erbaut, der mit einem bis zur Strasse emporreichenden, gemauerten Luftschacht k und durch einen aus Zementmauerwerk hergestellten Zwischenbau k1 mit dem Hauptkanal K des genannten Boulevards in Zusammenhang steht. Der Sammelstollen und Luftschacht ist durch eine in der Tunnelwand ausgesparte Türöffnung von der Bahnstrecke aus zugängig. Im Hauptraume des Stollens S befindet sich eine elektrisch betriebene Pumpe P, deren Saugrohr s bis in die tiefste Stelle des Stollens reicht, während ihr Druck röhr d heberartig durch k und k1 nach dem Hauptkanal geführt ist. Das Anlassen und Abstellen dieser Pumpe, welche also die Tunnelwässer in den städtischen Hauptkanal zu fördern hat, geschieht gewöhnlich durch denBahnwärter mit der Hand, kann aber auch bei aussergewöhnlichem Wasserandrang durch Vermittlung eines Schwimmers selbsttätig erfolgen.

Textabbildung Bd. 318, S. 500
Textabbildung Bd. 318, S. 500

Auf den normalen Hochbahnbrücken mit eingewölbtem Roste hat die schon weiter oben einmal erwähnte Zementabdeckung der Ziegelgewölbe beiderseits über den Anläufen gegen die Mitte der Brückenbahn ein Gefälle erhalten, sodass der tiefste Punkt immer mit der Brückenachse XY (Fig. 5) zusammenfällt. Die hier zusammenlaufenden, feuchten Niederschläge gelangen durch ein Rohr R (Fig. 5, 9 und 10) in eine eiserne Rinne C (Fig. 5 u. 9), welche entlang der ganzen Brücke verläuft und mithin dieselbe Lage einnimmt, bezw. dasselbe Gefälle besitzt, wie die Brückenbahn. Am tiefsten Punkte gelangt sodann das aus C kommende Wasser in die quer unter der Brücke angebrachte, rechts wie links im Gefälle verlaufende Eisenblechrinne Q1 und Q2 (Fig. 5, 9 und 10), um endlich rechts wie links durch ein Abfallrohr AA (Fig. 5) den Weg nach abwärts und schliesslich in den Abzugskanal der Strasse zu finden. Man hat es absichtlich unterlassen, die Abfallröhre AA in das Innere der als Brückenpfeiler dienenden gusseisernen Säulen zu leiten, wenngleich dies für den Wasserabfluss verhältnismässig sicherer und auch vom Standpunkte des guten Aussehens vorzuziehen gewesen wäre. Es stand nämlich zu befürchten, dass dieser Vorteil doch nur auf Kosten der Säule und ihres Unterbaues erreicht werden könnte, welche Teile jedoch entschieden die grössere Sorgfalt verdienen. Für alle Fälle erscheint bei der jetzigen Anordnung eine Schädigung des Wasserabzuges und der zugehörigen Teile durch Eisbildung oder Verstopfungen und ebenso ein besonders rasches Rosten der Säuleninnenwände sicherer und besser bekämpft, als wenn man den anderen Weg eingeschlagen hätte. Wie die Verbindung zwischen den Längsrinnen C und den Querrinnen Q1 und Q2 durchgefühlt ist, sowie die Art und Weise der Rinnenbefestigung, zeigen insbesondere die beiden Querschnittsdarstellungen Fig. 9 u. 10. Ausserdem lässt sich aus Fig. 9 auch die Anordnung der Querträger, welche, wie weiter oben hervorgehoben wurde, in mittleren Abständen von 1,5 zu 1,5 m die Untergurten der beiden Hauptträger der Normalbrücken verbinden und die Widerlager der Ziegeleinwölbungen bilden, sowie die Anläute dieser Gewölbe und desgleichen die hier angebrachten Wasserabzugsröhren R des näheren ersehen, welch letztere oben ein gusseisernes Sieb als Mundstück haben und den Wasserablauf aus je einer Hälfte des anstossenden Gewölbes nach der offenen Längsrinne C vermitteln.